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Heroinhandel: Aus Verzweiflung Dealer geworden

Peine/Hildesheim Heroinhandel: Aus Verzweiflung Dealer geworden

Peine/Hildesheim. In dem Prozess um zwei 26 Jahre alte Heroindealer aus Hannover (PAZ berichtete) hat das Schöffengericht im Landgericht Hildesheim gestern am zweiten Verhandlungstag die Erklärung des zweiten Angeklagten über seine persönlichen Verhältnisse zur Kenntnis genommen.

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Das Landgericht Hildesheim.

Quelle: A

Peine. Die beiden Männer sind des verbotenen Handels mit Heroin „in nicht unerheblicher Menge“ in 20 Fällen angeklagt. Die Polizei hatte sie observiert und im Oktober 2014 bei einer Übergabe an einem Drogenversteck im Wald festgenommen.

Der zweite Angeklagte hatte in seiner Heimatstadt in der Türkei das Gymnasium besucht. Obwohl seine Eltern ihn nach der achten Klasse zu seinem krebskranken Bruder in eine andere Stadt schickten, wo er ihm in dessen Teppichgeschäft helfen sollte, schaffte er den Schulabschluss. Was er offensichtlich nicht schaffte, war, den Teppichhandel als florierendes Unternehmen aufrecht zu erhalten. Da es von den Banken keine Kredite mehr gab, lieh er sich das nötige Kapital von professionellen Geldverleihern.

Trotz der Hilfe der Familie konnte er nicht mehr zahlen, so dass er schließlich - beschimpft, verprügelt und mit dem Tod bedroht - im September 2013 nach Deutschland floh und dort einen Asylantrag stellte. Mangels vollständiger Papiere klappte die Jobsuche nicht, er stieß völlig mittellos zu dem Mitangeklagten, von dem es hieß, er habe einen Job für ihn. Da habe er an einen Aushilfsjob in einem Dönerladen gedacht, sagte der Angeklagte. Doch der Mitangeklagte, seinerseits in prekärer Situation, hatte von einem Landsmann einen 500-Gramm-Beutel mit hochwertigem Heroin sowie Streckmittel auf Kommission erhalten - mit der Weisung, den Stoff zu verkaufen.

Unter anderem bedienten sie einen Großabnehmer (44), der sich aufgrund einer Zeugenaussage als langzeitabhängiger Konsument entpuppte. Als Montage-Reisender habe er sich regelmäßig bei den beiden mit größeren Mengen für den Eigenbedarf versorgt, hatte er bei der Polizei ausgesagt. Die Plädoyers und das Urteil stellte der vorsitzende Richter für den dritten Verhandlungstermin am Montag, 16. März, ab 9.30 Uhr in Aussicht.

hui

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