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Messer-Angriff auf Polizeibeamten: 23-jähriger Telgter muss in die Psychiatrie

Peine Messer-Angriff auf Polizeibeamten: 23-jähriger Telgter muss in die Psychiatrie

Peine/Hildesheim. Nicht in Haft, aber auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie muss ein 23-Jähriger, der gestern wegen zwei Übergriffen auf Peiner Polizisten vor dem Schwurgericht am Landgericht Hildesheim stand.

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War umfänglich geständig – soweit er sich an die Taten erinnern konnte: Der 23-jährige Telgter im Gespräch mit seinem Rechtsanwalt Burkhard Geermann.

Quelle: js

Zunächst hatte der psychisch kranke Telgter am 27. Dezember 2012 mehrere Polizisten tätlich angegriffen und wüst beleidigt. Am Neujahrstag 2013 war er dann mit einem Messer auf den Polizeibeamten René Laaf (40) losgegangen und hatte mehrfach versucht auf ihn einzustechen. Nur durch Glück blieb Laaf unverletzt (siehe Text unten).

Die Vorwürfe räumte der vorbestrafte 23-Jährige umfänglich ein - soweit er sich daran erinnern konnte. Denn: Bei beiden Taten hatte er mehr als zwei Promille Alkohol im Blut, war alkohol- und drogenabhängig. Mehrere Entzüge waren ohne langfristigen Erfolg geblieben. „Nüchtern tue ich niemandem etwas, aber wenn ich trinke, kommt mein inneres Schwein durch“, schilderte der Telgter.

Zudem wurde nun eine paranoide Schizophrenie festgestellt. Bereits zuvor waren psychische Probleme behandelt worden - auf Wunsch des Angeklagten: „Irgendetwas stimmt mit mir nicht. Seit ich 13 Jahre alt bin, höre ich Stimmen. Ich hatte auch schon Mordgedanken über mich oder meine Eltern. Ich war wie im Wahn. Darum habe ich mich schon mal einweisen lassen“ - doch war der Telgter nicht auf Dauer korrekt medikamentös behandelt worden.

Die Erkrankung und deren Auswirkungen auf die Tat bescheinigte dem 23-Jährigen auch der vom Gericht bestellte Sachverständige: „Zunächst wurde bei ihm nur von einer Suchterkrankung ausgegangen und somit völlig unzureichend behandelt. Ich habe an der psychotischen Symptomatik keine Zweifel. Auch hinter den Taten standen psychotische Motive.“ Dieser Feststellung folgten in ihren Plädoyers die Staatsanwaltschaft, der Anwalt des Beschuldigten, Burkhard Geermann, und letztlich auch das Gericht. Der Vorsitzende Richter Peter Peschka: „Sie haben die Taten begangen, sind aber nicht im klassischen Sinne zu bestrafen. Sie waren nicht schuldfähig.“ Peschka ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. „Im jetzigen Zustand sind sie für die Allgemeinheit definitiv gefährlich.“

js

"Er hackte mit dem Messer in Richtung meines Halses"

Peine. Rund um den Jahreswechsel eskalierten die Gewaltexzesse des Telgters: Kurz nach Weihnachten 2012 begann er nach einem Trinkgelage, auf der Celler Straße zu randalieren. Zwei alarmierte Polizistinnen trafen den Beschuldigten an – und wurden sofort verbal und körperlich angegriffen. „Als ich ihn nach seinem Ausweis fragte, hat er sofort nach mir geschlagen“, schilderte eine der beiden. Auch wüste Beleidigungen seien gefallen. Selbst die angeforderte Verstärkung konnte den 23-Jährigen nicht beruhigen. Tritte in Richtung zweier Polizisten folgten, trafen einen Beamten.

Noch gefährlicher wurde es am Neujahrsmorgen für den Polizisten René Laaf. Weil dort wieder der Angeklagte randalierte, fuhr er mit einer Kollegin nach Telgte. Als der 23-Jährige den Polizeiwagen sah, ging er bewaffnet mit einem Messer (Klinge: 7 Zentimeter) und mit den Worten „Ich mache euch tot“ auf den Wagen und die Beamten los. „Als wir die Tür von innen verriegelten, bin ich wohl auf den Fensterheber gekommen. Durch den Spalt hackte er mehrfach mit dem Messer ins Auto – auf Höhe meines Halses. Natürlich hatte ich Angst“, schilderte Laaf vor Gericht. „Ich hatte Glück, dass ich nicht getroffen wurde. Sonst wäre ich nicht mehr in der Lage auszusagen.“

Dann habe er Gas gegeben, den Angreifer so zunächst abgeschüttelt und ihn dann durch Einsatz von Pfefferspray zur Aufgabe gebracht. Noch am selben Tag war der Telgter vorläufig festgenommen worden, wenige Tage später wurde Haftbefehl erlassen – da befand sich der 23-Jährige bereits wieder freiwillig in einer Psychiatrie.

js

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