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Nach dem Wolkenbruch: Die Erklärung

Peine Nach dem Wolkenbruch: Die Erklärung

Die Überschwemmungen im Peiner Stadtkern nach dem Wolkenbruch am Dienstagabend (PAZ berichtete) waren am Tag danach überall Gesprächsthema. Die Fragen lauten: Warum floss das Wasser an vielen Stellen nur so langsam ab? Wie kann es sein, dass ein so kurzer Starkregen zu solchen Überschwemmungen führt?

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Der Golf sackte in ein Gulli-Loch. Wasser hatte den Deckel hochgedrückt und fortgespült.

Quelle: pif

„Problematisch war nicht die Menge des Niederschlags, sondern der kurze Zeitraum, in dem es so stark regnete“, sagt Petra Kawaletz, Sprecherin der Stadtentwässerung. Allein zwischen 17.30 und 18Uhr wurde auf dem Gelände der Zentralkläranlage in Vöhrum eine Menge von 13Litern Niederschlag pro Quadratmetern gemessen. An einigen Stellen in der Stadt können bis zu 20Liter während des Regens auf einen Quadratmeter niedergegangen sein, schätzt der Meteorologe Dr. Olaf Schulze vom Deutschen Wetterdienst (siehe Hintergrund).

„Zu den Überschwemmungen kam es, weil die Kanalisation nicht auf diese Mengen ausgelegt ist“, sagt Kawaletz. Die Kanäle seien durchaus auf besondere Regenereignisse dimensioniert - nicht jedoch auf einen solchen Wolkenbruch. Dr. Schulz schätzt, dass es sich bei dem Starkregen vom Dienstag um ein Phänomen handelt, das nur alle zehn bis 15Jahre eintritt.

Starkregen im Peiner Land - Werderstraße in Peine.

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Daran gemessen hätten die Straßenabläufe sogar recht gut funktioniert. Es sei jedoch einfach zu viel Wasser in zu kurzer Zeit heruntergekommen. War die Kanalisation verstopft? Nein. „Wir reinigen die Abläufe zwei bis drei Mal im Jahr. Der nächste Einsatz steht nach dem Laubfall an“, erklärt Kawaletz.

In der Stadt gibt es Trenn- und Mischwasserkanäle. Im Trennsystem wird Regenwasser durch Kanäle in die Fuhse geleitet. Im Mischwassersystem fließt das Wasser erst in die Kläranlage. Damit die Anlage nicht überlastet wird, fließt ein Teil des Wasser zuerst in Regenüberlaufbecken.

  • Die Feuerwehr war gestern bis 21.30 Uhr im Einsatz, um die Einsätze abzuarbeiten, sagte Stadtbrandmeister Rüdiger Ernst. Insgesamt waren 69 Kräfte dabei.

pif

Video: Die Werderstraße in Peine kurz nach dem Unwetter

 

 

 

So kam es zum Wolkenbruch

Solche Niederschlagsmengen wie am Dienstagabend in der Stadt Peine, treten in dieser geballten Form etwa alle 10 bis 15Jahre auf, sagt der Meteorologe Dr. Olaf Schulze vom Deutschen Wetterdienst.

Ursache für die Wetterlage war eine Kaltfront, die über Deutschland zog und die warme Luft verdrängte. „Dabei schiebt sich die kalte Luft unter die warmen Schichten und drängen diese weiter nach oben. Das geht sehr schnell wie in einem Fahrstuhl“, sagt Schulz. Als Folge kommt es zu lokalen Starkregenereignissen mit Gewittern wie am Dienstag in Peine. Typisches Phänomen ist, dass dicht besiedelte Gebiete wie die Stadt Peine stärker betroffen sind als das landwirtschaftlich geprägte Umland.

„Die Stadt ist wie eine Wärme-Insel, die den Fahrstuhl-Effekt verstärkt“, sagt Schulz. Das habe bei den Überschwemmungen sicher eine Rolle gespielt.

Entscheidend war auch, dass der Regen innerhalb einer Stunde niedergegangen ist. Dr. Schulze schätzt, dass es knapp über 20Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter waren. Kommt diese Menge im Verlauf eines ganzen Tages herunter, gibt es keine Überschwemmungen.

pif

 

Unwetter der letzten Jahre

Der Wolkenbruch am Dienstagabend war sicher einer der heftigsten in den vergangenen Jahren, der in der Stadt Peine heruntergegangen ist. Besonders starke Unwetter hat es punktuell aber auch schon in den vergangenen zehn Jahren gegeben.

- Am 7. Oktober 2009 zog ein heftiges Gewitter über Peine auf. In Vöhrum schlug ein Blitz in einen Dachstuhl ein und setzte ihn in Brand. In zwei Stunden fiel so viel Regen, dass einige Straßen überflutet waren. Betroffen war damals die Kernstadt und Teile Ilsedes und Lahstedts sowie Vechelde.

- Am 3. Juni 2008 erwischte es Stederdorf bei einem Starkregen am meisten. Die Wehren der Stadt Peine hatten insgesamt 34Einsätze.

- Der Nachmittag des 21. August 2007 brachte ebenfalls einen zweistündigen Starkregen über dem Landkreis. Wieder war die Kernstadt besonders betroffen. Unter der Autobahn zwischen Peine und Stederdorf blieben Autos liegen. Die Feuerwehr hatte neun Einsätze.

- Schon im Januar 2007 hatte es starkes Unwetter über dem Peiner Land gegeben. Am 18.Januar wütete der Jahrhundertsturm Kyrill über dem Landkreis. Allein die Wehren der Stadt Peine wurde zu 54 Einsätzen alarmiert.

- Den Gadenstedtern ist sicher noch der 3. Mai 2004 in Erinnerung. Damals wälzte sich eine Schlammlawine durch den Ort. In einer Stunde waren damals bis zu 70 Liter Regen niedergegangen.

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