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Immer mehr Drogenabhängige greifen zusätzlich zum Alkohol

Kreis Peine Immer mehr Drogenabhängige greifen zusätzlich zum Alkohol

Kreis Peine. Zwei Menschen starben seit Jahresbeginn an den Folgen von Drogen und Alkohol im Peiner Land. Vor allem Alkohol als zusätzliche Droge zu Ersatzstoffen wie Methadon ist in Peine in den vergangenen Monaten ein Problem geworden, sagt Suchtberater Thomas Tschirner vom evangelischen Lukas-Werk.

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Freizeitgestaltung: Thomas Tschirner (r.) spielte gestern mit seinem Team von der Suchtberatung Disc-Golf.

Quelle: pif

Der Trend, dass Drogensüchtige trotz der Therapie mit Ersatzstoffen in die Alkoholabhängigkeit abrutschen, hat sich in den vergangenen Monaten verstärkt. Beliebter Treffpunkt dieser Gruppe ist der Werderpark. „In unserem Café in der Suchtberatung in der psychosozialen Beratungsstelle an der Werderstraße24 ist der Konsum von Alkohol verboten. Deshalb weichen die Betroffenen dorthin aus“, sagt Tschirner.

67 Menschen im Peiner Land sind zurzeit in Programmen mit Drogenersatz. Dazu gehört auch die Betreuung vom Lukas-Werk mit aktiver Freizeitgestaltung (siehe Text links). Die Zahl variiert häufig stark. „Immer wieder müssen Patienten ins Gefängnis, weil sie Geldstrafen absitzen - oder sie sind in einer Therapie. Manche ziehen auch weg, weil Peine schon sehr klein ist“, erklärt Tschirner. Insgesamt gab es in der Suchtberatung vom Lukas-Werk 532Kontakte seit Jahresbeginn. Betroffene und Angehörige wurden beraten. Im Café, dem Treffpunkt, in dem auch über allgemeine Probleme gesprochen wird - oder wo die Betroffenen einfach einen Anlaufpunkt haben - sind es in den vergangenen Monaten deutlich weniger Kontakte geworden. Waren es im Januar im Schnitt noch 200Kontakte, sank die Zahl innerhalb eines halben Jahres bis Juni auf 149Kontakte.

„Ich pendle jetzt häufig zwischen der Suchtberatung und dem Werderpark, um meine Klienten nicht völlig in der Luft hängen zu lassen“, sagt Tschirner. Ein Rezept, die Menschen ganz zurück zu holen, hat er allerdings nicht. „Meist handelt es sich um Schadensbegrenzung, indem ich die Betroffenen an wichtige Termine erinnere.“

pif

Freizeitaktionfür Abhängige

Kreis Peine. Regelmäßig unternimmt Suchtberater Thomas Tschirner mit seinen Klienten kleine Ausflüge, um mit ihnen in der Gruppe Angebote in der Freizeitgestaltung zu machen. „Das ist allein schon für einen geregelten Tagesablauf wichtig“, sagt Tschirner.

Gestern ging es auf das Ilseder Hüttengelände zum Disc-Golf-Spielen. Mit dabei waren auch Meike Rösemann vom Lukas-Werk und Hilma Staats, Praktikantin vom Berufsförderungswerk. „Ausflüge wie nach Ilsede sind schon schwierig, meist unternehmen wir etwas in der Kernstadt in Peine, spielen Minigolf oder darten“, sagt Suchtberater Thomas Tschirner.

Die Teilnehmer, die nicht erkannt werden wollen, sind begeistert von dem Angebot: „Es ist schön, einmal raus zu kommen, denn mit den Ersatzdrogen kommt es auch zu einer starken Abhängigkeit von der Arztpraxis“, sagt einer der Abhängigen. Entsprechend sei die Ersatzdroge Fluch und Segen zugleich.

„Selbst der Ausflug an nur einem Tag bereitet manchmal Probleme“, ergänzt Tschirner: So haben zwei der Klienten eine Sondergenehmigung vom Arzt gebraucht, um ihre Ersatzdrogen schon am Tag zuvor abzuholen.

pif

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