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Keine Krisenstimmung trotz FPK-Insolvenz

Peine Keine Krisenstimmung trotz FPK-Insolvenz

Peiner Träger, Johnson Controls und jetzt der Automobil-Zulieferer FPK Lightweight Technologies: In Peine häufen sich die Negativ-Meldungen aus der Wirtschaft, die von Entlassungen bis zur Insolvenz reichen. Steckt Peine in der Krise? Nein, sagen die heimischen Vertreter aus Industrie, Handel und Politik (siehe Text unten). Gute Nachrichten gibt es unterdessen auch von FPK.

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Firmengelände von FPK Lightweight Technologies in Peine: Die Zukunft des Unternehmens hängt stark von der künftigen Auftragslage ab.

Quelle: Jan Tiemann (jti)

Der Automobil-Zulieferer, der vergangene Woche Insolvenz angemeldet hatte (PAZ berichtete), befindet sich in intensiven Gesprächen mit Lieferanten und Kunden. Dabei wurde gestern bereits ein Teilerfolg erzielt, erklärte Sebastian Brunner, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Tobias Hoefer. Demnach wird der Hersteller von Leichtbauteilen für Automobile weiter von seinen Lieferanten bedient. Auch seitens der Kunden gebe es positive Signale, sagte Brunner: „Das ist schon ein guter Schritt nach vorn. Denn unser primäres Ziel ist es derzeit, einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.“

Nach PAZ-Informationen zählt unter anderem Volkswagen zum Kundenkreis. FPK stellt am Lehmkuhlenweg Leichtbau-Kunststoffteile wie Schürzen für den Motorraum, Armaturenbretter oder Batteriefächer her. Wie es mit FPK und seinen 130 Beschäftigten weitergeht, sei auch von der Auftragslage in den kommenden Monaten abhängig, sagte Brunner. Unter anderem komme auch die Übernahme durch einen Investor in Betracht.

- Der ebenfalls in Peine ansässige Automobilzulieferer Johnson Controls schließt sein Werk am Lehmkuhlenweg am 28. Februar. Ende März vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Johnson Controls aufgrund der anhaltend schwierigen Situation in der Auto-Industrie mit einer stark rückläufigen Auftragslage und fehlenden Neuaufträgen das Werk stilllegen und die Produktion von Formhäuten für Instrumententafeln nach Lüneburg verlagern will.

- Beim Stahlhersteller Peiner Träger Gesellschaft (PTG) sind in den vergangenen Monaten rund 300 Arbeitsplätze abgebaut worden. Bedingt durch die Absatzkrise in Europa hatte das Peiner Traditionsunternehmen zuletzt einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe eingefahren. Das Sparprogramm habe unterdessen Wirkung gezeigt, hieß es jüngst von Unternehmensseite.


Kessler: „Es gibt auch positive Signale aus der Wirtschaft“

Peine. Der Wirtschaftsstandort Peine steckt nicht in einer Krise. Das erklärten Vertreter aus dem heimischen Handel, der Industrie und der Politik gestern auf Anfrage der PAZ unisono.

Peines Bürgermeister Michael Kessler sagte: „Die Schieflage eines Unternehmens ist immer schlecht, besonders für die betroffenen Arbeitnehmer. Allerdings muss man sehen, dass ein so starker Wirtschaftstandort wie Peine, der eine beachtliche Menge von Betrieben in seinen Mauern hat, stets der Gefahr ausgesetzt ist, dass es einigen Unternehmen weniger gut geht. Anderen Betrieben geht es dafür derzeit sehr gut und sie können gar nicht die erforderlichen Arbeitskräfte an Land ziehen. Selbst die Salzgitter AG setzt positive Signale für die Peiner Träger Gesellschaft.“

 Hinzu kämen etliche Neuansiedlungserfolge oder Betriebsausbauten in den letzten Jahren von Noweda über Getränke-Ahlers bis zu C&A und demnächst die Firma Globus, sagte Kessler. „Das bedeutet, dass die Summe der Arbeitsplätze Jahr für Jahr einer bestimmten Schwankung ausgesetzt ist. Bislang war die Arbeitslosigkeit in der Stadt aber stets unter dem landesweiten Durchschnitt. Schließlich ist bezüglich FPK Lightweight Technologies ja auch das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Insolvenzverwalter zeigt den klaren Willen, die Firma aufrecht zu erhalten und so sollte der Tenor bitte nicht gleich pessimistisch sein.“

Bernhard Michels, Vorsitzender des Industrie-Vereins für Peine und Umgebung, sagte: „Ich glaube nicht, dass sich aus einzelnen Firmeninsolvenzen negative Rückschlüsse auf den gesamten Wirtschaftsstandort Peine ziehen lassen.“ Die Frage, die in jedem Einzelfall geprüft werden müsse, sei, ob die Probleme eines Unternehmens strukturell bedingt sind und ob die Stadt dem jeweils betroffenen Betrieb vielleicht helfen kann. Michels: „Peine ist nach wie vor ein interessanter Wirtschaftsstandort, allein schon wegen der besonderen Lage zwischen Braunschweig und Hannover.“

Ole Siegel von der City-Gemeinschaft sagt: „Ich kann hier zwar nicht für die Kaufmannschaft sprechen, aber meine persönliche Meinung ist, dass der Wirtschaftsstandort Peine nicht in der Krise steckt. Was den Automobilzulieferer FPK anbelangt, gilt es erst einmal abzuwarten. Das Wichtigste ist doch wohl, die Chance zu wahren, das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu retten.“

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