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Kompromiss: Die Kündigung

Arbeitsgericht Braunschweig Kompromiss: Die Kündigung

Darf er wieder ans Steuer eines Dienstfahrzeugs? Diese Frage beschäftigt einen Mitarbeiter des Zweckverbands Wirtschaftsbetriebe Lahstedt-Ilsede so sehr, dass er deshalb vor das Arbeitsgericht Braunschweig zog. Eine endgültige Antwort gab es für den Mann aber trotz eines Verhandlungstermins gestern noch nicht.

Den 62-Jährigen wurmt ein nach zwei Unfällen verfügtes Lenkverbot für die Baufahrzeuge und Streuwagen des Verbands gewaltig. Schließlich ist er auf dem Bauhof so etwas wie ein Urgestein. „Seit 48 Jahren gehöre ich dem Betrieb an. Seit 40 Jahren habe ich den Führerschein Klasse 2“, betonte er nicht ohne Stolz.

Einer der ihm vorgeworfenen Unfälle gehe zudem gar nicht auf seine Kappe, erklärte der 62-Jährige temperamentvoll. Zwar habe er auf dem Betriebshof beim Rückwärtsfahren ein parkendes Auto gerammt. Dafür seien aber nicht, wie behauptet, beschlagene Außenspiegel, sondern plötzlich auftretendes Glatteis verantwortlich.

Die Arbeitgeberseite hat dennoch Bedenken dagegen, dem langjährigen Mitarbeiter wieder einen Platz auf dem Fahrersitz einnehmen zu lassen. Es habe „Hinweise von anderen Beschäftigten“ gegeben, deutete Geschäftsführer Michael Grabsch in der Verhandlung an. Dabei sei um „die ziemlich unsichere Fahrweise“ des Mannes gegangen. Das allerdings verwiesen der Kläger und sein Anwalt Wilfried Ganz ins Reich der Gerüchte.

Auch müsse man bedenken, dass viele der verbandseigenen Fahrzeuge nicht einfach zu bedienen seien, sagte Grabsch weiter. Die Spanne reiche immerhin „von etwas größer als ein Auto bis zum Zwölftonner“.

Trotz ihrer ziemlich weit auseinander liegenden Ansichten zum Thema zeigten beide Parteien den Willen zur Verständigung. Vielleicht komme ja eine Altersteilzeit-Regelung in Betracht meinten Ganz und sein von der Gegenseite beauftragter Kollege Siegfried Hahn zunächst. Das aber lehnte der Kläger aus finanziellen Gründen ab. „Das Einkommen meines Mandanten ist auch jetzt schon recht überschaubar“, begründete Ganz die Entscheidung und präsentierte eine andere Alternative.

Bei einer korrekten arbeitgeberseitigen Kündigung habe der 62-Jährige Anspruch auf volles Arbeitslosengeld bis zum Eintritt in den Ruhestand. Fast wichtiger sei seinem Mandanten aber die Aufhebung des Fahrverbots zumindest für kleinere Vehikel, damit der Mann vor seinen Kollegen und vor sich selbst bestehen könne. Bislang gelingt ihm das offenbar nicht. Wegen seinem mit dem Fahrverbot zusammenhängenden psychischen Programm ist er seit Monaten arbeitsunfähig.

Über diese Variante wollen die Parteien außerhalb des Gerichtssaals beraten. Eine weitere Verhandlung findet nur statt, wenn sie sich nicht einigen.

jkr

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