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Lukas-Werk: „Ausstieg aus Sucht lohnt in jedem Alter“

Peine Lukas-Werk: „Ausstieg aus Sucht lohnt in jedem Alter“

Peine. Seit einem Jahr gibt es eine Therapiegruppe für ältere Suchtkranke in der Fachambulanz Peine der Lukas-Werk Gesundheitsdienste. Die Teilnehmer ziehen eine positive Bilanz: „Ausstieg aus der Sucht lohnt in jedem Alter.“

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Vertrauen: Elfriede Pattberg, Leiterin der Therapiegruppe, im Gespräch mit Klienten.

Seinen Tiefpunkt hatte Hermann K. als er mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus lag. „Da hatte ich 3,9 Promille Alkohol im Blut“, berichtet der 62-Jährige. Zehn halbe Liter Bier nach der Arbeit seien keine Seltenheit gewesen, so der gelernte Maschinenschlosser. Viele Kumpel und einige Kollegen hätten mitgetrunken. „Wenn ich gewusst hätte, dass mir eine Gruppentherapie so viel neue Lebenskraft bringt, hätte ich das schon viel früher gemacht.“

Hermann K. ist einer von 13 Klienten, die seit der Entstehung der Gruppe für ältere Suchtkranke vor einem Jahr regelmäßig in die Fachambulanz Peine der Lukas-Werk Gesundheitsdienste kommen. Viele Senioren mit einer Suchtproblematik können sich zunächst nicht vorstellen, einen neuen suchtmittelfreien Weg einzuschlagen und alte Gewohnheiten aufzugeben“, sagt Sozialpädagogin und Therapeutin Elfriede Pattberg, die die Gruppe leitet. „Manche gestehen sich die Sucht nicht ein.“ Unter anderem haben die Trauer um einen verstorbenen Partner oder Schwierigkeiten durch den Austritt aus dem Erwerbsleben ihre Klienten aus der Bahn geworfen.

In der Gruppe erarbeitet Pattberg unterschiedliche Inhalte: Was macht ein Suchtmittel mit meinem Körper? Was kann ich tun, wenn ich einen Rückfall habe? Was ist Suchtdruck und wie widerstehe ich diesem? „Vor allem sollen die Klienten aber feststellen, was sie alles wieder können, weil sie keinen Alkohol mehr trinken“, sagt Pattberg.

„Die Erkenntnis, dass es anderen genau so geht wie mir, hat mir wahnsinnig geholfen“, sagt die 66 Jahre alte Hanne S. „Hier kann ich meinen Schmerz, meine Trauer, Enttäuschung ungeschönt mitteilen. Ich werde nicht bewertet, sondern verstanden und gestärkt.“ Was ihr besonders wichtig ist: „Wir haben gemeinsam so viel Freude und lachen oft.“

Hermann K. betont: „Diese Therapie ist ein Glücksfall für mich, das Leben ohne Alkohol so schön.“ Er hat nach dem Tod seiner ersten Frau mittlerweile eine neue Lebensgefährtin gefunden. „Sich mit sich selbst, seiner Biografie und den Mechanismen von Sucht auseinanderzusetzen, lohnt in jedem Alter.“

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