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Kreisfusion: Landrat Franz Einhaus (SPD) warb in Hildesheim für den Landkreis Peine

Kreis Peine / Hohegeiß Kreisfusion: Landrat Franz Einhaus (SPD) warb in Hildesheim für den Landkreis Peine

Kreis Peine / Hohegeiß. Die anstehenden Fusionsgespräche auf Kreisebene werfen ihre Schatten voraus – und vieles deutet auf Hildesheim als künftigen Partner Peines hin: Landrat Franz Einhaus stellte beim Treffen mit seinem Amtskollegen Reiner Wegner (beide SPD) und den Bürgermeistern des Kreises Hildesheim in Hohegeiß den Landkreis Peine vor, „warb“ für ihn und sprach dabei auch die anderen Fusions-Optionen an, die Peine hat.

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Landräte unter sich: Reiner Wegner (l.) überreicht Franz Einhaus (beide SPD) Ansichten aus dem Landkreis Hildesheim.

Quelle: Veit

Und die sind nicht üppig: Denn dass weder Braunschweig noch Hannover als Partner infrage kommen, hat Einhaus längst gesagt. Peines Erster Kreisrat Henning Heiß bestätigte: „Hildesheim ist derzeit ein veritabler Partner, Salzgitter kommt noch infrage, aber die Salzgitteraner sind in Wartestellung und müssen sich erst bekennen, ob sie kreisfrei bleiben wollen oder nicht. Das haben sie bisher nicht getan.“

Bevor aber tatsächlich Hochzeit zwischen Peine und Hildesheim gefeiert werden könne, müsse viel Arbeit geleistet werden – und die Politik müsse die Weichen stellen. Heiß betonte: „Fest steht, dass jetzt die Arbeit erst beginnt, denn es muss ganz genau berechnet werden, ob sich eine Fusion für die künftigen Partner lohnt.“ Den Fahrplan stellt sich Heiß so vor: Wenn die Politik den Startschuss für konkrete Gespräche gebe, werde eine Arbeitsgruppe gebildet, die aus je vier Verwaltungsfachleuten besteht. Heiß hofft, dass der Start bereits in der kommenden Sitzung des nicht-öffentlich tagenden Kreis-Ausschusses beschlossen wird. Das Gremium tagt am Mittwoch, 29.Januar.

Heiß sagte: „Geleitet wird die Arbeitsgruppe dann wahrscheinlich von meinem Kollegen Olaf Levonen, dem Ersten Kreisrat in Hildesheim, und mir.“ Die Experten sollen sich aus den Bereichen Personal, Finanzen, Organisation und Kommunalaufsicht rekrutieren. Besonders schwierig könnte ein Zusammenführen der Jobcenter werden, die Einrichtung in Peine wird in Eigenregie und die in Hildesheim in Zusammenarbeit mit Agentur für Arbeit unterhalten. „Für dieses Thema werden wir uns weiteren Expertenrat in die Runde holen“, sagte Heiß. Weiterer Knackpunkt werde die Höhe der Kreisumlage, die in Hildesheim 55Prozent und in Peine 58,1Prozent beträgt. Die künftige Höhe hänge von den Aufgaben ab, die die künftige Verwaltung übernehme, so Heiß.

pif

Peine und Hildesheim im Vergleich

Der Landkreis Peine umfasst 534,86 Quadratkilometer. Die Stadt Peine ist die größte Kommune mit 48.376 Einwohnern und einer Fläche von 119,65 Quadratkilometern. Im Landkreis Peine, der 1885 gegründet worden ist, leben 129.990 Menschen. Der nördliche Teil des Landkreises war ein Teil des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg und gehörte zur Gografschaft Edemissen des Amtes Meinersen. Der südliche Teil gehörte seit dem Mittelalter zum Hochstift Hildesheim. Dieses fiel 1803 dem Königreich Preußen zu, 1814 dann dem neuen Königreich Hannover.

Der Landkreis Hildesheim hat eine Fläche von 1205,76 Quadratkilometern und zählt rund 280.000 Einwohner. Neben der Großstadt Hildesheim mit rund 100.000 Einwohnern gibt es die Städte Alfeld, Bad Salzdetfurth, Bockenem, Elze, Gronau und Sarstedt. Der Landkreis wurde im Zuge der Kreisreform 1974 durch Zusammenlegung der kreisfreien Stadt Hildesheim mit den Landkreisen Alfeld und Hildesheim-Marienburg gegründet. Letzterer war 1946 durch Zusammenlegung des Altkreises Hildesheim mit dem Kreis Marienburg entstanden.

pif

Kommentar

Alles deutet auf Hildesheim als künftigen Partner hin

Alles deutet auf Hildesheim als künftigen Partner des Landkreises Peine hin. Während die Peiner noch vorsichtig vorgehen, weil sie in Salzgitter einen weiteren potenziellen Partner sehen (oder möglicherweise als Ass im Ärmel) sehen wollen, sind die Hildesheimer offener und blicken – vielleicht mangels Alternativen – ausschließlich in Richtung Peine. Doch auch die Peiner senden eindeutige Zeichen zurück in die Rosenstadt, wie Landrat Franz Einhaus (SPD) jetzt beim Treffen der Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter in Hohegeiß im Hildesheimer Land.

Also Hildesheim. Das hat sich abgezeichnet und scheint nun die wahrscheinlichste Variante. Dabei steht eines fest: Als kleinster Landkreis in Niedersachsen wird es Peine im Alleingang in den kommenden Jahren immer schwerer haben und droht zwischen den Zentren Hannover und Braunschweig zerdrückt zu werden. Ein Anschluss in die eine oder andere Richtung ist keine Alternative. Denn Peine würde seine Identität verlieren.

Die Peiner brauchen einen starken Partner, aber keinen, der erdrückend wirkt. Wichtig sind dabei die Perspektiven, die den Menschen aufgezeigt werden. Vor allem die schlechte Anbindung an Hildesheim als einer der offensichtlichsten Nachteile bereitet vielen Bauchschmerzen. Es gibt ja nicht einmal eine direkte Zugverbindung und die Landstraßen bieten – vor allem in der Rübenkampagne – nicht immer freie Fahrt. Da ist es wichtig, dass den Menschen weiter kurze Wege zur Verwaltung garantiert werden – nur dann kann eine Fusion Akzeptanz finden und funktionieren.

Thorsten Pifan

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