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Handorfer war Gefangener im Lager in Remagen

Handorf Handorfer war Gefangener im Lager in Remagen

Handorf. Es sind Erinnerungen, die fest im Herzen verankert sind, Erlebnisse, die ihn seit 70 Jahren nicht mehr los lassen.

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Zeitzeuge Albert Respondek mit dem Buch über das Lager Remagen, das ihn dazu inspirierte, seine Erinnerung aufzuschreiben.

Quelle: ju

Handorf. Albert Respondek aus Handorf war einst in der Hitlerjugend. Ausgebildet an der Panzerfaust, marschiert unter der Flagge der Nationalsozialisten und schließlich gefangen im Lager der Alliierten in Remagen.

„Es ist alles noch in meinem Kopf“, sagt Respondek, „und in diesem Buch.“ Vor 13 Jahren nutzte Respondek eine Reise an den Rhein, um einen Tagesausflug zur Brücke von Remagen zu machen. „Ich stand dort vor diesem Denkmal und las mir auf einer Tafel all diese schrecklichen Dinge über den Krieg und das Lager durch“, schildert Respondek. „Ich musste weinen.“

Er kaufte sich dort das Buch „Die schwarze Madonna von Remagen“, in dem all die grausamen Details des riesigen Gefangenenlagers festgehalten wurden. Er begann zu lesen - und sich zu erinnern. Am Ende des Buches blieb dann ein letzter Satz und drei leere Seiten. „Hier ist Platz für ihre Notizen“ stand darauf - drei Seiten für all diese Erinnerungen.

Respondek griff zum Stift. Er begann zu schreiben, über seine Bilder im Kopf, über sein junges Leben 1945 und über den Weg, der ihn nach Remagen führte. „Das Lager, die Umstände, der Zweite Weltkrieg - all das ist gut in dem Buch beschrieben“, sagt Respondek. Doch der Handorfer ergänzte diese Worte, er schrieb „Mein Weg nach Remagen“.

Vom Vater-Jahn-Platz in Peine über den Harz bis nach Remagen, die Märsche und der Hunger, die Angst und das Abenteuer - all das hat Respondek in seinen persönlichen Notizen aufgegriffen. Als naiver Junge zog er davon, lernte freundliche Soldaten und falsche Freunde kennen. Gehungert in der Kälte, erkrankt an der Ruhr und ein glückliches Wiedersehen in der Heimat - diese Erinnerungen haben nur Zeitzeugen wie der heute 86-jährige Respondek. „Damals war mir das ganze Ausmaß dieses Lagers gar nicht bewusst“, schildert der Handorfer. „Heute weiß ich, ich habe großes Glück gehabt, aus dieser Hölle zurückzukehren. Dafür bin ich dankbar.“

ju

• Zwei weitere Folgen über Albert Respondeks Erlebnisse folgen in Kürze in der PAZ.

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