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Jüdischer Friedhof: Historiker bot Führung an

Telgte Jüdischer Friedhof: Historiker bot Führung an

Telgte. Eine historische Führung, wie es sie nur selten gibt: Am Sonntagnachmittag öffnete der Historiker Dr. Jens Binner, zweiter Vorsitzender des Kreisheimatbundes Peine, die Tore des jüdischen Friedhofs in Telgte für Besucher.

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Besucherführungen gibt es auf dem jüdischen Friedhof in Telgte nur selten. Der Historiker Dr. Jens Binner klärte die Gäste über die Geschichte auf.

Quelle: Foto: Laura Ludwig

Nur alle vier bis fünf Jahre findet eine Führung auf dem in Telgte gelegenen Friedhof statt.

Das wussten auch die Besucher: Über 80 Personen nahmen an dem Vortag von Dr. Jens Binner teil. „Diese Führung ist anders als zum Beispiel eine Stadtführung, der Friedhof ist normalerweise nicht für Besucher frei zugänglich. Der heutige Zustand verschafft keinen Eindruck von dem, wie es damals aussah. Es gibt nur noch ein Foto von 1933, das den Originalzustand des Geländes zeigt“, erklärte Binner.

1603 wurde die jüdische Gemeinde in Peine wiederbegründet, wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit auch der Friedhof angelegt. 1728 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Der Friedhof lag damals noch sehr weit draußen auf einem gepachteten Grundstück. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Grabsteine in hebräischer Sprache beschriftet, danach auf Deutsch. „Recherchen ergaben, dass der 1941 amtierende Bürgermeister Bronleewe den Friedhof einebnen lassen wollte. Da jedoch noch einige Juden in Peine lebten, distanzierte man sich von dem Vorhaben. Nur zwei Jahre später wurde der Friedhof gärtnerisch gestaltet, Grabstätten umgebettet. Ein erstaunlicher Fakt, wenn man die Zeit des Holocaust bedenkt. Die Hintergründe sind bis heute völlig unklar“, so Binner.

Der Friedhof umfasst ein Areal von fast 4000 Quadratmetern. Neben dem Kissengräbern aus dem Jahre 1943 stehen auf dem Hauptteil sieben alte Grabsteine, davon zwei aus dem 20. Jahrhundert mit deutscher Inschrift, die anderen in hebräischer Schrift. Auf dem neueren Teil steht das Kriegsdenkmal von 1920 und die Gedenktafel von 1957. Lange Zeit war das Areal nur der Jüdischen Gemeinde und Mitarbeitern der Stadt zugänglich. Seit 2008 bietet der Kreisheimatbund Führungen über den jüdischen Friedhof an.

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