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Kessler: Kritik an Bundesregierung

Volkstrauertag Kessler: Kritik an Bundesregierung

Tausende Frauen und Männer im Peiner Land trauerten gestern um die Toten der Kriege, speziell der beiden Weltkriege. Die zentrale Veranstaltung mit Kranzniederlegung fand im Peiner Herzberg statt.

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Kranzniederlegung zu Ehren der Toten weltweiter Kriege am Ehrenmal in Peine.

Quelle: KimNeumann

Peine. Bei für den trüben Monat November untypischen hellen Sonnenschein sprach Peines Bürgermeister Michael Kessler gestern Vormittag vor etwa 60 Zuhörern am Ehrenmal im Herzberg.

Der Sozialdemokrat stellte eine Frage an den Anfang seiner Rede: „Darf oder muss heute - 64 Jahre nach Ende des Krieges - wieder fürs deutsche Vaterland gestorben werden?“

Kesser nahm Bezug auf die aktuelle Lage in Afghanistan: „Wir haben diese Frage zunächst verdrängt. Afghanistan zwingt uns aber zur Stellungnahme. Wann - um Himmels Willen - dürfen wir von Bürgern unserer Gesellschaft erwarten, dass sie für uns, für die Gemeinschaft, sterben? Ihr Leben, das höchste, das sie haben, sollen sie hergeben für uns, denn nichts anderes ist das Sterben der deutschen Soldaten am Hindukusch.“

Kessler ergänzte: „Die Frage mag dem einen oder anderen zu pathetisch klingen, aber für wen sind denn die deutschen Soldaten dort gestorben bisher? Zweifelsfrei für unsere Gemeinschaft und damit für uns, für uns alle, die wir hier stehen.“

Mit kritischem Blick auf die bisherige Haltung der Bundesregierung sagte der Bürgermeister: „Jede Gesellschaft muss für sich bestimmen, wann sie den Ernstfall als gegeben sieht, aber sie darf diesen Ernstfall nicht verschleiern, wie es die Regierung bisher getan hat, in dem sie sogar den Tod unserer Soldaten nicht richtig anerkennen wollte - das fand ich verächtlich und habe es an dieser Stelle schon vor zwei Jahren klar verurteilt. Insofern fand ich es gut, dass der neue Verteidigungsminister zu Guttenberg in jüngsten Äußerungen zur Realität gefunden hat.“

Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe sagte Kesssler: „Ich formuliere es jetzt bewusst auch mal aus Sicht der Betroffenen: dass wir bereit sind, ihr Sterben in Kauf zu nehmen, denn nichts anderes bedeutet der dortige Kampf gegen Selbstmordattentäter auf Leben und Tod.“

Die Entscheidung darüber dürfe sich die Gesellschaft sich wahrlich nicht leicht machen. Eine solche Entscheidung müsse sehr sorgfältig abgewogen und diskutiert werden, gerade auch in der Öffentlichkeit.

Kessler schloss mit den Worten: „Ich meine, die Regierung und weite Teile der Öffentlichkeit haben es sich bislang zu leicht gemacht mit der Begründung, warum unsere Söhne in Afghanistan für uns sterben sollen.“

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