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Kandidatur für den Bundestag: Weyberg verliert gegen Pahlmann

Gifhorn/Peine Kandidatur für den Bundestag: Weyberg verliert gegen Pahlmann

Gifhorn/Peine. Niederlage für die Peiner CDU-Kreisvorsitzende Silke Weyberg: Bei der CDU-Mitgliederversammlung des Wahlkreises Gifhorn-Peine verlor die 46-Jährige die Wahl zur Bundestagskandidatur mit 317:351 Stimmen gegen die Gifhorner Kandidatin Ingrid Pahlmann.

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Silke Weyberg (rechts) gratuliert Ingrid Pahlmann. In einer kämpferischen Rede hatte sie zuvor versucht, die Delegierten von sich zu überzeugen.

Quelle: oh

Unter anderem in sechs Linienbussen waren 328 Mitglieder des Kreisverbands Peine nach Gifhorn angereist - doch am Ende hat es nicht gereicht. Ingrid Pahlmann aus Wilsche wurde zur CDU-Direktkandidatin für die Bundestagswahl im September 2013 gewählt. Und dabei stimmten offenbar auch Peiner für Pahlmann. Der Kreisverband Gifhorn war mit 344 Stimmberechtigten vertreten. Die 54-jährige Wilscherin erhielt aber 351 Stimmen.

Die Peiner CDU-Kreisvorsitzende Silke Weyberg führte in ihrer Rede unter anderem ihre gute Vernetzung in der Bundes- und Landespolitik ins Feld. Als Landtagsabgeordnete habe sie im Engagement für ihren Wahlkreis außerdem bereits „Terriereigenschaften“ bewiesen. Doch davon waren offenbar nicht alle Peiner im Großen Saal der Gifhorner Stadthalle überzeugt.

„Bodenständigkeit ist nicht Antiquiertes“, sagte Ingrid Pahlmann während ihrer Rede. Genau wie ihre Mitbewerberin Weyberg bewirtschaftet sie mit ihrem Ehemann einen landwirtschafltichen Betrieb. Im Bundestag würden mehr Menschen gebraucht, „die geerdet sind“, fügte die CDU-Fraktionschefin im Rat der Stadt Gifhorn hinzu, die in ihrer Rede einige Brückenschläge zum Kreis Peine vollzog, etwa bei den Themen Überalterung der Bevölkerung oder der Ärzteversorgung.

fed/mu

Nachgefragt bei Silke Weyberg

„Der Heimvorteil war entscheidend“

Frau Weyberg, wie fühlen Sie sich nach der Niederlage?

Ich hätte natürlich gerne gewonnen, aber für mich bricht nach der Niederlage keine Welt zusammen. Ich bin beruflich gut integriert und falle jetzt nicht in ein Loch. Ich habe noch das Landtagsmandat – und im Kreis gibt es auch genug zu tun.

Woran hat es denn gelegen, dass es nicht gereicht hat?

Vor allem an den schwierigen Ausgangsvoraussetzungen der Wahl, Ort und Zeitpunkt spielen da eine wichtige Rolle. Manche Peiner mussten eine Stunde mit dem Bus nach Gifhorn fahren – Ingrid Pahlmann und ihre Unterstützer hatten da einen klaren Heimvorteil. Und der war letztlich entscheidend.

Hat der Streit in der Peiner Kreis-CDU vor einigen Monaten auch einen Teil zur Niederlage beigetragen?

Das weiß ich nicht, und dazu möchte ich mich eigentlich auch nicht äußern, das ist vorbei. Ich habe viel Lob für meine Rede bekommen – übrigens auch von zahlreichen Delegierten aus Gihorn.

Das Ergebnis zeigt jedoch, dass wohl auch einige Peiner für Pahlmann gestimmt haben. Wie ist das zu erklären?

Vielleicht haben aber ja auch einige Gifhorner für mich gestimmt. Das würde ich bei insgesamt über 600 Delegierten nicht überbewerten.

Wie geht es jetzt weiter?

Wie gesagt, gibt es noch viel Arbeit im Landkreis Peine und dann habe ich ja auch noch mein Landtagsmandat...

... das nur noch bis zur Wahl läuft. Neuer Landtagskandidat ist dann Christoph Plett, ärgert es Sie, dass Sie dann quasi mit leeren Händen dastehen?

Überhaupt nicht. Christoph Plett macht gute Arbeit und ist ein hervorragender Landtagskandidat. Ich habe mich ganz auf die Bundestagskandidatur konzentriert und jetzt leider verloren. Aber mit Hilfe eines anderen Zeitplans und einer neuerlichen Landtagskandidatur mich vorher abzusichern – das ist einfach nicht mein Stil.

Interview: Tobias Mull

Kommentar

Parteipolitik

Es ist ohne Frage eine schmerzhafte Niederlage für die Peiner CDU-Kreisvorsitzende Silke Weyberg. Gerade auch weil augenscheinlich einige Peiner Delegierte für die Gegnerin aus Gifhorn gestimmt haben. Bei einer demokratischen Wahl ist das natürlich legitim – weist jedoch ein gewisses Geschmäckle auf. Es ehrt Weyberg, dass sie ihre innerparteilichen Gegner nicht öffentlich angreift. Die Abstimmung zeigt jedoch, dass es wohl noch immer in der Peiner Kreis-CDU brodelt. Eine christdemokratische Bundestagsabgeordnete aus Peine hätte unserer Region sicherlich gut getan. Die Weyberg-Gegner müssen sich daher den Vorwurf gefallen lassen, ihre eigenen parteipolitischen Interessen über die Interessen der Menschen im Peiner Land gestellt zu haben.

t.mull@paz-online.de

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