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Lili Marleen und die Tränen der Soldaten

Peine Lili Marleen und die Tränen der Soldaten

"Vergesst mir die Musike nicht, das ist eine wichtige Sache für die Soldaten!", mahnte einst Bundeskanzler Konrad Adenauer. Eine davon avancierte ausgerechnet von Nazi-Deutschland aus zur weltweiten Soldaten-Hymne und treibt noch heute hartgesottenen Landsern Tränen in die Augen: Der einst von Lale Andersen bekannt gemachte Millionen-Hit "Lili Marleen". Die Schauspielerin Gilla Cremer präsentierte Lale Andersen in den Peiner Festsälen als ein Ein-Personen-Schauspiel, das man mit Fug und Recht als großartig und bewegend bezeichnen darf.

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„Lili Marleen“: Gilla Cremer verkörperte in den Peiner Festsälen die Sängerin Lale Andersen.

Quelle: cb

Peine. Die Cremer wuselte mimisch so unterhaltsam wie eindringlich und sängerisch sicher durch das Leben der Sängerin aus Ostfriesland: ihren Ausbruch aus Ehe und Familie, das Leben in Berlin, die Liebe zu Rolf Liebermann, dem späteren Intendanten der Hamburgischen Staatsoper, das Werden des "Lili-Liedes", ihr allmähliches Verheddern in die Nazi-Propaganda und die ganz knappe Rettung vor dem KZ.

Grandios ist die Cremer im ständigen Wechsel der Rollen und der Dialoge, sie glänzt besonders in der Szene mit und als Grete Weiser und Marika Rökk während einer Truppenbetreuung: als Lale vom besoffenen Chef der Reichskulturkammer belästigt wird und sich mit der flachen Hand zur Wehr setzt, könnte einem das Herz stehen bleiben.

Bleibt es aber nicht, weil die Cremer keine Ruhe gibt: Geradezu bezwingend und kraftvoll wirkt sie, wenn sie symbolhaft auf aufgetürmten Soldatenmänteln balanciert, subversiv in dunklen Bühnenecken wispert und eine gewaltiger Textlast schulternd mit ihrem kongenial auf Flügel und Akkordeon musizierenden Kollegen Gerd Bellmann durch Lales Künstlerleben ackert. Pfiffig umgeht sie das Verbot der Nazis, das Lili-Lied vor Publikum zu singen, indem sie dies dem Publikum überlässt. Nicht nur die "Generation Silber" im Peiner Parkett stimmt bewegt mit ein und applaudiert sich zum Schluss die Hände wund.

Lale Andersen selbst trat übrigens am 4. September 1947 zweimal in den Peiner Festsälen auf, wie Kulturring-Geschäftsführer Christian Hoffmann recherchiert hatte.

uj

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