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Hightech auf dem Acker: Landwirtschaft der Zukunft

Peine Hightech auf dem Acker: Landwirtschaft der Zukunft

„Moderne Landwirtschaft hat mit dem Bauernhof zu Opas Zeiten nicht mehr viel zu tun“, sagt Professor Thorsten Lang. Auf der Messe „Agritechnica“ diskutiert der Wedtlenstedter mit Experten aus aller Welt über Zukunftstechnologie – wie ferngesteuerte Traktoren und Schwärme von Erntemaschinen.

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Leitet das Institut für Landmaschinen und Fluidtechnik an der TU Braunschweig: Professor Thorsten Lang.

Quelle: azi

Peine. Mehr Ertrag bei immer weniger Ackerfläche: Das ist für Lang die Herausforderung, die moderne Landwirtschaft bewältigen muss. „Die Weltbevölkerung hat die Sieben-Milliarden-Marke geknackt. Außerdem gibt es zunehmende Konkurrenz zwischen Tank und Teller“, erklärt Lang vom Institut für Landmaschinen und Fluidtechnik der Technischen Universität Braunschweig.

„Durch Dünger und Mechanisierung haben wir in den letzten 50 Jahren den Weizenertrag pro Fläche bereits verdreifacht“, so Lang. Aber der Bedarf sei weiterhin enorm: „Wenn in China die Bürger im Schnitt eine Scheibe Wurst pro Woche mehr essen, entspricht das bereits einem Drittel unserer Jahresproduktion an Schweinefleisch.“

Das setze Landwirte unter Zugzwang: „In Deutschland bearbeiten die meisten Betriebe Flächen von etwas mehr als 100 Hektar. In Kasachstan gibt es Konzerne mit 600 000 Hektar“, so Lang.

Um zu bestehen, stünden kleinen Betrieben vor allem zwei Wege offen: Die Spezialisierung auf Nischenprodukte oder die zunehmende Technisierung. „Deutschland ist eine der führenden Technologieschmieden. Wenn das so bleiben soll, müssen wir die nächsten Schritte gehen.“

Wie diese Schritte aussehen können, erfahren Besucher ab heute auf der Agritechnica in Hannover: „Schon jetzt gibt es beispielsweise automatische GPS-gestützte Spurführung – oder die elektronische Deichsel“, erklärt Lang. Mit Letzterem kann ein Traktor einem zweiten automatisch folgen.

Über Mobilfunk seien moderne Erntemaschinen mit Betrieb und Hersteller vernetzt: „Auf Wunsch wacht ein Service-Mitarbeiter darüber, dass alles optimal eingestellt ist. Bei Bedarf ruft er den Fahrer an oder ändert die Einstellungen per Funk selbst.“

Vorstellbar sei künftig sogar der Einsatz von Ernte-Schwärmen: Landmaschinen mit geringer Leistung, die sich bei Bedarf zu größeren Maschinen koppeln. „Das ist effizienter als eine große Maschine, die ihre volle Leistung teilweise ungenutzt mit sich herumschleppt“, so Lang.

Doch in der Bevölkerung sei die Tragweite dieses Wandels weitgehend unbekannt: „Immer weniger Menschen registrieren, welche gravierenden Veränderungen in der Landwirtschaft vor sich gehen.“

azi

Landwirt: Berufsbild im Wandel

„Die Welt der Landwirtschaft ist heute eine andere. Oft sehen wir das nur nicht“, erklärt Professor Thorsten Lang von der Technischen Universität Braunschweig. „Ein Landwirt ernährt heute 131 Personen“, so Lang. Dabei sei die Zahl der Betriebe stark rückläufig: „Seit 1949 ist sie in Deutschland auf ein Fünftel gesunken, die Zahl der Beschäftigten sogar auf ein Sechstel.“

Durch die hohen Preise für moderne Landmaschinen gebe es eine weitgehende Trennung zwischen den Eigentümern von Land und Technik: „Kein Landwirt hat mehr einen eigenen Rübenroder. Heute gibt es Dienstleistungsunternehmen mit Fahrzeugen und Berufsfahrern.“

Auch die Berufsanforderungen seien komplexer geworden: „Ein Landwirt ist zunehmend Bediener seiner ‚Fertigungszentren‘. Ohne PC ist nichts mehr zu machen.“

Neben klassischen Familienbetrieben gebe es immer häufiger Unternehmen, die von einem studierten Betriebswirt geführt werden, der Maschinisten und Agrartechniker als Angestellte beschäftigt.

azi

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