Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Härke-Insolvenzverfahren wird im Februar eröffnet

Peine Härke-Insolvenzverfahren wird im Februar eröffnet

Peine . Wie geht es nach dem Insolvenzantrag der Traditions-Brauerei Härke weiter? Entgegen ihrer Ankündigung, am Peine. Dienstag Fragen zu beantworten, schwiegen die Geschäftsführer Matthias und Martin Härke auch gestern. Unterdessen erklärte die Insolvenz-Verwalterin Karina Schwarz, dass das Verfahren voraussichtlich am 1. Februar 2013 eröffnet wird. Und: Die Einbecker-Brauerei bestätigt ihr Interesse, als Investor einzusteigen.

Voriger Artikel
David McAllister übergab Orden an Ernst-August Horneffer
Nächster Artikel
Passat zerkratzt - Polizei sucht Zeugen

Arbeiten bereits jetzt zusammen: Lothar Gauß (links) vom Einbecker Brauhaus und sein Vorstandskollege Walter Schmidt (rechts) sowie Matthias Härke (2.v.l.) und Martin Härke von der Härke-Brauerei.

Quelle: A

Matthias Härke bat im kurzen Gespräch mit der PAZ um Verständnis. Man sei intensiv damit beschäftigt, Unterlagen zu sortieren. Alles, was zurzeit mitzuteilen sei, erfolge schriftlich durch die Insolvenzverwalterin. Am Nachmittag bekam die Peiner Allgemeine Zeitung dann in der Tat ein Schreiben von Karina Schwarz („Schwarz Rechtsanwälte“) aus Hannover.

Die Juristin, die vom Amtsgericht Gifhorn bestellt wurde, teilte die kommenden Schritte mit: Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar 2013 seien die Arbeitsentgelt-Ansprüche der Arbeitnehmer durch das Insolvenzgeld gedeckt. „Das Unternehmen soll weitergeführt werden. In dieser Zeit soll geprüft werden, ob das Unternehmen saniert werden oder ob es gegebenenfalls an einen Investor veräußert werden kann“, erklärte Karina Schwarz. Im Unternehmen sind zurzeit 31 Arbeitnehmer beschäftigt. Wichtig sei, dass der Standort in Peine erhalten bleibt.

Dafür setzt sich auch die Einbecker-Brauerei, bisher Kooperationspartner, ein (siehe unten). Lothar Gauß, Sprecher des Vorstands des Einbecker-Brauhauses, erklärte gegenüber der PAZ: „Wir haben Interesse, als Investor einzusteigen. Ob dies möglich ist, wird der Verlauf des Insolvenzverfahrens zeigen.“

Unterdessen würden die Gründe für die Insolvenz derzeit analysiert, so Schwarz. Ein Ergebnis werde dann dem Insolvenzgericht Ende Januar 2013 vorgelegt. Problem ist, dass durch das Schweigen der Härkes immer mehr Vermutungen kursieren. Hat sich das Unternehmen 2008 mit dem Bau des neuen Sudhauses für 2,5 Millionen Euro übernommen? Gab es einen zusätzlichen hohen Absatzeinbruch durch das neue Markendesign für die Flaschenetiketten? Viele Fragen, bisher keine Antworten.

bor/tk

Einbecker-Brauerei: „Wir sehen großes Potenzial bei Härke“

Wie kann die Zukunft für die zahlungsunfähige Peiner Privatbrauerei Härke, eines der letzten familiengeführten Brauhäuser in Deutschland, aussehen? Als möglicher Investor hat sich das Einbecker Brauhaus ins Spiel gebracht, das als Kooperationspartner bereits die Flaschenabfüllung für Härke übernommen hat.

Der Einbecker Vorstands-Sprecher Lothar Gauß sagte der PAZ: „Ja, wir haben Interesse an Härke, und ich möchte betonen, dass die Peiner auch zukünftig nicht auf ihr Lieblingsbier verzichten müssen. Wir werden weiter vertragsgemäß das Härke-Bier abfüllen, das dann in den Getränke-Shops angeboten wird. Für die Kunden ändert sich also nichts.“ Sein Vorstands-Kollege Walter Schmidt (Einbeck) bestätigte: „Wir werden weiter mit Härke zusammenarbeiten und die Firma unterstützen. Die Kontakte sind sehr eng, und wir kennen Matthias sowie Martin Härke sehr gut. Darauf lässt sich aufbauen.“

Lothar Gauß ergänzte: „Beim Insolvenzverfahren werden die Karten neu gemischt, und wir stehen wieder bei Null. Daher möchte ich nicht über die Zukunft spekulieren.“ Man wolle erst einmal die Insolvenz-Verwalterin Karina Schwarz in Ruhe arbeiten lassen. Trotzdem erklärte der Einbeck-Vorstands-Sprecher abschließend, „dass er großes Potenzial bei der Peiner Brauerei sieht“.

tk

Kommentar

Peine ohne Härke? Undenkbar!  
 

von Thorsten Pifan

Die Insolvenz der Privatbrauerei Härke hat in Peine Bestürzung ausgelöst. Denn mit dem Bier aus der heimischen Produktion identifizieren sich viele Peiner. Sie sind mit dem Produkt aufgewachsen und können sich kaum vorstellen, zu bestimmten Anlässen wie dem Freischießen ein anderes Bier zu trinken. Trotzdem ist der Bierkonsum in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen – das hat nicht nur die Brauerei Härke getroffen. Auch für die Stadt ist die Insolvenz eine schlimme Nachricht. Härke gehört zu Peine. Das gilt umso mehr als die Brauerei mit ihrer markanten Architektur des Peiner Architekten Anton van Norden ein echtes Wahrzeichen in der Innenstadt ist. Peine ohne Härke? – Undenkbar!

Große Solidarität mit der Peiner Härke-Brauerei

Peine . Die Insolvenz der Privatbrauerei Härke hat in Peine große Betroffenheit ausgelöst – aber auch große Solidarität. So läuft über das soziale Netzwerk Facebook ein Aufruf zum Flashmob, einem spontanen Treffen, am Freitag um 13 Uhr auf dem Hof der Brauerei, um Härke zu kaufen.

„Härke gehört einfach zu Peine“, sagt Lutz Lächelt, der den Aufruf über die Seite „Du bist Peiner, wenn...“ bei Facebook gestartet hat. Nachdem er auf der PAZ-Homepage am Montag über die Insolvenz gelesen hatte, überlegte er erst, zum Getränkemarkt zu fahren und zehn Kisten zu kaufen. „Das hat aber keine nachhaltige Wirkung“, sagt Lächelt. So sprach er sich mit seinen Administratoren der Facebook-Seite ab und startete den Aufruf.

Lächelt hofft auf eine große Resonanz. Von den 5800 Mitgliedern der Seite seien 800 bekennende Biertrinker aus dem Peiner Land, hat er ausgerechnet. Abgezogen hat er alle, die nicht im Peiner Land wohnen oder minderjährig sind. „Dann gibt es noch etliche, die gar kein Bier trinken“, sagt Lächelt. „Ich erwarte, dass alle am Freitag dabei sind“, sagt er schmunzelnd.

Doch nicht nur Facebook-Fans sind willkommen, sondern alle, die gerne Härke-Bier trinken. Brauerei-Chef Matthias Härke freut sich über die Solidaritätsaktion. „Das ist eine tolle Sache“, sagt er. Überhaupt habe er am Dienstag viele positive Mails bekommen. Es habe auch zahlreiche freundliche Einträge auf der Internetseite gegeben.

Auch zum Aufruf von Lächelt gibt es bereits viele positive Kommentare. Angemeldet für den Flashmob haben sich zum Beispiel auch die Härke-Pils-Freunde Eddesse. Zudem gibt es auf Facebook die Seite „Härke einkaufen“. Auch dort finden sich viele Solidaritätsbekundungen. Bereits gestern hatten sich 200 Peiner bereit erklärt, die Brauerei zu unterstützen – darunter etwa Optiker Detlef Pliefke und Rechtsanwalt Christoph Hussy.

pif

„Viele Probleme bei Härke sind hausgemacht“

Die PAZ sprach mit Experten, wie sie die Situation und die Entwicklung des Traditions-Unternehmens bewerten. Dehoga-Vorsitzender Torsten Kowohl erklärt: „Es ist erschreckend, dass die Härke-Brauerei zahlungsunfähig ist. Aber es gibt ja noch Hoffnung, und wir müssen abwarten, was sich noch tut.“ Härke sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Peine.

Manfred Tessmann, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), sagt: „Bei der gnadenlosen Konkurrenzschlacht auf dem schrumpfenden Biermarkt habe ich ein solche Entwicklung bei Härke kommen sehen. Doch viele Probleme bei der Brauerei seien hausgemacht. Tessmann betonte: „Härke fehlt ein professionelles Management. Matthias und Martin Härke sind hervorragende Brauer, aber bei der Vermarktung und Organisation ist einiges schief gegangen.“

Bereits vor zwei Jahren bei der ersten großen Krise hat man laut dem Gewerkschafter „auf der Arbeitnehmerseite alles getan, um Härke wieder auf Kurs zu bringen – leider vergebens“. Ursachen für die Insolvenz sieht Tessmann unter anderem darin, „dass man das Peiner Qualitäts-Bier zu billig verkauft, dass man die Etiketten ausgetauscht und dass man Millionen Euro in das Sudhaus gesteckt hat“. Und auch die Schließung der eigenen Flaschenabfüllung und die Verlagerung nach Einbeck sei ein Fehler gewesen. Nun müsse dringend ein Investor gefunden werden, „der an die Marke Härke glaubt“. Ein Sanierungs-Tarifvertrag sei denkbar.

tk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung