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Kabarettist polarisiert mit „Mutti reloaded“

Peine Kabarettist polarisiert mit „Mutti reloaded“

Peine. Neues Jahr - neues Kabarettglück im Peiner Forum: Reiner Kröhnert war mit seinem bitter-bissigen Programm „Mutti reloaded“ zu Gast. Die Resonanz im ausverkauften Saal reichte von euphorisch bis enttäuscht.

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Polarisierte: Kabarettist Reiner Kroehnert.

Quelle: Isabell Massel

Kröhnert polarisierte mit seinen Parodien politischer Größen und sogenannter Promis aus Sport und Kultur stark.

Seine Paraderolle ist unbestreitbar die der Kanzlerin. Detailverliebt und täuschend echt ließ er die „Mutti der Nation“ in Peine erscheinen und ihre Weisheiten an die „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger“ verbreiten. Sogar die Stimmfarbe Angela Merkels trifft Kröhnert perfekt, und manchem rieselte es ob ihrer gönnend hervorgestoßenen Vertrauensbeweise für ihre Kabinettskollegen eiskalt den Rücken herunter. „Ich spreche ihr dreimal das Vertrauen aus und dann aus die Ursel-Maus“, bezog sich Kröhnert auf eine eventuelle Nachfolgeregelung im „Mutti-Universum“, wo es nur „eine Sonne“ gibt.

Kabarett darf und muss verdichten, Wahrheiten überspitzen und Unbequemes ins Lächerliche ziehen. Das alles kann Kröhnert hervorragend. Ob der wirklich harte Vergleich zwischen Joachim Gaucks Ansichten zur Rolle Deutschlands so weit zugespitzt werden darf, dass Kröhnert übergangslos in Adolf Hitlers Rolle driftete, ist Geschmackssache. Ob die handwerklich sehr gut parodierten Dieter Bohlen, Franz Beckenbauer oder Daniela Katzenberger in so einem ansonsten intellektuell wirklich ansprechenden Programm einen Platz haben müssen, sei dahingestellt. Zu Höchstform lief Kröhnert bei seinen politischen Parodien auf: Helmut Kohl, der im „Faust-Stil“ reimte und mit seinem Schicksal als „Gretchenmacher“ haderte oder Wolfgang Schäubles Euro-Betrachtungen waren zwar bitterböse, aber sehr gelungen und lockten das Publikum zu Zwischenapplaus und wahren Lachsalven heraus. Der Dialog zwischen den Alten - Rita Süßmuth, Hans-Dietrich Genscher und Hans-Jochen Vogel - die mit ihren Ansichten den alten Willy Brandt so „im Grab rotieren ließen“, dass es „hoffentlich nicht zu tektonischen Verwerfungen kommt“ waren politisches Kabarett vom Feinsten.

Freilich war der Abend nicht dafür geschaffen abzuschalten. Die Zuhörer mussten Hintergrundwissen besitzen, mitdenken und Kröhnerts rasanter scharfer Sprechweise folgen. Kröhnert macht ein feines, spitzes Programm, wo sich niemand vor Lachen auf die Schenkel klopft, sondern eher kurz auflacht und nachdenkt. Begeisterter Applaus am Schluss zeigte, dass die meisten dabei Spaß hatten.

gs

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