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Immer auf Achse: Landrat fährt am liebsten Motorrad

Peine Immer auf Achse: Landrat fährt am liebsten Motorrad

Peine. Veränderung oder Konstanz? Am 11. September haben die Peiner die Möglichkeit, ein Votum für ihren favorisierten Landrat abzugeben. Wer das Rennen machen wird, steht noch in den Sternen. Die PAZ hat sich deshalb mit allen Kandidaten getroffen, um sie in loser Reihenfolge vorzustellen.

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Landrat: Franz Einhaus reist am liebsten mit seinem Touren-Motorrad der Marke BMW, Typ R 1200 RT. Manchmal ist er auch mehr als 1754 Kilometer vom Landkreis entfernt.

Den Anfang macht der amtierende Landrat: Franz Einhaus (SPD).

Sein Amt hat er vor genau 16 Jahren angetreten - von Rost und Staub fehlt jede Spur. Das sieht man auch an der Ordnung in seinem Büro. In seinen offenen Schränken befinden sich zahlreiche Bücher und fein säuberlich beschriftete Ordner. Auf seinem Konferenztisch stehen anstatt Blumen oder Dekorationselemente lediglich Getränke bereit. Und perfekt zum ersten Eindruck ist sogar das Telefonkabel an seinem Arbeitsplatz entwirrt. Einhaus ist ein Landrat, der klare Linien bevorzugt. Was jedoch nur wenige wissen: In seiner Freizeit legt er den gebügelten Anzug sowie die eng geschnürte Krawatte ab und gestaltet sein ganz privates Kontrastprogramm.

Seitdem der gebürtige Friesoyther 15 Jahre alt ist, hat er seine Leidenschaft für Roller und Motorräder entdeckt. „Damals bin ich noch eine Vespa Piaggio Ciao gefahren - und damit war man der große Held bei den Mädchen“, erzählt der 61-Jährige. Geschraubt habe er nie an dem Motorroller, allerdings konnte er bei Bedarf einige Einzelteile austauschen, was ihm bei seinem späteren VW-Käfer zugute kam. „Den habe ich sogar selber repariert“, sagt er voller Stolz und erzählt weiter: „Mein erstes großes Motorrad war dann eine Honda Pan European ST 1100. Die Maschine wog 300 Kilogramm und hatte 95 PS - die ging schon gut nach vorne.“ Ein bis zwei Mal im Jahr fuhr er dann mit seiner Frau Sylvia als Sozia eine große Tour und genoss kurzzeitig das Vagabundenleben auf Campingplätzen mit Zelt und Schlafsack. „Ein Mal haben wir ein gewaltiges Gewitter hoch oben auf den Bergen erlebt“, erinnert sich Einhaus an einen Ausflug in die Pyrenäen. „Die Kulisse und Landschaft waren atemberaubend, doch so weit oben hatte man doch schon Respekt vor den Naturgewalten.“

Mittlerweile fährt der 61-Jährige am liebsten in Hotels und schaut sich gerne die Altstädte seiner Reiseziele in Schottland, Spanien, Griechenland, Polen, Montenegro und Co. an. „Wo ich hinreise oder übernachte, entscheide ich - ganz im Gegensatz zu meiner Arbeit - spontan“, sagt er mit einem Lachen.

Als Landrat möchte Einhaus hingegen seine bereits erarbeiteten Strukturen auch gut in die Zukunft führen. Als Beispiel nennt er das Thema Abfallwirtschaft. Laut seiner Einschätzung wird es für Peine künftig schwer, die bestehende A+B-Betriebsgröße beizubehalten. Um die Abfallwirtschaft nicht an private Hände zu verlieren, könne er es sich vorstellen, in diesem Bereich mit Peines Nachbargemeinden stärker zusammenzuarbeiten und gegebenenfalls einen Zweckverband zu gründen.

Wegen der politischen Kräfteverhältnisse im Niedersächsischen Landtag sieht Einhaus vor 2021 übrigens keine weitere Fusionsdiskussion. „Es wird in Peine bis dahin keine Veränderung in den Strukturen geben. Auch über 2021 hinaus sollten das Peiner Land und die bestehenden guten nachbarschaftlichen Beziehungen nicht zerrissen werden.“

Insgesamt verfolge der Landrat für die kommenden fünf Jahre kein starres Ziel. Für ihn stehe die Weiterentwicklung der übergreifenden Dienstleistungen und Aufgaben des Landkreises als Ganzes im Mittelpunkt. Hierbei müssten natürlich die jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Erwartungshaltung der Kreisbevölkerung berücksichtigt werden.

Zwei Herzensangelegenheiten hat er dann aber doch: Einhaus fordert, dass der Nahverkehr im Landkreis zukunftsfähig ausgebaut wird. „Wir arbeiten an einem verbessertem ÖPNV-Verbund für die Region Braunschweig, Peine und Hannover.“ Weiterhin wünscht sich Einhaus, Angebote zu schaffen, um auch Jugendliche nach dem Abitur im Landkreis halten zu können. Dabei denkt der Landrat an die Ansiedlung von Institutionen, in denen geforscht, gelehrt und entwickelt werden kann.

von Michaela Gebauer

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