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„Ich stand am Anfang total unter Schock“

Peine „Ich stand am Anfang total unter Schock“

Arg lädiert sieht der rote Polo unter dem Kieslaster in der Fritz-Stegen-Allee in Peine aus, drei Personen sind eingeklemmt. Was wie ein schwerer Unfall anmutet, ist eine Aktion von sieben Peiner Fahrschulen zur Verbesserung der Ausbildung.

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Täuschend echt: Während der Unfallsimulation in der Fritz-Stegen-Allee mussten die Fahrschüler Verletzte „retten“ und das frisch erworbene Wissen anwenden.

Quelle: Isabell Massel

Peine. Eigentlich war es ein ganz normale Fahrstunde am Samstagmorgen für den 18-jährigen Pascal Tobinski. Doch plötzlich entdeckt er einen zerquetschten Polo unter einem Kieslaster. „Da ist ein Unfall, du musst helfen“, sagt sein Fahrlehrer Jürgen Rösemann.

Sofort springt der Fahrschüler aus Schmedenstedt aus dem Auto, eilt zur Unfallstelle. Vorher versucht er sich umständlich die Warnweste anzuziehen, er wirkt ein wenig überfordert. Was Tobinski nicht weiß: Es handelt sich gar nicht um einen wirklichen Unfall, sondern um eine Aktion von sieben Fahrschulen aus dem Peiner Land zur Verbesserung der Ausbildung.

Die Idee dazu hatte Bill Huter, Kreisvorsitzender der Fahrlehrer-Vereinigung und Chef der gleichnamigen Fahrschule. „Wir wollen die Ausbildung praxisnah gestalten“, erklärt Huter, der seit mehr als 30 Jahren Fahrlehrer ist. Oberstes Ziel sei es dabei, die Unfallzahlen zu senken.

Anfang des Jahres hatte sich Huter das Konzept der Aktion überlegt. Warum die Fahrschüler nicht mit einem Unfall konfrontieren und sie das Gelernte anwenden lassen.

Überlegt, getan. Es folgten Wochen der Ausarbeitung und nach Gesprächen mit Polizei, Feuerwehr, ASB und der Autoverwertung Stautmeister stand die bundesweit erste Aktion dieser Art.

„Für uns war sofort klar, dass wir diese Idee unterstützen“, sagt Francesco Schweer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Feuerwehr Peine. Er appelliert an alle Autofahrer und andere Teilnehmer am Straßenverkehr, drei grundlegende Dinge zu beachten, sollte man an einem Unfall vorbeikommen.

Zunächst solle die Unfallstelle abgesichert werden, dann ein Notruf abgesetzt werden. „Und wer sich dann nicht traut, Erste Hilfe zu leisten, sollte auf jeden Fall mit den Verletzten sprechen und ihnen gut zureden“, sagt Schweer. Mit dem Verlauf der Aktion zeigten sich alle zufrieden. „Pascal hat sich gut geschlagen“, sagt Fahrlehrer Rösemann. Zwar habe er zum Beispiel das eigene Warnblinklicht nicht eingestellt – aber er lerne ja auch noch.

„Ich stand am Anfang total unter Schock“, sagt der sichtlich aufgeregte Fahrschüler. Er finde es gut, dass er mit dieser Aktion das Gelernte praxisnah anwenden konnte. Erst spät habe er gemerkt, dass die Verletzten gar nicht echt waren – so real lief die Simulation ab.

Fahrlehrer Huter würde die Aktion gerne wiederholen. „Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass die Ausbildung in den Fahrschulen noch praxisbezogener wird.“

mu

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