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Kult-Rockband Jane tritt in Gadenstedt auf - mit dem kranken Werner Nadolny

Peine Kult-Rockband Jane tritt in Gadenstedt auf - mit dem kranken Werner Nadolny

Kreis Peine. In der 1970er-Jahren feierte die Krautrock-Band Jane große Erfolge, verkaufte Hunderttausende Schallplatten. Ihr Mitbegründer Werner Nadolny aus Hannover hat seit 30 Jahren Multiple Sklerose, bisher hatte er die Krankheit gut im Griff. Jetzt sitzt der Rocker im Rollstuhl - unterkriegen lässt er sich aber nicht. Zusammen mit seinem Band-Kollegen Rolf Vatteroth, der in Schwicheldt bei Peine wohnt, tritt er am 1. November im „Black Hand Inn“ Gadenstedt auf.

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Hannover, Werner Nadolny, Jane-Gründer sitz wegen Multipler Sklerose im Rollstuhl, veröffentlicht trozdem ein neues Album.

Quelle: Frank Wilde

Seine Augen tanzen, sein Lächeln ist herzlich. Werner Nadolny (67) schäkert mit der Pflegerin, die seinen Rollstuhl schiebt. Krank ist nur sein Körper, sein Geist ist so fit und lebendig wie in den 1970ern, als er mit seiner Band Jane Musikgeschichte schrieb. „Herumsitzen ist für mich das Schlimmste“, erzählt Nadolny, der aus der Not das Beste macht - „ich komponiere im Moment viel.“

Der Mann sprudelt über vor Projekten, Plänen, Zukunftsvisionen. Erst vor wenigen Tagen präsentierte er die neue CD „The Journey II“. Und im November der Auftritt in Gadenstedt. Wie das geht? „Wir heben ihn auf die Bühne“, sagt Bassist Rolf Vatteroth (67) und lacht. „Live - das ist das einzig Wahre!“, schwärmt Nadolny. Seine Stimme strotzt vor Energie und Lebensfreude. Und man vergisst, dass er im Rollstuhl sitzt. Sein halbes Leben kämpft er bereits mit dieser Krankheit, kapituliert hat er nie. „Ich war erst 33 Jahre alt, als ich die Diagnose bekam, ich hatte Angst, dass jetzt mein Leben zu Ende ist“, war es aber nicht.

Der Krautrocker ist ein empathischer Mensch, mit Sinn für Naturkräfte und alternative Heilmethoden. Darüber mag man lächeln, er betont: „Ich habe meine eigene, universelle Philosophie.“ Statt Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll gab es für ihn Numerologie, Esoterik und Rock ’n’ Roll. „Ich habe meine Heilkräfte aktiviert“, sagt er über 30 fast beschwerdefreie Jahre. Ein „Heiler“ in Süddeutschland spielte dabei eine Rolle. Seine Erfahrungen aber auch: „Ich durfte in meiner Karriere Türen aufmachen und Dinge sehen, die mir unendlich viel Kraft gegeben haben.“

Die Wende kam vor zwei Jahren. Damals brauchte Nadolny nur einen Stock zum Gehen, doch er stürzte, brach sich den Fuß und fing sich in der Klinik einen Keim ein - nach vier Monaten im Krankenbett brauchte er den Rollstuhl. Auch die rechte Hand, mit der ein Keyboarder die Melodie spielt, versagt den Dienst. „Ich lenke die Kraft eben in die linke“, sagt Nadolny mit unverwüstlichem Optimismus, „die Musik hält mich am Leben.“

Krisen können ihn nicht erschüttern, dafür war Jane eine zu rasante Achterbahnfahrt. „Bei uns gingen mehr Leute rein und raus als in der U-Bahn“, gibt er selber zu. Musiker stiegen ein, stiegen wieder aus, auch Nadolny konzentrierte sich zwischendurch auf sein Projekt Lady (zusammen mit dem späteren Scorpions-Gitarristen Matthias Jabs, 58). Er kehrte zurück, lag im Clinch mit Gitarrist Klaus Hess („mein Todfeind“) und trug Konflikte mit Sänger Peter Panka († 59) aus. „Er war der Jane-Macher“, sagt Nadolny über den 2007 verstorbenen Musiker, der sein „guter Freund“ war. Trotzdem: Zwischen den vielen zerstrittenen Bandmitgliedern gab es heftige Grabenkämpfe. Denn Jane ist eine Legende - der Name so wertvoll, dass 1994 sogar das Landgericht über die Nutzung des Titels entscheiden musste.

Seit 2010 gibt es Werner Nadolnys Jane. Und es soll die Band noch lange geben. Im September geht Nadolny in eine Klinik und setzt alle Hoffnung auf eine neue Behandlungsmethode mit Kortison. „Ich kann bald wieder laufen“, glaubt er. Schließlich hat er Pläne - eine Rock-Revue, die CD „The Journey III“, weitere Konzerte. „Ich bin ein Kämpfer“, sagt Nadolny.

  • Am 1. November gibt Werner Nadolnys Jane ein Konzert im „Black Hand Inn“ in Gadenstedt (Am Thie 8).
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