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„Ich bin immer müde, außer wenn ich schlafe, dann geht es“

Tag der seltenen Krankheiten „Ich bin immer müde, außer wenn ich schlafe, dann geht es“

Peine. Heute ist der Tag der seltenen Krankheiten. Mit einer dieser Krankheiten schlägt sich die Peinerin Andrea Oppermann nun schon seit dreieinhalb Jahren durchs Leben: Narkolepsie.

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Andrea Oppermann ist immer müde, doch ihren Humor hat sie nicht verloren.

Quelle: bol

„Ich bin ständig müde, muss tagsüber viel schlafen, mein Nachtschlaf ist nicht erholsam. An ein normales Leben, geschweige denn an arbeiten gehen, ist da schon lange nicht mehr zu denken“, gab sie im Gespräch mit der PAZ an.

„Angefangen hat alles mit einem traumatischen Erlebnis am Arbeitsplatz. Ich bekam eine Depression, Tinnitus und einen Hörsturz. Dann kam „der“ Tag: Sekundenschlaf bei 140 auf der Autobahn. Zum Glück ist nichts passiert. Seit dem muss ich jeden Tag schlafen, zusätzlich zum Nachtschlaf. Da wusste ich: Irgendwas ist hier ganz und gar nicht in Ordnung.“

Es folgten unzählige Besuche bei Ärzten. Der Bedarf an Schlaf wurde immer größer. „Erst war es nur eine halbe Stunde am Nachmittag. Heute bin ich bei vier bis fünf Stunden Tagesschlaf angekommen“, erklärte Oppermann. „Kochen, Wäsche machen, Einkaufen gehen, sich um die elfjährige Tochter kümmern - so wie es eine Mutter machen möchte - das geht alles nicht. Sobald ich mich konzentriere oder Monotonie eintritt, schlafe ich ein. Ohne die wunderbare Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde könnte ich das nicht überstehen.“

Durchschnittlich schläft sie 13 von 24 Stunden, so gibt es das Schlafprotokoll her, das Oppermann Tag für Tag führt. Der Nachtschlaf ist bei dieser Erkrankung vollkommen durcheinander. Tiefschlafphasen hatte Oppermann schon lange nicht mehr. Und Besserung ist nicht in Sicht. Narkolepsie ist unheilbar. Behandelt werden kann nur symptomatisch. „Aber das ist nie von Dauer. Zudem sind die Nebenwirkungen extrem. Durch das viele Ausprobieren habe ich inzwischen massive Magen-Darm-Probleme“, erläuterte Oppermann und weiter: „Ich bekam sogar schon Ecstasy auf Rezept verschrieben, um wach zu bleiben. Für mich ein tolles Schlafmittel“, scherzt sie.

„Wer das Gefühl kennt, so langsam in eine Vollnarkose abzugleiten, der kann nachempfinden, wie es mir geht. Und zwar den ganzen Tag“, versucht sie ihren Zustand zu erklären. „Ich kann jederzeit einschlafen und kann nie sagen, wann es passiert.“

Im Gespräch wirkt Oppermann ganz ausgeschlafen. Fit. Scheint voller Tatendrang. Schaut man ihr jedoch in die Augen, sind diese blutunterlaufen. Da ist jemand wirklich todmüde. Früh am Morgen, um acht. Dennoch, eines konnte ihr die Krankheit nicht nehmen: den Humor. Andrea Oppermann nimmt ihr Schicksal an, macht sich auch mal über sich selbst lustig. Sucht gleichzeitig aber auch Betroffene. „Ich würde gerne hier in Peine eine Selbsthilfegruppe gründen. Bei Treffen mit Betroffenen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Da stört es auch keinen, wenn man zwischendurch - so mitten im Gespräch - einfach einschläft,“ sagt sie und lacht.

Interessierte können sich unter narkie@t-online.de mit Andrea Oppermann in Verbindung setzen.

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