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Islamischer Religionsunterricht: Peine hat schon gute Erfahrungen

Peine Islamischer Religionsunterricht: Peine hat schon gute Erfahrungen

Ab dem Schuljahr 2013/14 soll in Grundschulen das neue Fach „Islamische Religion“ starten und ab 2014/15 im Sekundarbereich I (Klasse 5 bis 10). In Peine gibt es diesen Unterricht als Schulversuch bereits seit 2008 an der Eichendorffschule.

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Peiner Eichendorffschule: Nazilia Hasanov und Jutta Reuter mit einigen Schülern des islamischen Religionsunterrichts.

Quelle: azi

Peine. Die Erfahrungen, die an der Eichendorffschule gemacht wurden, sind gut. „Der islamische Religionsunterricht als Angebotsfach liefert einen weiteren Beitrag zur Integrationsförderung“, erklärt Schulleiterin Jutta Reuter. Im Schuljahr 2011/2012 nehmen 78 Schüler an dem Unterricht teil, das sind 87 Prozent der muslimischen Kinder. „Diese Zahlen zeigen die große Akzeptanz bei den Eltern wie auch bei den Schülerinnen und Schülern, die sich durch den islamischen Religionsunterricht gleichgestellt zu den Kindern des christlichen Glaubens erleben.“

Der Unterricht im Umfang von zwei Wochenstunden ist parallel zum evangelischen Religionsunterricht gesetzt und wird in deutscher Sprache erteilt. Im Unterricht werden Themen wie Gott, Gottes Schöpfung, der Koran, der Prophet Mohammed, die Propheten, Beten, Fasten, miteinander Leben, Gemeinschaft der Muslime und die Begegnung mit anderen Religionen behandelt. Dies geschieht in Anlehnung an den Lehrplanentwurf des Zentralrates der Muslime. Die Lehrerin ist Nazilia Hasanov.

Auch das ist an der Eichendorffschule Programm: Moschee-Besuche, auch mit christlichen Kindern , sind fester Bestandteil des Lehrplans.

Der Schulversuch „Islamischer Religionsunterricht“ war am 1. August 2003 mit acht Schulen gestartet - inzwischen sind landesweit 43 Grundschulen beteiligt. Kultusminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) erklärt: „Wir wollen den muslimischen Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen einen bekenntnisorientierten Unterricht anbieten. Derzeit erhalten Schülerinnen und Schüler christlichen, jüdischen, orthodoxen und alevitischen Glaubens bereits entsprechenden Unterricht. Das Land Niedersachsen will in unseren Schulen damit einen Beitrag zur Integration und zur religiösen Bildung leisten.“

jti

Gleichstellung, Abbau von Vorurteilen und Integration

„Wir haben städtischerseits sehr gute Erfahrungen mit dem entsprechenden Modellversuch gemacht“, erklärt Bürgermeister Michael Kessler. „Nach diesen Erfahrungen kann ich klar konstatieren, dass die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung vernünftig ist, da die gewünschte Gleichstellung der islamischen Kinder mit den christlichen erfolgt – der Unterricht läuft parallel zu dem evangelischen Unterricht. Und durch den gesonderten Ausbildungsgang in Osnabrück ist auch gewährleistet, dass der Unterricht kompetent erteilt wird.“ So sei die an der Eichendorffschule unterrichtende Lehrkraft Nazilia Hasanov eine der ersten, die den Studiengang erfolgreich abgeschlossen habe.

„Eine gute Sache“, sagt auch Deniz Saray, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins. „Ich habe nichts Negatives gehört, nur Positives.“ Es gehe ja auch nicht nur um türkische Kinder, sondern ebenso um Libanesen, Araber, Albaner oder andere muslimische Kinder. Der Unterricht sei auf Deutsch, daher könnten alle daran teilnehmen. „Das Angebot hilft, Vorurteile abzubauen, fördert das harmonische Miteinander und die Integration.“

Selçuk Çiçek, Sprecher der Takva-Moschee, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Ich persönlich wäre für einen interkonzeptionellen Religionsunterricht und Dialog“, sagt er. Jetzt würden die Schüler getrennt. Schön wäre es doch, wenn Christentum, Judentum und Islam gemeinsam behandelt werden würden, so Çiçek. „Damit könnten die Kinder die Kulturen früh kennen lernen.“ Wichtig sei es, beim neuen Fach „Islamische Religion“ die Moscheen mit einzubinden. „Denn bei der islamischen Erziehung geht kein Weg an der Moschee vorbei.“

jti

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