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Michael Kessler: Die Peiner wissen nach acht Jahren, woran sie sind

Peine Michael Kessler: Die Peiner wissen nach acht Jahren, woran sie sind

Peine. Am Sonntag wird in Peine der Bürgermeister gewählt. Außer Amtsinhaber Michael Kessler (SPD) tritt nur Karl-Heinrich Belte (Peiner Bürgergemeinschaft) an. Die PAZ hat den beiden Kandidaten dieselben Fragen gestellt - heute lesen Sie die Antworten von Kessler, nachdem vorher Belte zu Wort kam.

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Amtsinhaber Michael Kessler (links, mit PAZ-Chefredakteur Dirk Borth) will Bürgermeister bleiben.

Quelle: Isabell Massel

Nennen Sie uns bitte drei Gründe: Warum wollen Sie Bürgermeister in Peine werden?

Erstens: Das wichtigste Problem der Stadt ist zweifelsohne die „Hertie-Brache“. Dieses Thema habe ich von Anfang an begleitet, insbesondere beim Prozess des Grundstückerwerbs. Ich würde gerne die Belebung dieses „Lindenquartiers“ weiter vorantreiben und zu einem guten Ende führen. Zweitens: Ich sehe die Situation einiger unserer Ortschaften mit Sorge, die den Verlust der letzten Gastwirtschaft, der letzten Bankfiliale und womöglich des eigenen Pastors hinnehmen müssen. Hier möchte ich Lösungen entwickeln, um die Attraktivität dieser Ortschaften zu erhalten. Und drittens: Die Fusions-Pläne des Landkreises, die die Stellung der Stadt stark beeinflussen können, sollten von einem erfahrenen Bürgermeister begleitet werden, der mit Entscheidern auf Landesebene und mit den Bürgermeistern der Landkreise gut vernetzt ist.

Was sind die drei wichtigsten Probleme in der Stadt, die schnell gelöst werden müssen?

An wichtigen Problemen, für die wir im Moment Lösungen entwickeln, fällt mir das bereits erwähnte Lindenquartier ein. Als zweites sehe ich die Umwandlung der Grundschulen in Ganztagsschulen, die mit hohen Investitionen verbunden ist. Hand in Hand damit müssen wir weitere Hortplätze schaffen. Mittelfristig muss die Stadt sich dem Thema Demografie stärker widmen - die Prognosen sagen uns zwar keinen dramatischen Bevölkerungsschwund voraus, aber ungeachtet dessen werden wir auch in Peine im Durchschnitt ständig älter. Hier müssen wir uns stärker an den Bedürfnissen der Senioren orientieren - der Rollatorenweg zwischen Spittaheim und St. Jakobi-Kirche ist nur ein kleines, aber sicher gutes Beispiel. Ansonsten gibt es eine Reihe von „Baustellen“ wie in jeder Stadt, die ich aber in der Gewichtung deutlich niedriger ansetze: Vermietung des Weißen Schwans. Hier wird die Verwaltung übrigens nach über 20 erfolglos getesteten Bewerbern nunmehr über den gastronomischen Bereich hinaus nach Lösungen suchen.

Ein großes Problem ist die Wiederbelebung des Lindenquartiers. Welche Lösung wäre aus Ihrer Sicht nach dem Investoren-Wettbewerb die beste?

Die beste Variante wäre eine Belebung durch Handelsstrukturen, das heißt durch einen neuen Magnetbetrieb, der einerseits Kunden zieht und andererseits einen Kranz kleinerer Geschäfte um sich hat. Dabei ist es sehr wichtig, den schwierigen Spagat zwischen neuer Attraktivität und nicht zu großer Dominanz zu bewältigen, damit der bestehende Handel davon genauso profitiert wie die Gastronomie. Zum Schutz des innerstädtischen Handels sollte man daher auch Abstand von der Vorstellung nehmen, dass man parallel zum Lindenquartier die Langkopf-Brache am Friedrich-Ebert-Platz handelsmäßig bespielen kann. Wir können nur noch eine gewisse Fläche dem Handel zuordnen, sonst wird unsere schöne Fußgängerzone zerrissen.

Wie wollen Sie die Peiner Innenstadt stärken?

Mit eben diesen Plänen.

Wie können weitere Unternehmen in Peine angesiedelt werden?

Wir haben auf diesem Gebiet in den letzten Jahren große Erfolge erzielt, zum Beispiel Noweda, Getränke Ahlers und den Baumarkt Globus. Dabei haben wir immer darauf geachtet, dass wir erfolgversprechende Betriebe ansiedeln, die der Stadt sowohl Arbeitsplätze als auch dauerhafte steuerliche Vorteile bringen. Diesen Weg werde ich konsequent weitergehen. Wir führen aktuell erneut interessante Gespräche.

Über die Kreisfusion wird heftig diskutiert. Wie sieht aus jetziger Sicht die beste Lösung für die Stadt Peine aus?

Wenn man der These folgt, dass der Landkreis auf Dauer nicht überlebensfähig ist, dann muss man akzeptieren, dass er sich nach neuen Partnern umschaut, denn von einer schlechten finanziellen Situation des Landkreises ist die Stadt durch eine hohe Kreisumlage direkt betroffen. Da ich in wichtige Gespräche qua Funktion eingebunden bin, werde ich dort darauf achten, ob sich wirklich große greifbare Vorteile zeigen, die einen solch weitreichenden Schritt rechtfertigen könnten, zumal uns zunächst einmal mit Hildesheim wenig verbindet. Im Falle einer Fusion ist mit einer zwangsläufigen Schlechterstellung der Stadt Peine zu rechnen, da wir aufgrund des Kreissitzes Hildesheim nur noch „die zweite Geige spielen“ würden. Dieser Nachteil muss durch beachtliche Vorteile im Vorfeld vertraglich kompensiert werden, denn nach der Fusion stellt der Landkreis Peine lediglich ein Drittel der Kreistags-Abgeordneten und wird Eigeninteressen nur noch bedingt durchsetzen können. Ich verspreche, die Interessen der Stadt im Auge zu behalten.

Was sind Ihre wichtigsten politischen Ziele für die nächsten zwei Jahre?

In den weiteren zwei Jahren werde ich mich auf die eingangs genannten Problemfelder konzentrieren, um sie möglichst gut zu lösen. Und wenn neue Probleme auftreten, wissen die Peiner nach den vergangenen acht Jahren, woran sie bei mir sind.

Was schätzen Sie an Ihrem Gegner?

Trotz unterschiedlicher Ansichten ist er mir persönlich immer freundlich begegnet.

Was gefällt Ihnen nicht an Ihrem Gegner?

Hier schweigt des Sängers Höflichkeit.

Warum sollten die Peiner unbedingt wählen gehen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Nur eine gute Wahlbeteiligung ergibt eine vernünftige Grundlage für ein Mandat. Ich würde mich freuen, wenn wir die letzte Wahlbeteiligung 2009 von 33 Prozent bei der Europa-Wahl übertreffen. Demokratie lebt von Beteiligung, nicht vom Zuhausebleiben. Und man kann nicht ständig die Forderung erheben, die Bürger müssten mehr eingebunden werden, wenn man sich noch nicht einmal an der Wahl beteiligt.

Wie werden Sie den Wahlabend erleben?

Mental: guter Dinge - wie immer. Örtlich: am Anfang im Rathaus und später im Egon-Bahr-Haus.

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