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Kompositionen und Interpretationen fügten sich ein in den Kirchen-Raum

Peine Kompositionen und Interpretationen fügten sich ein in den Kirchen-Raum

Peine. Sind sie eigentlich noch Gäste hier in St. Jakobi - oder ist dieser Ort in den vergangenen 20 Jahren bei ihren annähernd 50 Konzerten für sie längst zu einer Heimstatt geworden?

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Zu Hause: in den vergangenen 20 Jahren gab das Göttinger Barock-Orchester gut 50 Konzerte in St. Jakobi. Jetzt brillierte es unter dem Dirigenten Benjamin-Gunnar Cohrs.

In selten wahrge-nommenem Einklang fügten sich auch alle Kompositionen des Programms und der Charakter ihrer hörbaren Interpretationen ganz und gar ein in den Raum dieser im neugotischen Stil erbauten und so herrlich renovierten Kirche: In der Tat, hier finden die Instrumentalisten einmal mehr ihr klangliches und persönliches Zuhause!

Während des zweistündigen Konzertes, einer Weltpremiere, konnte man in der vollbesetzten Kirche fortwährend diese doppelt beglückende Kongruenz spüren: Das ausschließlich mit Streichern besetzte Göttinger Barock-Orchester in seinen durch die Darm-Saiten authentisch geprägten Klangbildern optimierte diese mittels des Kirchenraumes, der eine wohltuende Klangfülle, Brillanz und Durchsichtigkeit förderte.

Ein vorbildliches, äußerst informativ konzipiertes Programmheft wies aus, dass nicht nur alle Komponisten die vorletzte Jahrhundertwende verband, sondern dass Dirigent Benjamin-Gunnar Cohrs alle Werke durch seine spielpraktischen Neueinrichtungen beziehungsweise Bearbeitungen für sein Orchester arrangiert hat. In seinem Dirigat legte er gleichermaßen Wert auf rhythmische Präzision wie auf die Phrasenspannung ausladender Bögen; scharfe Akzentuierungen verliehen den kantilenenhaften Melodien oft eine spannende Kontrapunktik, die das Orchester in all seinen Fraktionen glänzend umsetzte. Selbst Melodieführungen der Violen (in Ottorino Respighis Suite Nr. 3 in G) oder der Celli (bei Edvard Griegs „Hjertesar“) erhoben sich plastisch über den Gesamtklang und kreierten immer eine strukturdienliche Dreidimensionalität.

Nicht nur spieltechnisch brillierte das Orchester: Kraftvolle Dreifach-Abstriche in Respighis „Passacaglia“, perlende Passagen in Bruckners Scherzo g-moll und effektvolle Springbogen-Motivik in Edward Elgars „Frühlings-Song“ begeisterten, und all dies fabelhaft ergänzt durch ein faszinierendes Flageolett-Spiel des Konzertmeisters Hans-Henning Vater in der Hommage von Maurice Ravel an Gabriel Fauré. Auch musikalisch gab das Orchester eine bestmögliche Visitenkarte ab: Harmonierückungen im ansatzlosen Pianissimo (bei Anton Bruckner) trugen ebenso dazu bei wie schwebend und spannend ausmusizierte Nonenakkorde (bei Frederick Delius), wobei die Lichtpunkte gebildet wurden von den wehmütigen, nordisch-leidenschaftlich geprägten Klangbildern Edvard Griegs und den thematischen, kanonisch wandernden Steigerungsketten im Finale der St. Paul‘s Suite von Gustav Holst.

Das Publikum forderte dann auch eine Zugabe, die mit tänzerischem Spaß und schmunzelnder Finesse ein nachklingendes Ausru-fungszeichen setzte und die Vorfreude steigerte: „Auf Wiederhören, ihr Göttinger, am 18. September mit Händel und am 19. Dezember mit Bach - in dieser eurer Kirche!“

Von Helmut Lange

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