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Meyer-Moortgat gab Piano- und Orgeldebüt

Peine Meyer-Moortgat gab Piano- und Orgeldebüt

Peine . Die Stadt Peine hat einen neuen „kleinen Konzertsaal“. So jedenfalls preist Pianist und Organist Hans-Dieter Meyer-Moortgat sein neues Wohn- und Konzert-Refugium an. Dafür hat er die ehemalige neuapostolische Kirche in der Spittastraße gekauft und umgebaut (PAZ berichtete).

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Konzert: Hans-Dieter Meyer-Moortgat am Flügel. Er hat die ehemalige Kirche zum Wohnhaus und Konzertsaal umgebaut.

Quelle: dpa

Die Arbeiten am rund 190 Quadratmeter großen und neun Meter hohen Gottesdienstraum dauerten anderthalb Jahre.

Bisher lebte und arbeitete der 1953 in Potsdam geborene Musiker in Wolfenbüttel - im Pumpenhaus des Wolfenbütteler Wasserturms, den er damals kurzerhand gleich mitgekauft hatte. Wohnen, Musizieren und Konzertieren gehöre für ihn zusammen und lasse sich sowohl spielend als auch raffiniert unter einem Dach kombinieren.

Mitte dieses Jahres kehrte er Wolfenbüttel den Rücken, um seine Wohn- und Musik-Ideen in Peine neu zu konzipieren. Zur Premiere fand sich auch viel Besuch von außerhalb ein, der sich vom Wohlergehen des Tastenakrobaten überzeugen wollte.

Daran gab es nichts auszusetzen: seine virtuose Wucht am drei Meter langen Fazioli-Flügel und seine Leidenschaft für seine elektronische Orgel. Alles installiert auf einem Podest an der Stirnseite des ehemaligen Kirchenschiffs, über dem sich nun Klang und Schwingung bis unter das Spitzdach schwingen und in Parkett oder Empore wahlweise schweben, prasseln oder krachen. Beispielsweise das, was Robert Schumann einst „wie im Flügelkleide“ als 13 „kleine putzige Dinger“ komponierte und zu den berühmten „Kinderszenen“ zusammenfügte. Meyer-Moortgat musiziert so tadel- wie schnörkellos, geradlinig, ohne Süße. Sehr, sehr manchmal tippt er ein bisschen Lieblichkeit in die Tastatur und die klingt dann fast brüchig, traurig.

Fast übergangslos, ohne Applaus zuzulassen oder die Spannung zu lösen, gleitet der Wahl-Peiner in Chopins III. Sonate h-moll. Die interpretiert er ähnlich wie die Kinderszenen - nur mit mehr Donnerwetter sozusagen, gelegentlichem Hagelschlag und plötzlich versiegendem Stark- und dann wieder einsetzendem Nieselregen.

Sein Lieblingsspielzeug ist offenbar seine elektronische Orgel, mit der sich nach seinen Worten die Klangfülle weltweit bekannter Orgeln „klonen“ und in seinen Konzertsaal bringen lasse. Der Erfolg allerdings liegt allein im individuellen Klang-Empfinden des Zuhörers - was der eine für synthetisch hält, mag dem anderen nicht auffallen. Beim Allegro aus Widors 6. Symphonie hält sich jedenfalls eine Zuhörerin in der ersten Reihe verständlicherweise reflexartig die Ohren zu.

Offenbar lassen sich Klang und Atmosphäre einer „echten“ Kirchenorgel nicht ganz so einfach programmieren und in die Wohnzimmerstimmung eines „kleinen Konzertsaales“ kopieren.

Der nach zweieinhalb Konzertstunden gegebene Applaus scheint dem Musiker indessen Recht zu geben, führt zu drei Zugaben, darunter Elgars Orgel-Paradestück, der erste Marsch aus „Pomp and Circumstance“.

uj

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