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„Lasst uns singen von der Gnade des Herrn“

St.-Jakobi-Kirche „Lasst uns singen von der Gnade des Herrn“

Faszination Kirchenmusik: Zeitweise bis zum Winkel ging die Warteschlange vor der Kirchentür, so viele Menschen strömten zu Mendelssohns Oratorium „Paulus“ unter der Leitung von Christof Pannes in die St.-Jakobi-Kirche. Nach der wunderbaren Messias-Aufführung im April war es bereits die zweite gelungene Interpretation in der Fuhsestadt.

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Barocke Formenstrenge und romantische Gefühlswärme: Überzeugende Aufführung von Mendelssohns Oratorium „Paulus“ in der Jakobi-Kirche.

Quelle: im

Peine. Die Gefühle gingen tief, der Applaus wollte nicht enden: In bester Form präsentierten sich die St.-Jakobi-Kantorei, das Göttinger Barockorchester, das Solisten-Quartett und der musikalische Leiter Christof Pannes bei der Aufführung von Mendelssohns Oratorium „Paulus“ in der Jakobi-Kirche.

Pannes in seinem Element: Lupenrein sein Paulus, dirigiert mit dieser sehenswerten Präzision, schmunzelnd an den Stellen, die er besonders zu lieben scheint. Er lockt, fordert, bremst und beschleunigt seinen menschlichen Musikapparat, dass neben dem Zuhören auch das Zuschauen Freude macht.

Ob die Ouvertüre, der Choral „Wachet auf“ oder der Schlusschor – Mendelssohn volle Pulle sozusagen, das Orchester hoch motiviert und harmonisch wie ein Herz und eine Seele, wenn sie manchmal aber doch ein bisschen Verdi-Wucht in die Bläser-Parts legen. Aber die langjährige Zusammenarbeit mit der Kantorei (PAZ berichtete) erweist sich längst als äußerst ertragreich, wie sich aus der optimalen Lautmalerei des Werkes ergibt.

Paulus: diese große Figur aus der biblischen Apostelgeschichte, die sich von allerhöchster Stelle vom brutalen Christenverfolger zum grandiosen christlichen Missionar erwecken lässt. Mendelssohn verbindet die übliche barocke Formenstrenge mit romantischer Gefühlswärme und kommt so zu bahnbrechendem Erfolg, der sich auch in St. Jakobi einstellt.

Im Text greifen der bibelfeste Komponist (Mendelssohn war getaufter Jude) und sein Librettist Julius Schubring ausschließlich auf die Heilige Schrift zurück. Und die bietet, gerade im ersten Teil eine zuweilen wilde Dramatik: die vom ehemaligen Saulus verantwortete Steinigung des Diakons Stephanus, das Damaskus-Erlebnis und die Taufe.

Das musikalische Erleben wirkt wie aus einem Guss: besonders die beflügelte, ausdrucksstarke und strahlende Kantorei. Geradezu blutrünstig und grell ihr „Steinigt ihn“ und im Gegensatz dazu lieblich-anmutig beispielsweise „Wie lieblich sind die Boten…“

Untadelig auch die solistischen Leistungen: Heidrun Luchterhand mit souverän gestaltetem Sopran und edlem Schmelz („Lasst uns singen von der Gnade des Herrn“), Henning Kaiser (Tenor) mit prophetischer Durchsetzungskraft. Unterbeschäftigt aber engagiert: Altistin Esther Borghorst. Allen voran Klemens Sander (Bass): edel-lyrisch und glasklar: Seine Parts als Saulus und Paulus gingen unter die Haut.

Aber es war der Abend der Kantorei: sein gefühlig durchwärmtes polyphones Stimmengeflecht krönte das Werk, besonders in den Teilen, wo sich Soli und Chor verflechten. Und wie sie sich nach mehr als zweieinhalb Stunden ohne Abnutzungserscheinungen pulsierend in den Schlusschor werfen: Sagen wir es mit dem Librettisten: „Botschafter an Christi Statt.“

Ulrich Jaschek

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