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Meyer & Meyer: Peine ist unser umsatzstärkster und größter Standort

Peine Meyer & Meyer: Peine ist unser umsatzstärkster und größter Standort

Bevor eine Modekollektion in den Geschäften liegt, haben die Kleider, Hemden und Schuhe einen langen Weg hinter sich. Einen großen Anteil daran hat Meyer & Meyer. Das international agierende Familienunternehmen hat sich auf Modelogistik spezialisiert. Der 2005 eröffnete Standort Peine ist eines der größten teilautomatisierten Logistikzentren für Mode in Norddeutschland. Zum Saisonwechsel verlassen täglich rund 140 000 bis 190 000 Teile das Gebäude. Pro Jahr sind das etwa 35 Millionen Teile. Jetzt verdoppelt die Firma ihre Hallenfläche auf 50 000 Quadratmeter zwischen Heisenbergstraße und Lehmkuhlenweg (PAZ berichtete). Jochen Hotop von der IHK Braunschweig sprach mit Alexander Preisler (52). Der Diplom-Kaufmann ist Geschäftsführer der Dachorganisation, der Meyer & Meyer Warehousing Services GmbH in Osnabrück, und leitet neben dem Logistikzentrum Peine fünf weitere Niederlassungen in Deutschland.

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Alexander Preisler

Quelle: Peter Pohl

Welche Dienstleistungen bietet Meyer & Meyer an?

Unsere Dienstleistung ist die Rohwaren- und Produktionslogistik, Lagerung, Veredlung, Qualitätssicherung und Distribution. Unser Slogan heißt: „From sheep to shop“ - „vom Schaf zum Laden“. In der Regel übernehmen wir die gesamte Warenversorgung unserer Kunden, inklusive Einrichtungsgegenstände, Büsten und Puppen. Einige Firmen übertragen uns auch die gesamte Qualitätssicherung. Wir sind dann zuständig für die Wareneingangskontrolle und sorgen gegebenenfalls mit Aufbereitungsmaschinen dafür, dass die Ware präsentationsfähig ist. Die Beschaffenheit der Ware aus Fernost wird leider immer schlechter. Wir überspritzen zum Beispiel Pigmentflecken und erzeugen damit einen großen Mehrwert. Aus zweiter Wahl wird erste Wahl, die nicht abgeschrieben werden muss.

Welche Bedeutung hat der Standort Peine im Unternehmen?

Peine ist der umsatzstärkste und flächenmäßig größte Standort. Uns steht hier bislang eine Nutzfläche von 65 000 Quadratmetern auf vier Etagen zur Verfügung. Wir beliefern Einzelhändler und Filialketten - 340 Filialen in Deutschland, den Benelux-Staaten, Polen und Tschechien. Geliefert wird auch an Händler in der Schweiz, mit allen Zollkompetenzen. In Peine sind vier Zolldeklaranten für die Schweizverzollung beschäftigt. Das ist im Raum Braunschweig-Hannover fast einzigartig. In Spitzenzeiten sind bis zu 560 Mitarbeiter am Standort im Einsatz. Da boomt das Geschäft. Peine ist ein strategisch wichtiger Standort. Das ist auch in unserer Unternehmensstrategie klar kommuniziert. Insgesamt beschäftigt Meyer & Meyer rund 2000 Mitarbeiter an mehr als 60 Standorten.

Für welche Unternehmen arbeiten Sie?

Peine ist zum Beispiel ein Zentrallager der Otto-Gruppe für das Dessous- und Bademodelabel Lascana. Wir haben fast eine halbe Million BHs auf Lager. Zu unseren Kunden gehören auch namhafte Filialisten wie Charles Vögele. Gerade haben wir einen sehr großen Abschluss mit einer Warenhauskette getätigt, für die wir jährlich bundesweit knapp acht Millionen Warenteile umschlagen und verteilen. 85 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Textilien, zehn Prozent mit Schuhen und fünf Prozent mit anderen Fashion- und Lifestyle-Produkten.

Wie hoch ist der Umsatz der Meyer & Meyer-Gruppe?

Wir haben eine Viertelmilliarde Euro Dienstleistungs- und Transportumsatz überschritten und sind auf einem guten Weg zur halben Milliarde.

Welche Transportmittel nutzen Sie?

Unsere größte Herausforderung ist es, noch schneller zu werden. In der Niederlassung gibt es eine große Transpor-abteilung. Wir arbeiten mit Subunternehmen, sind aber auch selbst Spediteur. Über die Hälfte der Teile wird hängend auf Bügeln ausgeliefert. Wenn ab 2016 das „Megahub“ der Bundesbahn in Lehrte das europäische Güterverkehrsnetz verstärkt, ist unser Ziel, den Anteil der Schiene auf 30 Prozent zu erhöhen. Zusammen mit dem Containerhafen Braunschweig und dem Flug­hafen Hannover sind dann alle Verkehrsmittel von Peine aus schnell nutzbar.

Welchen Stellenwert hat der Transport per Schiff?

Textilien sind ein sehr schnelles Geschäft. Die Händler versuchen, die Kapitalbindung in der Ware zu reduzieren. Das Schiff ist da oft zu langsam. Es wird viel geflogen, auch wenn die Kosten mindestens 20-mal höher sind als beim Schiff. Die größte Herausforderung für uns ist, immer schneller zu werden - im Umschlag und in der Textilbearbeitung. Der Kunde fordert das.

In welchen Ländern wird die Ware produziert?

Zu 85 Prozent in China, Indien, Bangladesh und Myanmar. Weitere Produktionsländer - mit einem Anteil von je fünf Prozent - sind Nordafrika, Osteuropa und die Türkei mit Anliegerstaaten.

Die schlechten Arbeitsbedingungen, von denen man immer wieder hört - tangiert Sie das?

Doch, klar. Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Für eine effiziente und umweltfreundliche Energie-Erzeugung haben wir zum Beispiel Fotovoltaikanlagen auf den Hallendächern und nutzen Blockheizkraftwerke. Außerdem setzen wir Elektro-Lkw ein. Die Arbeitsbedingungen sind letztlich ein Thema der Kunden. Inzwischen legen viele Unternehmen großen Wert darauf, dass sie ihre Ware aus überwachten und zertifizierten Fabriken beziehen. Generell muss man sagen: Textilien sind eigentlich viel zu billig. Beim Einzelhändler bekommen sie im Schlussverkauf T-Shirts für 99 Cent.

Wie viel Zeit vergeht in Asien vom Erhalt des Schnittmusterbogens bis zur Auslieferung?

Bei einem Transport per Schiff sind es rund fünf Monate; per Flugzeug ein Monat weniger. In Nordafrika hat man inzwischen oft eine Produktionsdauer inklusive Transport von zwei Monaten. Noch schneller schaffen es einige Händler und Importeure in Osteuropa und der Türkei. Die Produktionsstätten sind inzwischen darauf spezialisiert, sich an einen schnell bestehenden Bedarf anzupassen. Da ist die Ware schon nach einem Monat am Verkaufsort

Wie groß ist der Wettbewerbsdruck in der Branche?

Sehr groß. Wir sind international aufgestellt, agieren selbst oder mit Partnern in ganz Europa, Nordafrika und Asien. Aber es gibt immer wieder starke regionale Mitbewerber, die uns herausfordern. Es ist manchmal schwierig, gegen sie anzukalkulieren. Aber überregional, wenn es darum geht, Filialketten und große europäische Flächen zu bedienen, dann sind wir als Unternehmen Meyer & Meyer wieder im Spiel.

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