Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Höhere Stand-Gebühren: Wochenmarkt-Händler sind besorgt

Peine Höhere Stand-Gebühren: Wochenmarkt-Händler sind besorgt

Die Beschicker des Peiner Wochenmarktes sind aufgebracht: Seit Anfang des Jahres gelten neue Gebühren. Für die meisten sind sie um 25 Prozent gestiegen. Als Auslöser verweist die Stadt auf drastische Verluste in den letzten Jahren.

Voriger Artikel
Warnstreik startet bereits morgen
Nächster Artikel
Warnstreik: Große Demo morgen

Hat seinen Stand bereits verkleinert: Marcus Gerhardt.

Peine. "Ein Viertel haben sie uns auf das Standgeld draufgehauen. Wie soll ich das weitergeben?", fragt Erhard Froch aus Berkum. Seit 1984 verkauft er auf dem Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse. "Mittlerweile habe ich Unkosten in Höhe von 50 Prozent der Einnahmen. Für einige wird es echt eng", so Froch. "2010 hieß es, wir müssten den Platz selbst reinigen. Das ist kein Problem. Aber wenn die Preise steigen, kommen weniger Leute. Wenn das so weiter geht, geht der Wochenmarkt kaputt."

Marcus Gerhardt von der Gärtnerei Gerhardt hat seinen Stand bereits um mehr als ein Viertel verkleinert. "Es hätte sich sonst von den Kosten her nicht mehr gerechnet", so Gerhardt. "Vorher hatten wir mit mehr als 40 laufenden Metern den größten Stand. Gleichzeitig sind wir einer der ältesten Betriebe, die den Markt beschicken. Mein Vater ist seit über 35 Jahren dabei. Auch mein Großvater stand schon hier", erklärt Gerhardt.

"Ich denke ebenfalls über eine Reduzierung der Standfläche nach", sagt Lutz Heuer von Hoorns Hof aus Wehnsen. Ihn würden die neuen Gebühren 600 Euro pro Jahr zusätzlich kosten. Gerade für den im Vergleich zum Samstag umsatzschwachen Mittwoch sei die zusätzliche Belastung ein Problem.

Für andere kommt eine Verkleinerung der Standfläche nicht in Frage. Das trifft vor allem die Verkaufswagen - wie zum Beispiel den von Jörg Weber vom gleichnamigen Geflügel-Fachhandel aus Wipshausen. "Für die Kühlung unserer Waren verbrauchen wir schon viel Strom. Nun müssen wir auch die höheren Gebühren irgendwie weitergeben. Das ist schwierig. Aber wir müssen in den sauren Apfel beißen".

azi

Die Stellungnahme der Stadt Peine

„Der Wochenmarkt ist uns wichtig und er wird gut angenommen. Deshalb organisiert ihn die Stadt selbst und gibt ihn nicht an eine Marktgesellschaft ab“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Laudien. Die aktuelle Erhöhung der Gebühren diene lediglich der Kostendeckung. Durch die Reinigung des Marktes durch die Händler selbst spare die Stadt pro Jahr 40?000 Euro. Dennoch gab es im Jahr 2010 durch Märkte einen Verlust von mehr als 13?000 Euro. Deshalb zahlen Dauerbeschicker beim Wochenmarkt seit dem 1. Januar 2012 25 Prozent mehr, Tageszahler sogar 33,33 Prozent. Unter anderem sollen dadurch bereits erfolgte Standverkleinerungen ausgeglichen werden.

Die neue Satzung zu Marktstandgeldern wurde vom Rat einstimmig beschlossen. Sie gehört zum Haushaltssicherungskonzept der Stadt Peine. Gleichzeitig geht sie auf einen Hinweis der Niedersächsischen Kommunalprüfungsanstalt zurück. Demnach seien auch übergeordnete Kosten (wie zum Beispiel für den Rat, den Bürgermeister und die Dezernenten) bei der Kalkulation der Marktgebühren zu berücksichtigen.

Auch nach der Erhöhung seien die Standgelder noch immer günstiger als in anderen Städten. So kostet ein laufender Meter für einen Dauerstand in Peine 1,50 Euro pro Tag, in Celle dagegen zwei Euro und in Walsrode 2,70 Euro. In Hildesheim liegt die Gebühr allerdings bei 1,30 Euro.

azi

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

157d6b0e-8102-11e7-8a9d-ecf16cf845db
„Begehbare Kunst!“: Impressionen von der Vernissage

In seinem Atelier 53 in Groß Ilsede interpretiert Fritz Lutz mit Teppichstücken Werke namhafter Künstler.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung