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Helfen statt Wegsehen: AG Sucht informiert

Peine Helfen statt Wegsehen: AG Sucht informiert

Gespannt blickten die Besucher im fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Friedrich-Spee-Hauses gestern auf die weiße Leinwand, auf der in großen Buchstaben „Schenke deine Sorgen in ein Gläschen Wein“ stand. Genau darum sollte es in den nächsten Stunden gehen: um Konsum von Medikamenten und Alkohol - besonders im Alter.

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Die beiden Referenten Angelika Kahl (von links) und Dr. Detlef Reineck mit der Pressesprecherin der AG Sucht Dina Wolters und Andrea Streit von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS).

Quelle: leo

Die Peiner Arbeitsgemeinschaft Sucht hatte dafür einen Informationsnachmittag organisiert. Neben zwei Vorträgen sollte vor allem auch miteinander ins Gespräch gekommen werden.

„Es ist wichtig, dass man für dieses Thema sensibilisiert wird“, sagte Dr. Detlef Reineck, in Peine niedergelassener Allgemeinmediziner und Psychotherapeut und einer der beiden Referenten des Nachmittags. „Das Problem Alkoholsucht ist schwer zu erkennen und die Grenzen zwischen Genuss und vom Alkohol ausgehender Gefahr sind kaum auszumachen.“ Mit vielen Zahlen und Fakten stützte er seinen Vortrag - Zahlen, die oft Erschrecken auslösten.

„In Deutschland sind über 1,5 Millionen Menschen alkoholabhängig“, so Reineck. „Davon sind 500.000 über 60 Jahre alt. Eben deswegen ist es so wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Man dürfe nicht wegsehen, sondern müsse auch aktiv werden und handeln.

Doch was kann man als Außenstehender tun? Diese Frage griff Angelika Kahl, Leiterin der Fachambulanz Lukas-Werk, in ihrem anschließenden Vortrag auf, mit dem sie das zuvor Gesagte ergänzte. „Ältere Menschen trinken auf eine andere Weise - mehr über den Tag verteilt und eher allein“, erklärte sie. Es sei daher auch sehr schwer Anzeichen eines problematischen Alkoholkonsums auszumachen. „Klassische Symptome gibt es nicht“, so Kahl. „Häufiges Stürzen und mangelnde Konzentration müssen keine Anzeichen sein. Oft verbirgt sich dahinter nur Altersdemenz.“

Es sei wichtig, Gespräche mit den Betroffenen zu führen. Das Ziel sollte dabei stets die verbesserte Lebensqualität des Menschen sein, keine Bevormundung. Gerade im Alter fühlten sich Menschen oft einsam.

Nach den Vorträgen konnte bei Kaffee näher ins Gespräch gekommen werden, auch wurden Ansprechpartner für Betroffene in Peine vorgestellt.

leo

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