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Liga-Aufstieg mit gelbem Schein

Arbeitsgericht Liga-Aufstieg mit gelbem Schein

Sieg auf dem Handball-Spielfeld, Niederlage bei der Ausbildung. Weil er sich für ein wichtiges Spiel hat krank schreiben lassen, verlor ein 18-Jähriger seinen Ausbildungsplatz. Vor dem Braunschweiger Arbeitsgericht erzielte er jetzt zumindest ein Remis.

Braunschweig. Über die Leistungen des jungen Mannes als Auszubildender in einem Hohenhamelner Unternehmen ist wenig bekannt. Wohl aber über seine sportlichen Erfolge: Ein Sieg mit seinem Handball-Team verhalf dem 18-Jährigen zum Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse. Auf diese Nachricht reagierte sein Chef aber mit einer fristlosen Kündigung, denn zur Zeit des Wettkampfs hatte sich der Lehrling arbeitsunfähig gemeldet. Gestern einigten sich beide Parteien vor der 6. Kammer des Arbeitsgerichts Braunschweig auf eine gütliche Beendigung des Ausbildungsverhältnisses.

Für die Hohenhamelner Firma war die Sache eigentlich klar: „Erst hat er für das Turnier Urlaub beantragt. Als der aus betrieblichen Gründen abgelehnt wurde, kam die Krankmeldung“, berichtete ein Vertreter der Firma gestern im Gerichtssaal. Dass der junge Mann daraufhin der Arbeit fernblieb, jedoch ein Handballspiel gewann, schien den Verantwortlichen ein Grund für die fristlose Entlassung. Auf die reagierte der 18-Jährige mit einer Klage.
Es sei durchaus nicht so, dass er seinerzeit den Dienst schwänzen wollte, erklärte der Kläger gestern. Für sein Verhalten gebe es sogar nachvollziehbare Gründe: „Meine Erkrankung war psychischer Natur. Mein Arzt hat mir ausdrücklich geraten, ich solle Sport treiben.“ Das höre sich ganz plausibel an, meinte Richter Lutz Bertram dazu: „Hier geht es ja nicht darum, dass jemand Rückenprobleme hat. Wir kennen auch Fälle von Leuten, die trotz Arbeitsunfähigkeit an Marathonläufen teilgenommen haben. Das war eben deren Therapie.“

Ganz schien das Argument aber nicht zu greifen. „Mein Mandant möchte eigentlich keinen Vergleich“, sagte der Rechtsanwalt des Unternehmens, Martin Römgens. Sein Kollege von der Klägerseite, Ernst Schillmöller, signalisierte aber dennoch Kompromissbereitschaft. Sein Mandant habe einen neuen Ausbildungsplatz. Und angesichts der bevorstehenden Geschäftsaufgabe der Kiefer-Kate sei die Zukunft der Lehrstelle ohnehin ungewiss.

Richter Bertram tat ein Übriges. Er erinnerte daran, dass ohne Einigung die Ärzte des Klägers als Zeugen vernommen werden müssten. Wie das ausgehe, könne er sich vorstellen: „Ich habe noch keinen Mediziner erlebt, der zugibt, dass er einen Patienten aus Gefälligkeit krankgeschrieben hat.“

Schließlich lenkte die Arbeitgeberseite ein. Sie erklärte sich bereit, dem Kläger die noch ausstehende Vergütung zu zahlen und die Ausbildung gütlich zu beenden. Für den 18-Jährigen ist damit ein weiteres juristisches Problem vom Tisch.

Seine Klage hatte er zunächst gegen eine andere Firma des Ex-Chefs gerichtet. Als er den Irrtum bemerkte, war die Frist für die Kündigungsklage eigentlich bereits abgelaufen.

jkr

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