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Musik und Bewegung als Sturzprävention

Peine Musik und Bewegung als Sturzprävention

Peine. „Raus aus dem Alltag und unerwartete Dinge tun!“ Das gilt für eine Handvoll Seniorinnen bei der Peiner Kreismusikschule auf dem geordneten Gebiet von Musik und Bewegung.

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„Rhythmik für Senioren“: Das Bild zeigt die Teilnehmerinnen und Kurs-Leiterin Christiane Rosenberger (Mi.).

Quelle: uj

Peine. Die vier Frauen aus dem Kurs „Rhythmik für Senioren“ unter der Leitung von Rhythmik-Pädagogin Christiane Rosenberger erheben sich von ihren Stühlen, begrüßen sich bei Harfenklang und Bewegung musikalisch.

Was folgt, nennt Rosenberger „Neu-Jahrs-Ball-Phrasierung“.

Dem Lied „Der Winter der ist da“ hat sie einen neuen, eingängigen Text verpasst, den die Frauen nicht nur singen, sondern sich auch beliebig dazu bewegen. „Texte zu bekannten Melodien als Handlungsanleitung“ heißt das im Lehrbuch.

Rosenberger wendet die hier eher unbekannte „rhythmisch-musikalische Erziehung“ des 1950 verstorbenen Schweizer Musikers Émile Jaques Dalcroze an. Durch puren Zufall stieß sie vor einigen Jahren auf diese Möglichkeit der Vermittlung von Musik und Bewegung. „Dalcroze erhebt die bloße Bewegung durch die Elemente Raum, Zeit und Kraft zu einer ganzheitlich künstlerischen Leistung“, erklärt die Musikerin. Was sich zunächst komplex anhöre, lasse sich in der Praxis erstaunlich erfolgreich umsetzen.

Tatsächlich: Die Stimmung der Teilnehmerinnen könnte nicht besser sein. Es wird gelacht, und fast unmerklich steigert sich spielerisch ihr Verständnis für Text, Musik sowie Rhythmus. Und so passen die Schrittfolgen, Bewegungen, Innehalten und erneute Bewegung zum richtigen Zeitpunkt fast unmerklich nicht mehr nur zum Kinderlied, sondern auch zum kraftvollen Menuett aus Händels Feuerwerksmusik.

„Die Teilnehmerinnen haben selbstständig eine jeweils individuelle, zuvor nicht festgelegte Choreografie entwickelt“, erklärt Rosenberger zufrieden. Praktischer Effekt für den Alltag: der Gleichgewichtssinn wird trainiert und trage zur Sturzprävention bei.

Was sich auf Senioren anwenden lässt, funktioniere übrigens auch bei Kindern ausgezeichnet. Seit sieben Jahren wendet Rosenberger für die Musikschule in Kindertagesstätten und Grundschulen ebenfalls sehr erfolgreich die Dalcrozesche Methode an. Ebenso bei ihren zahlreichen Harfenschülern, die wie zur Bestätigung ihrer Lehrerin nicht nur überdurchschnittlich viele Preise bei „Jugend musiziert“ einheimsen, sondern auch fast wie nebenbei die hohe Kunst der musikalischen Improvisation erlernen.

Dass diese Methode der Musikerziehung hierzulande so unbekannt sei, läge daran, dass sie mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Deutschland nicht weiterverfolgt worden sei, in der Schweiz aber bis heute zum musikalischen Alltag gehöre.

So eine Unterrichtsstunde sei zwar jedes Mal geradezu „neu zu komponieren“, räumt Rosenberger den Arbeitsaufwand ein. Die rasch sichtbaren Erfolge beflügelten sie jedoch immer wieder aufs Neue.

„Ich gehe immer entspannt und gut gelaunt nach Hause“, bestätigt eine Teilnehmerin, eine andere freut sich schon auf die Fortsetzung in der kommenden Woche. „Einfach raus aus dem Alltag und unerwartete Dinge tun“.

Von Ulrich Jaschek

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