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Klinik-Chefs protestieren gegen Krankenhaus-Finanzierung

Peine Klinik-Chefs protestieren gegen Krankenhaus-Finanzierung

Peine. Die Leiter der Krankenhäuser von Harz bis Heide gehen auf die Barrikaden: Im Klinikum in Wolfsburg unterzeichneten gestern zwölf von 15 Klinik-Chefs eine Petition und forderten eine Reform der Finanzierung. Mit dabei war Arturo Junge, geschäftsführender Direktor des Klinikums Peine. Tenor: "Schluss mit der jahrelangen Unterfinanzierung." Jetzt sei die Politik gefordert - in Land und Bund.

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Arturo Junge (rechts am Tisch) setzt seine Unterschrift unter die Protestnote der Krankenhäusern in der Region zwischen Harz und Heide.

Quelle: Manfred Hensel

Junge brachte es auf den Punkt: „Wir haben in Peine seit 2007 rund 2000Patienten mehr betreut, diese Leistungssteigerung ist aber nicht adäquat bezahlt worden.“ Denn das Budget ist gedeckelt, es darf nicht mehr als zwei Prozent pro Jahr steigen. Dabei bewege sich die Krankenhausfinanzierung im Hamsterrad: „Je mehr Leistungen wir erbringen, desto mehr Rabatte müssen wir den Krankenkassen laut Gesetz einräumen.“ Er sieht die Patientenversorgung akut in Gefahr.

Wolfsburgs Klinikchef Wilken Köster sagte: „Dass so viele Kollegen erschienen sind, zeigt die Bedeutung der Kampagne ,Krankenhäuser in Not‘.“ Unabhängig vom Träger sind sich Geschäftsführungen von kommunalen, privaten und gemeinnützigen Kliniken einig: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.

Junge ergänzte: „Es ist beschämend, welchen Stellenwert die Gesundheit der Bevölkerung für unsere Politik hat. Wir Krankenhäuser sind Motor für Beschäftigung und Wachstum und werden durch eine unzureichende Finanzierung unserer Leistungen im Stich gelassen.“

pif/amü

Hintergrund

Zwölf Krankenhäuser aus der Region vom Harz bis zur Heide haben sich gestern zusammengeschlossen, um gegen die aktuelle Krankenhaus-Finanzierung zu protestieren. Mit dabei ist auch das Klinikum Peine. Die Kernforderungen:

♦ Schluss mit der Unterfinanzierung: Während die Krankenhäuser von 2008 bis 2012 ihre Einnahmen nur um 8,6 Prozent steigern durften, stiegen allein die Kosten für Personal um 14,9 Prozent.

♦ Anhebung der Patientenvergütung auf Bundesdurchschnitt: Die Krankenhäuser in Niedersachsen erhielten im Schnitt für die Behandlung eines Patienten 58 Euro weniger als der Schnitt der Krankenhäuser in Deutschland. Bezogen auf die alten Bundesländer seien es sogar 83 Prozent.

♦ Ausreichende und flächendeckende Versorgung sichern: Die Bettenversorgung in Niedersachsen liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. 2011 lag die Zahl der Betten bezogen auf 10000 Einwohner um acht Betten unter dem Bundesschnitt.

pif

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