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Kreative Interpretation der Blechtrommel

Peine Kreative Interpretation der Blechtrommel

Peine. Im April diesen Jahres hatte die deutschsprachige Literaturszene einen großen Verlust zu betrauern: Literaturnobelpreisträger Günter Grass starb im Alter von 87 Jahren. Sein 1959 erschienener Roman „Die Blechtrommel“ gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Nachkriegsliteratur.

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Klassiker auf der Bühne: Mit der Blechtrommel gab es am Freitag erstklassige Schauspielkunst in den Festsälen.

Quelle: ds

Der historische Roman zählt, nicht zuletzt wegen der berühmten Verfilmung 1979 längst zu den Klassikern. Von der jüngsten, eindrucksvollen Produktion des Euro-Studio Landgraf unter der Regie von Volkmar Kamm konnten sich Literaturbegeisterte am Freitagd in den Peiner Festsälen überzeugen.

Wunderbar kreativ und doch erstaunlich originalgetreu erlebten die Peiner die Geschichte um Oskar Matzerath (Raphael Grosch), der im Alter von drei Jahren mit Erhalt seiner ersten Blechtrommel beschloss, nicht mehr zu wachsen und sich kurzerhand gezielt die Kellertreppe hinunterstürzte, sodass er fortan als kleinwüchsiger Egoist seine Kindheit in Gesellschaft seiner gutbürgerlichen, jedoch pädagogisch fragwürdigen Familie in Danzig bestreiten sollte.

Unüberhörbar laut setzte der penetrante Dickkopf sein Instrument zur Verständigung ein, wann immer ihm etwas gegen den Strich ging. In Kombination mit seinem Talent, einzig mit seiner grellen Stimme gezielt Glas zum Bersten zu bringen, bemerkte er schnell, dass er ungehindert seiner Größe zu großem Erfolg und Durchsetzungsfähigkeit im Stande ist. Im Früherwachsenenalter, zu Beginn des zweiten Weltkrieges, begrub der inzwischen normal große Oskar seine Blechtrommel und begann seine Künstlerlaufbahn beim Fronttheater seines alten Meisters Bebra (Melina Schöfer), versuchte sich dort als Steinmetz, Aktmodell und Schlagzeuger. Eindrucksvoll und unverblümt ließ Schauspieler Grosch die Zuschauer an dem Leben Oskars teilhaben, versteckte sich dabei unter so manchem Rock, zeigte viel nackte Haut und meisterte mit gezielten Körperhaltungen den Spagat zwischen Kind, Erwachsenem und Erzähler.

Fazit: Hochkarätige Schauspielkunst - die 9 Schauspieler verkörperten insgesamt 17 Rollen - gepaart mit dem multifunktionalem Bühnenbild und geschickt eingesetzten theatralen Stilmitteln zauberten dem Publikum einen kulturellen Literaturabend auf hohem Niveau.

ds

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