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„Jedermann-Paragraf“ beschert Freispruch

Peine „Jedermann-Paragraf“ beschert Freispruch

Peine. Der sogenannte Jedermann-Paragraf bescherte einem 28-Jährigen aus Hannover jetzt vor dem Peiner Amtsgericht einen Freispruch. Der Staatsanwalt hatte zuvor noch auf fahrlässige Körperverletzung plädiert.

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Quelle: Archiv

Von der gefährlichen Körperverletzung - wie in der Anklageschrift angeführt - war da schon lange nicht mehr die Rede.

Alles hatte mit einer alltäglichen Situation begonnen: Die beiden Angeklagten (28 und 24 Jahre) waren mit dem Auto am Ostersonntag in Handorf auf der Bültener Straße unterwegs. Fahrerin war die 22-jährige Ehefrau des 28-Jährigen. Weil ein Radfahrer den Weg des Autos kreuzte, musste sie eine Vollbremsung machen und hupte.

Der Radfahrer (46) stellte sein Rad dann direkt vor das Auto und wollte die Fahrerin wegen des Hupens zur Rede stellen. So weit ähnelten sich die Darstellungen des Geschehens noch.

Dann aber hätten die Schilderungen kaum gegensätzlicher sein können: Während der 28-jährige Angeklagte behauptete, der 46-Jährige habe ihm sofort einen Faustschlag ins Gesicht verpasst, sagte der Radfahrer, er sei von dem Angeklagten geschubst worden und dann hätte es ein Handgemenge gegeben. Wie genau das Handgemenge ausgesehen hat, blieb auch in den Vernehmungen der 17-jährigen Tochter des Radfahrers und der 12-jährigen Cousine der Autofahrerin, die auch vor Ort waren, unklar.

Der 46-Jährige hatte angegeben, ihm sei ein Bein gestellt worden und im Stolpern habe ihm der 24-Jährige, der Bruder des 28-Jährigen, in den Magen getreten. Daraus resultierte die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung. Das ließ sich am Ende auch aus Sicht des Staatsanwalts nicht erhärten.

Da der 28-Jährige die Polizei gerufen hatte, plädierte der Anwalt der Brüder auf Freispruch, immerhin seien seine Mandanten zum Anhalten genötigt worden, weil der 46-Jährige das Fahrrad direkt vor das Auto gestellt hatte. Zur Feststellung der Personalien durften die Brüder nach Paragraf 127 der Strafprozessordnung den anderen festhalten, bis die Polizei eintraf. Allerdings besagt der Paragraf auch, dass keine Gewalt angewendet werden darf. Der Richter mahnte daher am Ende: Dass der 28-Jährige dem 46-Jährigen ein Bein gestellt hatte, sei schon am Rande des Zulässigen.

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