Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kreishaus-Anbau droht zu scheitern

Kreis Peine Kreishaus-Anbau droht zu scheitern

Kreis Peine. Der Neubau am Peiner Kreishaus droht zu scheitern: Im Februar hat die Kreisverwaltung bei der Stadt Peine den Bauantrag eingereicht - und bis heute keine Antwort erhalten. Offenbar gibt es Probleme mit dem Denkmalschutz.

Voriger Artikel
Gymnasiasten gewinnen Bonhoeffer-Preis
Nächster Artikel
Verträge mit Edeka und Rossmann sind fix

„Wir haben den Bauantrag am 6. Februar gestellt, das ist 33 Wochen oder mehr als 230 Tage her“, sagte Kreis-Baurat Wolfgang Gemba, dessen Zuversicht, den Auftrag des Kreistags umsetzen zu können, mittlerweile schwindet. Der Neubau für vier Millionen Euro war notwendig geworden, nachdem das alte Kreistagsgebäude bei einem Brandanschlag schwer beschädigt worden war und abgerissen werden musste (siehe Info).

„Dabei haben wir riesige Probleme, die Mitarbeiter unterzubringen“, sagte Gemba. Seit 2011 sind Teile des Jobcenters in Container am Pulverturmwall ausgelagert. Auch an der Feuerwehrtechnischen Zentrale stehen Büro-Container des Landkreises.

Hintergrund der langen Bearbeitungszeit sind laut Gemba Probleme mit dem Denkmalschutz. „Der Neubau am Kreishaus würde den Blick auf das Ensemble auf dem Schlossberg versperren“, hieße es in einer Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalschutz. Dabei habe der Kreis ja sogar den ersten Entwurf des Neubaus der auf dem Schlossberg verworfen, weil dort das Ensemble der Gebäude nicht gestört werden sollte. „Wir sind verpflichtet, nach Alternativen zu suchen, das haben wir getan“, sagte Gemba und verwies auf ein Bodengutachten, das der Landkreis in Auftrag gegeben hatte.

Demnach fanden sich am geplanten Standort für den Neubau keine archäologischen Besonderheiten. Allerdings stieß die Bohrung bei rund sieben Metern Tiefe auf Sand. „Vermutlich ist die Burg auf einer Sandinsel gebaut worden“, sagte Gemba. Eine weitere Alternative für den Neubau wäre als Anbau an die Kreishaus-Kantine, aufgestockt, damit vom Landkreis-Parkplatz nichts verloren geht. „Da der Untergrund dort sehr morastig ist, müssten wir den Bau besonders tief gründen“, erklärte Gemba.

Eine Tatsache, die den Anbau um 1,2 bis zwei Millionen Euro teurer machen würde. Gemba sagte: „Damit wäre der Neubau nicht mehr wirtschaftlich.“

pif

Brandanschlag aufs Kreishaus

Ein Rückblick auf die Geschehnisse am 31. Januar 2011: Kurz nach 6?Uhr morgens schlugen Flammen aus der Ausländerbehörde im Nebengebäude des Kreishauses, in dem auch der Sitzungssaal für den Kreistag untergebracht war. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Bei dem Feuer hatten sich aber gefährliche Dämpfe entwickelt, die sich im Gebäude absetzten. Deshalb durfte das Haus bis zum Abriss nicht mehr betreten werden. Die Flammen hatten etwa eine Stunde unentdeckt gewütet. Die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen wegen Brandstiftung auf. Fest steht, dass in jener Nacht Einbrecher im Gebäude waren. Bei dem Feuer wurden zahlreiche Akten der Ausländerbehörde vernichtet. Obwohl die Polizei viele Spuren verfolgte, hat sie bis heute den entscheidenden Hinweis auf die Täter nicht bekommen.

pif

Planungen für den Kreishaus-Anbau laufen seit vier Jahren

Kreis Peine. Seit mehr als vier Jahren dauert das Verfahren schon, einen Neubau an das Peiner Kreishaus auf dem Schlossberg zu setzen. Nach einem Brandanschlag im Januar 2011 stand schnell fest: Eine Sanierung lohnt sich nicht mehr. Diese Kosten-Nutzen-Rechnung hatte Kreisbaurat Wolfgang Gemba bereits im April 2011 aufgestellt und zunächst heftige Kritik einstecken müssen. Schließlich beauftragte der Kreistag die Verwaltung jedoch mit dem Neubau. Im Mai 2012 gingen die Planungen für den Neubau in die heiße Phase. Der Entwurf sah vor, direkt auf den Grundriss des ehemaligen Kreistagsgebäudes den Neubau zu errichten. Ein Bodengutachten wurde in Auftrag gegeben und das Konzept der Politik vorgestellt. Im Dezember 2012 stimmte sich die Kreisverwaltung mit der Stadt ab und stellte den Vorentwurf vor. Im Februar 2013 beschäftigte sich erneut der Kreis-Ausschuss mit dem Neubau und legte fest, dass der Auftrag als Eigenbau umzusetzen ist. Zwei Monate später gab es einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt, dem Vorentwurf in der Folge zustimmten. Im Oktober 2013 bremste das Land Niedersachsen das Bauvorhaben aber aus. Der Grund: Die Abstände zu den bestehenden Gebäuden auf dem Schlossberg seien zu eng. Das Gebäude-Ensemble rund um das Amtsgericht ist Eigentum des Landes. Zwischen Dezember 2013 und Februar 2014 fiel das alte, beschädigte Kreistagsgebäude der Abrissbirne zum Opfer. Nachdem klar wurde, wie schön der Anblick auf das Amtsgerichts-Ensemble ist, entstand im Kreishaus die Idee, den bisherigen Plan fallen zu lassen und einen alternativen Standort zu suchen. Der Entwurf, den Neubau an de Böschung zu errichten, wurde der Politik im April 2014 vorgestellt. Am 6.?Februar stellte der Kreis den Bauantrag. Am 16.?Juni trafen sich Vertreter der Stadt und des Landkreises bei Bürgermeister Michael Kessler. Dort forderte Landrat Franz Einhaus die umgehende Bearbeitung des Baugesuchs.

pif

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung