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„Kopfsalat“: Matthias Brodowy im Peiner Forum

Peine „Kopfsalat“: Matthias Brodowy im Peiner Forum

Peine. Schwarzer Anzug, rote Schuhe, Knautschgesicht und ein Sprechtempo, bei dem manchem Zuhörer ganz schwindelig wurde - Kabarettist Matthias Brodowy gastierte in Peine mit seinem Programm „Kopfsalat“.

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Trat im Peiner Forum auf: Kabarettist Matthias Brodowy.

Quelle: ISABELL MASSEL

Der „Vertreter für gehobenen Blödsinn“, wie er sich selbst bezeichnet, holte im voll besetzten Peiner Forum zum Rundumschlag in Sachen Lebensrealität aus. Das Publikum ging mit dem Kabarettisten auf eine gut zweistündige Reise, die in seiner Kindheit zwischen orange-braunen Blümchentapeten in den 1970er-Jahren begann. Dabei amüsierte es sich prächtig.

Brodowy ist ein vielschichtiger Künstler, der das Leben und die Menschen um sich herum genau beobachtet. Niveauvoll, sprachlich ausgefeilt und mit Sinn für die richtige Mimik ließ er dem Publikum kaum Zeit zum Luftholen. Ohne den Zeigefinger zu sehr zu erheben, legte er oft gleich die ganze Hand an die Stellen, wo es richtig weh tut. Ob aktuelle Politik oder das Zeitgeschehen rund um Berliner Flughafen, Fifa oder Bildungssituation - er hatte dazu etwas zu sagen. Vordergründig rührte dies zu Lachtränen, trotzdem die Realität eher traurig scheint. Das Publikum verstand sowohl die lauten drastischen Anprangerungen, als auch die leisen hintersinnigen Töne.

Spontaner Zwischenapplaus belohnte manche Pointe. „Wir sollten uns wieder mehr der Menschlichkeit zuwenden, dann ist auch unsere Lebensqualität nicht in Gefahr“, ist Brodowy völlig anderer Meinung als die Politik, die die Lebensqualität beispielsweise durch fehlende Bildungskompetenz im MINT-Bereich gefährdet sähe, wie er im Interview mit der Bildungsministerin heraushörte.

Der „Beinahe-Lehrer für Deutsch, Geschichte und katholische Religion“ konnte seine Ausbildung glücklicherweise nicht verhehlen. In einem rasanten Ritt durch die Geschichte hatte Brodowy gleich mehrere Vorschläge parat, wie es hätte besser laufen können, wäre er die jeweils entscheidende Person gewesen: Als Einstein beispielsweise, hätte er „die Sache mit dem Atom ganz schnell vergessen“. Der tolle Musiker gab auch im zweiten Teil alles - allerdings leiser, bissiger.

Er appellierte an die Zuschauer, sich „nicht von den Meckerern, Nörglern, Grantlern und Pessimisten das Leben versauen zu lassen“. Dagegen müsse man humoristischen Blödsinn setzen. Jeder solle träumen, jeder solle Blödsinn machen - das hebe die Lebensqualität, ist sich Brodowy sicher. „Die Welt ist wunderschön“, zitierte er schließlich seine Tochter und bekam lang anhaltenden Applaus. Dass er auch hervorragend Witze erzählen kann, bewies er in seiner Zugabe.

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