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Lück: Rasant und wortgewandt

Peine Lück: Rasant und wortgewandt

Natürlich ist es schön Kinder zu haben. Aber nicht nur und nicht immer. Die Tücken und Fallstricke des Vaterseins sind Hauptthema im Programm „Lück im Glück“ des aus vielen Fernsehsendungen bekannten Comedians Ingolf Lück, das am Donnerstag Abend im Forum vor ausverkauftem Haus zu erleben war.

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Ingolf Lück beim Auftritt im Peiner Forum.

Quelle: im

Peine. Elternabende in Schulen und Kindergärten, vermeintliche Wunderkinder anderer Eltern, Windelnwechseln und die latente Sehnsucht nach dem unbeschwerten Junggesellenleben – es gab kaum ein Thema, dass nicht allen Eltern bekannt ist und das Lück in seiner rasanten Ein-Mann-Show ausließ.

„Warum sehen eigentlich alle anderen Familien immer aus wie aus der Fernseh-Werbung, nur unsere nicht?“, sinnierte er, um dann auf das allmähliche Älter-Werden einzugehen. Er selbst ist inzwischen über 50, aber „heutzutage ist man da ja gerade der Pubertät entwachsen“, machte er sich selbst Mut.

Durch die Zwiesprache mit dem Publikum kam das Gespräch auf berühmte Männer mit dem Vornamen Bernd. „Bernd Gersdorff“ kam es prompt aus dem Publikum. Der ehemalige Eintracht- und Nationalspieler ist natürlich den Peinern ein Begriff, Lück sagte der Name nichts. Doch das ließ er nicht auf sich sitzen. Nach der Pause behauptete er, sich jetzt doch an Gersdorff zu erinnern und ratterte dessen Vita samt Jahreszahlen herunter – eine Fülle an Informationen, die er sich offensichtlich binnen kürzester Zeit erlesen und und zumindest kurzzeitig gemerkt hatte.  Respekt.

Lück redete wie ein Wasserfall, reihte Pointe an Pointe, tanzte, schauspielerte in manchen Szenen, schlüpfte in verschiedene Rollen und gab alles. Dennoch wollte bei im Publikum der Funke nicht so recht überspringen.

„Das ist wohl nur etwas, wenn man noch unter 25 ist“, war von einem Herrn zu vernehmen, der in der Pause ging. An Lück lag das nicht. Eher daran, dass in diesem Fall das überwiegend aus Abonnenten bestehende Publikum und der Künstler nicht so recht zusammenpassen wollten.

wos

PAZ-Interview mit Ingolf Lück

„Sie können mir alles glauben....!“

Wenige Minuten nach dem Auftritt im Forum traf sich Ingolf Lück frisch geduscht und noch mit nassem Haar zum Interview mit PAZ-Redakteurin Kerstin Wosnitza.

Herr Lück, wie finden es Ihre Kinder, dass sie Gegenstand Ihres Programms sind?
Mein Sohn ist sechs und weiß das gar nicht. Meine Tochter ist 12 und bekommt da schon mehr mit, sie hat mich auch schon auf der Bühne gesehen. Ich erzähle zwar aus dem Familienalltag, achte aber darauf, dass die Kinder nicht vorgeführt werden. Zum Beispiel gibt es in meinem Programm keine dem Kindermund entnommenen Zitate.

Und wie nehmen Ihre Kinder sie wahr? Kann Ihre Tochter Sie noch ernst nehmen, nachdem sie Sie auf der Bühne gesehen hat?
Ich bin ja auch im Fernsehen präsent, aber das interessiert die Kinder gar nicht, das schauen sie sich nicht an. Auch nicht wenn ich bei der Sesamstraße oder anderen Kindersendungen mitmachen. „Das bist du doch gar nicht, Papa“, sagen sie.

Hat jemand mit Ihrem Beruf überhaupt so etwas wie ein „normales“ Familienleben?
Ja, sicher, aber Normalität sieht bei uns eben ein wenig anders aus. Mein Sohn glaubt, ich sei Pilot, weil er mich so oft mit vom Flughafen abholt. Und wenn ich dann eine Woche oder so weg war und wieder nach Hause komme, muss ich mir meinen Platz in der Familienhierarchie erst wieder erobern. Dann stehe ich erst einmal noch hinter dem Meerschweinchen.

Jetzt weiß ich nicht so recht, ob ich Ihnen das glauben soll...
(Lacht verschmitzt.) Sie können mir alles glauben, ich spreche immer nur die Wahrheit!

Wie viel in Ihrem Programm ist ausgedacht, wie viel ist tatsächlich passiert?
Alles ist so oder so ähnlich mir oder jemandem anderen passiert, zum Beispiel die Elternabende im Waldorf-Kindergarten, die ich auf die Schippe nehme. Wenn ich Köln auftrete, lasse ich diese Passagen übrigens weg. Ich auch da niemanden bloßstellen. Natürlich wird im Programm alles ironisch betrachtet und satirisch übertrieben dargestellt. Aber die Situationen, Sorgen und Wünsche, die ich anspreche, kennt wohl jeder.

Interview: Kerstin Wosnitza

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