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Kauf der Hertie-Brache: "Wichtiger Schritt"

Peine Kauf der Hertie-Brache: "Wichtiger Schritt"

Peine. Der Kauf der Hertie-Brache für 1,2 Millionen Euro durch die Stadt Peine (PAZ berichtete) hat für viel Diskussionsstoff gesorgt. Viele Peiner sind froh, dass jetzt eine Lösung für den Schandfleck möglich ist. Die PAZ sprach mit Peines Bürgermeister Michael Kessler (SPD).

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Vor der Hertie-Brache: Peines Bürgermeister Michael Kessler (SPD).

Quelle: A/rb

PAZ: Eine Lösung für die Hertie-Brache ist eines Ihrer politischen Hauptziele. Wie bewerten Sie jetzt den Kauf und damit den Durchbruch?

Kessler: Keinem Bürgermeister kann ein solcher Schandfleck egal sein - wir waren nur am Anfang mit einer Kaufsumme von zehn Millionen Euro konfrontiert, die man nicht hätte darstellen können und die das Gelände nicht wert ist. Wir gingen davon aus, dass auch niemand anders diese Summe bezahlen würde und so war es richtig, abzuwarten. Die eingetretene Verwahrlosung hat dann auch dazu beigetragen, dass der Preis gesunken ist. Dass es dann schneller ging als erwartet, ist sehr erfreulich.

Der Kauf ist mit Sicherheit ein enorm wichtiger Schritt zu einer Neugestaltung. Ich möchte aber deutlich machen, dass nicht die Stadt in erster Linie dieses Gebiet entwickeln wird, sondern dass sie die Rahmendaten setzt, unter denen Investoren ihre Ideen entwickeln können.

PAZ: Wie schwierig waren die Verhandlungen?

Kessler: Nochmal zur Erinnerung: Das Gelände gehörte im Wesentlichen zwei Finanzdienstleistern, die beide im Ausland in Insolvenz gegangen sind. Der Prozess zog sich über Monate hin, und wir hatten es immer wieder mit neuen „Partnern“ zu tun, was die Sache sehr erschwerte. Wichtig war die Einigung im Sommer mit dem insolventen amerikanischen Finanzdienstleiter. Er hatte Gott sei Dank erkannt, dass die Hauptanteile des anderen entscheidend sind, er also alleine nichts anfangen kann. Und der Erwerb dieser Hauptanteile war damals in weiter Ferne, da dessen Insolvenz in Holland überhaupt nicht voranging. Da war dem Amerikaner offenbar der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach.

PAZ: Wie konnte so ein gutes Ergebnis (1,2 Mio. Euro) erzielt werden?

Kessler: Das Ganze war extrem komplex und es ist schwer, es in wenigen Sätzen verständlich darzustellen. Zunächst einmal: die Summe von 1,2 Millionen Euro ist einschließlich der vier Mietshäuser, die wir außerhalb der Brache zur Abrundung gekauft haben. Das heißt, der Preis für die Brache selbst liegt niedriger.

Hilfreich war für uns die Deutsche Bank in London, die als Gläubiger den Antrag auf eine sogenannte Sekundär-Insolvenz des Hauptanteil-Eigners in Deutschland stellen konnte. Diesem Antrag hat das Gericht stattgegeben, und somit kam die Insolvenz für Hertie Peine von Holland nach Deutschland.

In der Folge konnten wir zu dem neuen Insolvenzverwalter aus Berlin, der sehr kompetent und sachkundig vorgegangen ist, Kontakt aufbauen. Ihm konnten wir verdeutlichen, dass ohne uns keine Entwicklung der Brache möglich sei, da wir bereits die andere Hälfte gekauft hatten.

Der spannendste Moment kam, als wir eine konkrete Summe bieten mussten. Aber als früherer Kaufmann bin ich es gewohnt, nicht zu viel zu bieten, denn der Einkaufspreis ist die Basis für einen späteren Gewinn. Die Stadt will das Gelände ja an vernünftige Investoren weiter verkaufen.

PAZ: Was sind jetzt die nächsten Schritte?

Kessler: Zunächst einmal bitte ich die Peiner um Geduld. Wir dürfen die Entwicklung dieses Kernbereiches der Stadt nicht übers Knie brechen und müssen sorgfältig abwägen, was vernünftig ist. Es geht immerhin um die Gestaltung für die nächsten Jahrzehnte. Wir werden, sobald wir formell im Eigentum sind - das ist ab dem 1. März 2013 -, einen Investoren-Wettbewerb auf der Basis des von allen gemeinsam entwickelten Innenstadt-Gutachtens ausschreiben.

PAZ: Was ist Ihre persönliche Vorstellung: Wie soll später das Areal an der Lindenstraße aussehen?

Kessler: Das ist natürlich keine „Wünsch-dir-was-Veranstaltung“ - man braucht für alle Ideen auch Investoren. Die Stadt kann zum Beispiel eine Bowling-Bahn weder bauen noch betreiben.

Ich glaube zudem nicht, dass das ganze Areal einer einzigen Idee unterworfen werden kann, sondern könnte mir vorstellen, dass es dort einen Teil Handel, einen Teil Wohnbebauung und vielleicht einen Teil „Vergnügen“ geben kann.

Ich möchte am Ende nicht unerwähnt lassen, dass Ulrike Laudien, meine persönliche Referentin und Verantwortliche für Wirtschaftsförderung, großen Anteil an dem Zustandekommen hat - wir waren ein gutes Team.

Interview: Thomas Kröger

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