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Kulturangebot für Migranten: Sind die Flyer unverständlich?

Peine Kulturangebot für Migranten: Sind die Flyer unverständlich?

Peine . Es gibt reichlich Kulturveranstaltungen für Migranten in Peine, die nicht immer gut besucht werden. Mit der Frage nach dem „warum?“, beschäftigt sich der Peiner Wilfried Meyne. Er sagt: „Das liegt einfach daran, dass viele Flyer für solche Angebote in einem akademischem und politischem Bürokratendeutsch geschrieben sind und nur wenige die Aussage dieser verstehen.“

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Wilfried Meyne freut sich über das große Kulturangebot für Migranten, hofft aber auf „leichter verständliches Deutsch“ in den Flyern.

Quelle: rd

Seit 1988 besucht der Peiner türkische Familien, um den Kindern schwerpunktmäßig in deutsch und englisch bis zur zehnten Klasse kostenlosen Nachhilfeunterricht zu geben. „Ich hatte sogar früher etwas Türkisch gelernt“, sagt Meyne.

Doch das Wissen nutzte er bei seinen Schützlingen nur selten, denn „alle meine Schüler, besonders die Realschüler, sprechen ein sehr gutes Deutsch, sind aber schwach im Wortschatz.“ Um diesen zu verbessern hat er gemeinsam mit den Jugendlichen oft Zeitungen gelesen, darunter die Peiner Allgemeine Zeitung und die Daily Mail. Im Peiner Rathaus entdeckte er dann einige Flyer, die für Migranten gedacht sind und entschied sich, diese in seinen Unterricht mit einzubauen. Das Ergebnis: „Nach dem zehnten unverständlichen Wort wurde nicht mehr weitergelesen. Selbst gut deutschsprechende Türken sind mit Worten, die im übertragenen Sinne gebraucht werden, überfordert“, so Meyne.

Der Nachhilfelehrer stolperte über Worte wie Toleranz, Kompetenz, Antisemitismus, Synergien, Multiplikatoren, Bedeutungsträger und viele weitere. „Was sollen denn die Migranten mit dem Wort Integrationslotse anfangen? Kann man denn nicht verständliche Worte nehmen, beispielsweise Integrationshelfer für Behördengänge oder ähnliches?“, fragt Meyne empört.

In Eigenregie befragte er Freunde, Bekannte, Lehrer, Richter, Pädagogen und Sozialarbeiter, ob sie die Wortwahl für angemessen hielten und wurde bestätigt: Die Flyer seien unverständlich. So richtete er ein Schreiben an das Berliner Ministerium, das aber die Anregungen von Meyne abwies.

Jetzt hofft er, dass wenigstens auf der Kreisebene die Stilmittel überdacht werden. „Ich würde natürlich jederzeit helfen“, sagt er.

rd

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