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Kranzniederlegung am jüdischen Mahnmal

Peine Kranzniederlegung am jüdischen Mahnmal

Peine. Zum Gedenken an die Opfer der Nazis in der Pogromnacht am 9. November 1938 versammelten sich am gestrigen Montag Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche sowie rund 100 Schüler am jüdischen Mahnmal an der Hans-Marburger-Straße. Dort stand einst die Peiner Synagoge.

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Am Mahnmal: Gestern legten Vertreter der Stadt und aus der Politik Kränze nieder.

Bürgermeister Michael Kessler sagte: „Wir legen Kränze nieder und halten Reden, um die Erinnerung wach zu halten in der Hoffnung, dass sich so etwas nie mehr ereignet.“ Er stellte aber auch kritische Fragen, etwa wie es um das heutige Verhältnis zwischen Juden und Deutschen steht oder wie die junge Generation denkt. Gibt es so etwas wie Normalität?

Darauf gab Kessler gleich selbst eine Antwort: „Wenn ich in Berlin meine Tochter besuche, so komme ich an Orten vorbei, die von Polizeibeamten bewacht werden. Man glaubt offenbar, dass diese Stätten nicht sicher sind, nicht sicher vor Anschlägen. Das stimmt mich traurig, denn das ist nicht normal.“

Weiter erzählte er von den vielen jungen Juden, die heute nach Deutschland, speziell nach Berlin kommen, weil sie mit den Verhältnissen zu Hause nicht zufrieden sind. Aber wohl auch, weil „Berlin Kult ist und ein Anziehungspunkt für die Jugend der Welt geworden ist. Eine Metropole der Toleranz, der Ideen und des friedlichen Miteinanders. Wenigstens da ist ein Stück Normalität im Verhältnis von Juden und Deutschen eingetreten - was vor Jahren noch nicht denkbar war,“ so Kessler

Zum Ende seiner Rede beleuchtete der Bürgermeister die Entwicklung zur Normalität noch von einer anderen Seite: „Ich möchte gerne frei sein, auch an Juden, etwa an der jüdischen Regierung, Kritik üben zu dürfen. Kritik, die nicht mit dem Totschlagargument verworfen wird, dass wir Deutschen keinerlei Recht hätten, nach allem, was wir den Juden angetan haben, Kritik zu üben. Das Vorgehen der deutschen Regierung gegenüber Israel - kein Wörtchen zu viel - halte ich für falsch. Auf dem Weg zur Normalität, den wir beschreiten sollten, müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen und dazu gehört auch die beiderseitige Kritik.“

Als Rednerin war eigentlich auch Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Braunschweig, vorgesehen. Sie steckte allerdings in einem Stau fest.

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