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Hermann Gröhe: "Peine ist bekannt für Schokolade"

PAZ-Interview Hermann Gröhe: "Peine ist bekannt für Schokolade"

Peine. Der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe besuchte gestern die Firma Rausch Schokoladen in Peine. Dabei stellte sich der Christdemokrat den Fragen der PAZ-Redakteure Dirk Borth und Thomas Kröger.

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Trafen sich zum Interview (von links): Stellvertretender PAZ-Chefredakteur Thomas Kröger, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und PAZ-Chefredakteur Dirk Borth.

Quelle: im

Wir sind hier bei der erfolgreichen Firma Schoko-Rausch zu Gast. Wie schmeckt Ihnen die Schokolade aus Peine?

Im Peiner Stammhaus der Firma Rausch bin ich zum ersten Mal. Aber die süßen Leckereien der Firma Rausch sind mir schon aus dem wunderschönen Schokoladengeschäft am Berliner Gendarmenmarkt wohlvertraut. Hier kaufe ich gerne für meine Frau und meine Kinder, aber auch für den Eigenbedarf ein.

Wie bewerten Sie die positive Entwicklung des Unternehmens?

Das Unternehmen Rausch ist ein familiengeführter Betrieb, der auf eine fast 100-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann. Das spricht für sich. Und wie ich jetzt erfahren durfte, sorgen alleine am Standort Peine 500 Beschäftigte dafür, dass die süßen Spitzenprodukte der Firma Rausch in aller Munde sind.

Sind Sie eigentlich zum ersten Mal in Peine?

Ich habe zwar schon einiges über die Fuhsestadt Peine gehört und gelesen, aber das ist mein erster Besuch hier.

Was wissen Sie über die Fuhsestadt?

Peine ist gemeinhin bekannt für Schokolade, Bier und Stahl. Seit heute weiß ich auch, dass die Stadt allein schon wegen der St.-Jakobi-Kirche mit ihren prunkvollen Wand- und Deckenmalereien einen Besuch wert ist.

Zwei große Peiner Traditionsfirmen - die Härke-Brauerei und der Bohrgerätehersteller Nordmeyer - mussten vor Kurzem Insolvenz anmelden. Wie kann die Politik die Unternehmen unterstützen?

Ich bedauere diese Entwicklung ausdrücklich. Deshalb ist es gut, dass Christoph Plett ein Gespräch zwischen den Eigentümern der Härke-Brauerei und potenziellen Investoren organisiert hat, um hier Lösungsmöglichkeiten zum Erhalt der Arbeitsplätze zu suchen. Aufgabe der Politik ist es, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. Und da kann sich die Bilanz der Bundesregierung wahrlich sehen lassen: Laut Mittelstandsbarometer 2012 bewerten 87 Prozent der befragten Mittelständler die Standortpolitik der Regierung von Angela Merkel positiv. Das sagten zum Ende der Regierungszeit von Rot-Grün im Jahre 2005 gerade einmal zehn Prozent.

In Peine gibt es große Diskussionen um die Kita-Plätze. Wie haben Sie die Betreuung Ihrer vier Kinder hinbekommen?

Zunächst finde ich es gut, dass in vielen Städten und Gemeinden große Anstrengungen unternommen werden, um die Kitaplätze auch für Kinder unter drei Jahren auszubauen. Denn wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessern. Angesichts meiner häufigen Abwesenheit von zu Hause bin ich sehr froh darüber, dass ich bei der Erziehung unserer Kinder sehr stark auf meine Frau bauen kann. Allerdings war und bin ich für gemeinsame Kinobesuche mit den Kindern zuständig.

Was halten Sie vom umstrittenen Betreuungsgeld?

Das Betreuungsgeld und der massive Ausbau der Kitaplätze gehören für die CDU zusammen. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 sorgen wir dafür, dass der Wunsch der Eltern entscheidend ist. Wir wollen alle Eltern unterstützen, ohne ihnen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben und die Betreuung ihrer Kleinkinder organisieren sollen. Wenn SPD und Grüne das Betreuungsgeld als „Herdprämie“ verunglimpfen, dann missachten sie die Leistungen von vielen Müttern und Vätern in unserem Land.

Wie ist Ihr Verhältnis zu den beiden Peiner Bundestagsabgeordneten Ewa Klamt und Hubertus Heil?

Ewa Klamt ist eine sehr geschätzte Kollegin in der Unionsfraktion, deren Rückzug aus dem Bundestag ich sehr bedauere. Gleichzeitig freut es mich, dass die CDU mit Ingrid Pahlmann eine überaus erfolgreiche Kommunalpolitikerin als ihre Nachfolgerin ins Rennen geschickt hat. Und Hubertus Heil? Er hat die letzten vier Jahre gezeigt, dass er Opposition kann. Wir arbeiten daran, dass das auch nach der Bundestagswahl die Rolle der SPD bleibt.

Sie haben ja ständig Kontakt mit der Bundeskanzlerin. Was zeichnet Kanzlerin Angela Merkel aus?

Mir macht die Zusammenarbeit mit Angela Merkel sehr viel Freude. Bei ihr zählt das Argument. Das tut der Politik gut. Immer wieder staune ich darüber, mit welcher Energie Angela Merkel fast rund um die Uhr für unser Land arbeitet. Zu einem guten Miteinander gehört aber auch, dass man immer wieder auch zusammen lachen kann. Und das können wir.

Der Peiner CDU-Landtagskandidat Christoph Plett hat bei der Niedersachsenwahl einen schweren Stand, da Peine eine SPD-Hochburg ist. Welchen Tipp haben Sie für ihn?

Nur einen: kämpfen! Und dass er das kann, weiß ich. Ich kenne und schätze Christoph Plett bereits aus gemeinsamen Zeiten in der Schüler Union und später in der Jungen Union. Ich denke, Christoph Plett ist auf einem guten Weg: Er ist vor Ort sehr präsent, geht auf die Bürgerinnen und Bürger zu und hat kluge Ideen. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er das Direktmandat holt.

Welche politischen Themen werden die Wahl entscheiden?

Die niedersächsische Regierung hat eine ausgezeichnete Bilanz: Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Deutschen Einheit, die Jugendarbeitslosigkeit ist seit 2003 um 38 Prozent gesunken, Niedersachsen ist das Windenergieland Nummer eins. Und das Land wird ab 2017 keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Das haben CDU und FDP gegen den erbitterten Widerstand der SPD durchgesetzt. Aber es geht im Wahlkampf nicht nur um die Bilanz, sondern vor allem um den Blick nach vorne. Und da haben David McAllister und die CDU klare Vorstellungen, wie das Land mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung, sicheren Arbeitsplätzen und einem Ausbau der Infrastruktur weiter vorangebracht werden kann. Deshalb werben sie zu Recht mit dem Motto „So machen wir das“.

Was zeichnet Ministerpräsident David McAllister aus?

Er hat einen klaren Kompass und ist nah bei den Menschen. Er kann gut zuhören und zugleich überzeugend für seine Ideen werben. Trotz seines vergleichsweise jungen Alters ist David McAllister ein richtiger Landesvater. Deshalb ist er zu Recht sehr beliebt bei den Menschen in Niedersachsen. Für mich persönlich ist David McAllister eine guter Freund.

Und was Stephan Weil?

Da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Dass er sich zu der falschen Politik der SPD bekennt, ist ja keine Auszeichnung.

Wie wird die Landtagswahl in Niedersachsen ausgehen?

Mit einer Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit von David McAllister - und damit sehr gut für das Land Niedersachsen und seine Bürgerinnen und Bürger.

Die FDP könnte scheitern, was halten Sie von Schwarz-Grün?

Ich halte nichts davon, einen Abgesang auf die FDP anzustimmen. Die Liberalen haben gute Chancen, wieder in den Landtag einzuziehen. Die christlich-liberale Koalition hat in Niedersachsen hervorragend gearbeitet. Und davon werden beide Partner bei der Wahl profitieren.

Welche Auswirkungen hätte es im Bund, wenn die CDU nicht mehr die Regierung in Niedersachsen stellt?

Wir sollten unsere Zeit nicht mit rein theoretischen Überlegungen vergeuden, sondern die Ärmel hochkrempeln und engagiert Wahlkampf führen. Unsere Freunde in der niedersächsischen CDU können sich darauf verlassen, dass wir als Bundes-CDU fest an ihrer Seite stehen und sie nach Kräften unterstützen. Das zeigen auch die zahlreichen Kundgebungen mit unserer Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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