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Klares „Nein“ zu Haupt- und Realschulen

Peine Klares „Nein“ zu Haupt- und Realschulen

Kreis Peine. Keine Zukunft haben Haupt- und Realschulen im Landkreis Peine. Das geht aus der neuesten Umfrage zur Schulentwicklungsplanung hervor, die der Landkreis bei der Projektgruppe Bildung und Region in Auftrag gegeben hat.

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Muss sich keine Sorge um seine Zukunft machen: Das Gymnasium am Silberkamp ist bei den im Auftrag des Landkreises befragten Peiner Eltern am beliebtesten.

Quelle: A

Peine. Erster Kreisrat Henning Heiß hat gestern gemeinsam mit dem Bonner Experten Wolf Krämer-Mandeau die Ergebnisse präsentiert, die zeigen, dass sich die erwarteten „demographischen Zahlen bewahrheitet haben“, so Heiß. Demnach sank die Zahl der im Kreis eingeschulten Kinder innerhalb der letzten sieben Jahre um rund 1000 Kinder, was bei einer Klassenstärke von 25 Schülern einen Verlust von zehn Klassen ausmacht. Und die Tendenz ist weiter rückläufig. „Deshalb kann der Landkreis Peine mit der Kleingliedrigkeit in den Schulformen nicht mehr punkten“, sagt Krämer-Mandeau.

Im Einzelnen hat die Umfrage, die nach den Sommerferien in allen Grundschulen im Kreis ausgegeben wurde, folgende Erkenntnisse ermittelt:

- „Bei den Eltern besteht für ihr Kind ein sehr großer Wunsch nach dem Abitur“, sagt Krämer-Mandeau. „Schulen müssen darauf eingehen können. Die Gründung von Abiturschulen im Kreis hat dem Landkreis nicht geschadet, sondern genutzt.“

- Die Zahlen machen deutlich: Eine Hauptschule wird von den Eltern so gut wie nicht mehr gewünscht. Der Wunsch nach Realschulen ist da, doch es gibt zu viele Standorte. Die Oberschule ist zu wenig bekannt.

- Eltern würden für ihre Kinder heute Nachhilfe in Kauf nehmen. „Nachhilfe ist praktisch wie eine zweite Schule geworden“, so Krämer-Mandeau. „Sie wird bei den Eltern gedanklich schon mit draufgesattelt - in allen Schulformen.“

- Peiner Eltern wollen große Schulen - das machen die Zahlen ebenfalls deutlich. „Sie verbinden damit mehr Möglichkeiten für ihr Kind“, erklärt der Experte für Schulentwicklung.

- Eine geeignete Schule nah am Wohnort ist zwar bei vielen Eltern gewünscht. Wenn es allerdings nicht passt, würden die Peiner Eltern für ihr Kind auch lange Wege in Kauf nehmen.

- Ebenfalls ein wichtiges Thema der Umfrage war Inklusion. Mehr als 70 Prozent der Eltern an Peiner Regelschulen sprechen sich für die Integration förderbedürftiger Schüler aus. Das zog sich durch alle Schulformen. Doch deutlich weniger Eltern förderbedürftiger Kinder würden ihr Kinde überhaupt auf einer Regelschule anmelden. „Die Politik muss erkennen, dass das Land mit seinem Inklusionswunsch schneller vorgeht, als betroffene Eltern sich das wünschen“, so Krämer-Mandeau.

- Peiner Eltern fühlen sich in Bezug auf Integrierte Gesamtschulen und Oberschulen nicht ausreichend informiert. „Viele Eltern kennen auch den zweiten Weg zum Abitur über die Berufsbildenden Schulen nicht“, stellt der Experte fest.

- Weiterhin wurde deutlich: Die Halbtagsschule ist durch. Der Wunsch nach Offenen Ganztagsschulen ist bei Peiner Eltern am größten.

Insgesamt wurden 5000 Bögen herausgegeben, etwa 70 Prozent konnten ausgewertet werden. „Es war eine sehr erfolgreiche Befragung mit relativ eindeutigen Ergebnissen“, sagt Krämer-Mandeau. „Die Auswertung bietet eine sehr gute Möglichkeit, Tendenzen abzuleiten. Jetzt wird die Politik sehr klug sein müssen.“

ju

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