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Jürgen Becker: Kabarett auf ganz hohem Niveau

Peine Jürgen Becker: Kabarett auf ganz hohem Niveau

Peine. „Was ist Kunst, was will uns der Künstler sagen und muss ich es verstehen?“ Fragen, die bei Besuchern von Ausstellungen, Museen oder Vernissagen aufkommen können. Kabarettist Jürgen Becker, bekannt aus seinem WDR-Fernsehprogramm „Mitternachtsspitzen“, versuchte sich an der Lösung.

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Bissig, manchmal fast bösartig, dabei aber doch immer charmant: Kabarettist Jürgen Becker im Forum.

Quelle: im

Zurücklehnen, berieseln lassen, ein bisschen lachen? Nicht mit Becker. Das Programm als kleine, liebevolle Drohung: „Der Künstler ist anwesend“ - seine Zuhörer mussten es geistig sein. Beckers Kabarett funktioniert auf hohem Niveau mit bissig-bösen Spitzen, eingebettet in eine zweistündige Wissensvermittlung über Kunst, Kultur, Geschichte und Religion. Jeder Kunststudent würde sich über so eine abwechslungsreiche und pointierte Vorlesung freuen.

Der ehemalige Grafiker Becker macht Kabarett für Wissbegierige. Auf platte Witze und Schenkelklopfer verzichtet er und hat gerade deshalb die Lacher auf seiner Seite. In rasendem Tempo verknüpft der Kölner Aktuelles mit geschichtlichen Hintergründen und gibt Interpretationshilfen. Keiner der Anwesenden kann sich wohl in Zukunft Werke von Caspar David Friedrich ansehen, ohne an „Arterhaltung“ oder an die „glückliche Fügung des Wetters“ zu denken. Becker spricht aus, was manche über Kunstwerke nicht einmal zu denken wagen. Dabei ist er „bei aller Bissigkeit und Bösartigkeit ein sehr charmanter Mann“. Das mache ihn und sein Programm so sympathisch, fasste es ein Zuhörer gekonnt zusammen.

Beckers Programm lebt von der Überzeichnung der Themen und ihrer wiederkehrenden Aktualität. Treffende Vergleiche - „früher wurden Politiker im Profil gemalt, heute haben sie gar keins“ - dosiert eingesetzte Mimik und Gestik und der gemütliche Dialekt kamen beim Publikum hervorragend an. Dabei arbeitet der 54-Jährige fast ohne Requisiten: Ein Bild vom „versohlten Jesuskind“, eine Kiste von Kunstspediteur „Hasenkamp“ und ein Beamer - fertig. Beckers Zutaten für einen gelungenen Abend des feinen Humors ohne krawallige Effekte sind Authentizität und die Kunst, Wissen und heikle Themen elegant zu verknüpfen.

Aha-Effekte, tosender Applaus, begeisterte Bravorufe - und am Schluss noch ein gemeinsames Kölsch mit den Zuschauern - klasse.

gs

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