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Ilseder Mordfall: Andreas S. muss 15 Jahre in Haft

Kreis Peine Ilseder Mordfall: Andreas S. muss 15 Jahre in Haft

Kreis Peine. Für den Mord an seinen vier Kindern ist ein Vater aus Groß Ilsede zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hildesheim ordnete am heutigen Donnerstag an, dass der Mann die Strafe bis auf weiteres in der Psychiatrie absitzen muss.

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Gericht: Der wegen vierfachen Mordes an seinen Kindern angeklagte Andreas S. hält sich eine Mappe vor das Gesicht.

Der 37-Jährige nahm das Urteil mit gesenktem Kopf entgegen. Das Gericht stufte den Mann als vermindert schuldfähig ein. Der Vater hatte gestanden, seine drei schlafenden Söhne sowie seine zwölfjährige Tochter im Sommer mit einem Teppichmesser in ihren Betten getötet zu haben. Danach versuchte der Mann, sich selbst umzubringen. Er überlebte knapp.

Hintergrund der Tat war, dass seine Ehefrau sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Die Mutter war in Dänemark, als ihre Kinder starben. Sie erfuhr vom Tod der Geschwister durch eine SMS des Vaters. Nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters war die Tat des Mannes nicht in erster Linie ein Racheakt, um die Ehefrau für die Trennung zu bestrafen, sondern vor allem vom Wunsch geprägt, mit den Kindern im Tod auf ewig vereint zu sein. Der Gutachter stufte den 37-Jährigen wegen seiner Persönlichkeitsstruktur, einer Depression und einer extremen Suizidgefährdung als gefährlich ein.

Zeugen hatten den Verurteilten im Prozess zuvor als vorbildlichen Vater beschrieben, der viel mit seinen Kindern unternahm und nie die Geduld verlor. Die Kinder seien sein Ein und Alles gewesen. Der Mann selbst hatte zum Auftakt der Verhandlung betont, es tue ihm sehr leid, was er getan habe.

Die Mutter der getöteten Kinder war Nebenklägerin in dem Prozess. Sie war bei der Urteilsverkündung aber nicht anwesend. Die Tat hatte in Ilsede viel Anteilnahme hervorgerufen. Hunderte Menschen nahmen bei einer Trauerfeier Abschied von den Kindern, für die Mutter wurden Spenden gesammelt. Sie wohnt inzwischen wieder in dem Reihenhaus, in dem die Bluttat geschah.

Die bisherige Berichterstattung zum Thema können Sie hier nachlesen.  

Mehr zum Urteil lesen Sie am Freitag in der gedruckten PAZ.

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