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Kämpfer gegen die Hexenverfolgung

Friedrich von Spee Kämpfer gegen die Hexenverfolgung

Er war gefürchtet als Querdenker und geschätzt als Verfasser frommer Betrachtungen: Friedrich von Spee.

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Dieses Gemälde zeigt den Jesuiten Friedrich von Spee.

Quelle: Archiv dpa

Peine. Morgen jährt sich der 375. Todestag des Jesuiten und Moraltheologen Friedrich von Spee. Der Katholik war ein entschiedener Gegner der Hexenverfolgung – undenkbar vor 400 Jahren.

„Was suchen wir so mühsam nach Zauberern? Hört auf mich, ihr Richter, ich will euch gleich zeigen, wo sie stecken! Auf, greift Kapuziner, Jesuiten, alle möglichen Ordensleute und foltert sie, sie werden gestehen. Wollt ihr dann noch mehr, dann will ich euch selbst foltern lassen und ihr dann mich. So sind wir schließlich alle Zauberer“, heißt es in einem Pamphlet, das auf dem Höhepunkt der Hexenverfolgungen anonym erschien.

Das Werk argumentiert streng juristisch, aber in einem sarkastischen Ton. Die Spitzel der Inquisition bringen bald heraus, wer der Autor ist: Der Paderborner Jesuit von Spee. Seinen Lehrstuhl hatte er bereits verloren; das Pamphlet wird ihm nun wohl den Hals brechen. Denn die gut organisierte Jagd auf Dämonenknechte, Teufelsbastarde und Satansanbeterinnen ist von den höchsten Autoritäten in Staat und Kirche abgesegnet.

Erstaunlicherweise steht der Jesuitenorden zu seinem rebellischen Mitglied, halbherzig: Spee wird nach Trier versetzt und nicht zu den letzten Gelübden zugelassen, aber nicht ausgestoßen. Als er sich bei der Pflege der Opfer des Dreißigjährigen Krieges an einer Seuche ansteckt und 1635 stirbt - erst 44 Jahre ist er alt - werden seine Vorgesetzten bei allem Schmerz erleichtert gewesen sein. In Peine wirkte er so erfolgreich bei der „Rekatholisierung“ mit, dass ihm ein Attentäter die Schädeldecke mit dem Griff seiner Pistole zertrümmerte. 1755 wurde in Deutschland die letzte Hexe hingerichtet.

dpa

ZUR PERSON

Friedrich von Spee

Friedrich von Spee wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf geboren und starb am 7. August 1635 in Trier. Er war ein deutscher Jesuit, der sich als Moraltheologe, Lyriker und Schriftsteller ausgezeichnet hat. Er wurde bekannt als Hexentheoretiker und Kritiker der Hexenprozesse. Er hatte „Hexen“ als Beichtvater auf ihrem letzten Weg zum Scheiterhaufen begleitet und dabei die Gewissheit ihrer Unschuld gewonnen, was der Antrieb zu seinen kritischen Schriften war.

Berühmt wurde er auch als Kirchenlieddichter. 1628 wurde Spee nach Peine versetzt, um die Rekatholisierung der protestantischen Stadt vorzunehmen. Am 1629 29. April wurde er durch ein Attentat in der Nähe von Woltorf lebensgefährlich verletzt.

Nach seiner Gesundung war Spee in Paderborn und Trier tätig.

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