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Kessler lehnt Appell gegen Atommülleinlagerung ab

Schacht Konrad Kessler lehnt Appell gegen Atommülleinlagerung ab

Peine. Mit einer flammenden Stellungnahme des Peiner Bürgermeisters Michael Kessler (SPD) zum Antrag zur Abstimmung über die Unterstützung des „Appells der Region“ gegen die Einlagerung von Atommüll im Schacht Konrad in Salzgitter, der bereits durch Ratsherr Jürgen Eggers (Die Linke) gestellt wurde, fand die gestrige Ratssitzung ihren thematischen Schwerpunkt.

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Der Schacht Konrad bei Salzgitter: Hier soll das Atommüll-Endlager entstehen.

Quelle: Foto: Archiv

Dabei machte Kessler seinen Standpunkt deutlich: „Es sind sich alle einig, dass der produzierte Atommüll - ob leicht, mittel oder schwer - irgendwo eingelagert werden muss und dass ein weiterer Verbleib über der Erde keinen Sinn macht“, so der Bürgermeister, „sobald es aber zu einem konkreten Vorschlag kommt, wird sofort mobil gemacht und die geografisch Betroffenen wenden sich häufig dagegen.“

Dann ging Kessler auch auf die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) und auf deren Vorgaben durch das Bundesamt für Strahlenschutz und dessen Präsidenten Wolfram König ein.

„Herr König, der ja der zukünftige Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Sicherheit sein wird, ist von der Sicherheit des Endlagers Konrad überzeugt und wird keine Abstriche daran zulassen“, ist sich der SPD-Politiker sicher und fügte bewusst hinzu, dass „Herr König Mitglied der Grünen ist“.

Im Schacht Konrad können laut Kessler bis zu 300 000 Kubikmeter radioaktiver Abfall „mit vernachlässigbarer Wärme-Entwicklung, also schwacher und mittelradioaktiver Atomabfall, eingelagert werden“.

„Dies sind rund 90 Prozent der in Deutschland angefallenen und noch anfallenden radioaktiven Abfälle. Diese Abfälle enthalten aber nur 0,1 Prozent der gesamten Radioaktivität aller Abfälle“, sagte Kessler, „die restlichen 99,9 Prozent der Radioaktivität sind in den übrigen zehn Prozent Abfällen, nämlich den wärmeentwickelnden Abfällen enthalten, für deren Einlagerung ja erst noch ein Standort gefunden werden muss, was dann Aufgabe der neuen Gesellschaft BGE sein wird.“

Fest steht für Kessler somit, „dass die zügige Realisierung des Endlagers Konrad somit ein wichtiger Bestandteil des Ausstiegs aus der Kernenergienutzung ist“. „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass es in Deutschland rund 20 oberirdische Lager gibt, in denen der Atommüll bislang gelagert wird“, sagte der Bürgermeister, „keiner scheint sich daran zu stoßen.“

Für Kessler, der von der Qualität der Arbeit der DBE überzeugt ist und der das „technische Wissen“ als „exzellent und weltweit anerkannt“ rühmte, fällt eine erneute Diskussion über den Schacht Konrad als Endlagerstätte für Atommüll unter die Rubrik: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“

Doch „das geht auf Dauer nicht“, führte er aus und schloss seinen Vortrag:„Ich persönlich werde den Appell nicht unterstützen.“

Die SPD beantragte geheime Abstimmung, und das Ergebnis war eine mehrheitliche Ablehnung des Appells: 20 Ratsmitglieder votierten gegen die Resolution, sechs enthielten sich und zwölf stimmten dafür.

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