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Hacker kapern Kreis-Telefone

Kriminalität 2.0 Hacker kapern Kreis-Telefone

Peine. Es klingt wie die Szene aus einem Spionagefilm: Kriminelle haben sich in die Telefonanlage des Landkreises eingehackt - und in wenigen Tagen mehrere tausend Mal in Somalia angerufen.

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Ende Juli wurde die Telefonanlage durch Computerkriminelle gehackt. Die Täter riefen Tausende Male in Somalia an.

Quelle: Symbolfoto/A

Die Sicherheitslücke, durch die die Täter sich unerlaubt Zugang zum Telefonsystem des Kreises verschafften, ist noch unbekannt. „Festgestellt wurde der Angriff von unserem Telefon-Provider dadurch, dass von zwei Anschlüssen vermehrt Anrufe mit Auslands-Vorwahlen an einem Wochenende erfolgten“, sagt Henrik Kühn, Pressesprecher des Landkreises. Rund 6000 Mal riefen die Kriminellen in Somalia an, mit mindestens 38 400 Minuten Verbindungsdauer. Kühn: „Von unserem Anschluss-Anbieter wurde eine entsprechende Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hannover erstattet.“ Laut Kühn seien von den Hackern sogenannte Mehrwert-Rufnummern angewählt worden. Die kriminellen Computerprofis hatten sich irgendwie Zugang zum Telefonsystem des Landkreises verschafft, die Mailboxen von außen abgefragt und durch die Rückruf-Aktionen die Telefonnummern in Somalia angewählt.

„Solche Anrufbeantworter lassen sich von außen konfigurieren“, erläutert Alexander Eckert, der beim Polizeikommissariat Salzgitter für Computerkriminalität zuständig ist. „Dafür braucht man nur einen PIN oder ein Passwort.“ Das werde oft nicht einmal vom voreingestellten Standard-Passwort abgeändert oder wenn, dann doch meist lange nicht gewechselt.

Ob das im Fall des Landkreises auch so war, ist nicht bekannt. Der Kreis hofft unterdessen, dass ihm durch die Hacker-Attacke keine zusätzlichen Kosten entstehen. Man habe den Telefon-Provider sofort informiert, „um eine Anweisung der entsprechen Beträge zu unterlassen“, schildert Kühn. „Wir gehen deshalb davon aus, dass uns kein Schaden entstanden ist.“

Damit sich solche Angriffe nicht wiederholen, wird noch in dieser Woche ein Software-Update auf die Telefonanlagen eingespielt. „Diese Arbeiten sind im Rahmen des bestehenden Wartungsvertrags abgedeckt.“

js

Info - Die Abzockmasche der Telefon-Hacker:

Es gibt zwar diverse Möglichkeiten für Kriminelle, durch das Kapern von Telefonanlagen Geld zu machen. Im Fall des Landkreises haben die Hacker mit den Anschlüssen des Landkreises jedoch vermutlich sogenannte Mehrwert-Rufnummern angewählt, also eine kostenpflichtige Nummer. In Deutschland kennt man solche Dienste unter anderem als „0900“-Nummern, früher „0190“. Auch im Ausland gibt es natürlich Mehrwert-Rufnummern. „Die Täter telefonieren natürlich nicht selbst, sondern lassen automatische Programme laufen“, erklärt Alexander Eckert vom Fachkommissariat Betrugsdelikte in Salzgitter. Dort ist unter anderem für Computerkriminalität zuständig. „Solche Fälle kommen nicht täglich oder wöchentlich vor. Aber wenn, dann ist der Schaden meist relativ hoch. Es geht dabei oft um fünfstellige Beträge.“ Die 6000 Anrufe an einem Wochenende, die die Hacker von den Landkreis-Apparaten absetzten, klingen zwar erst einmal nicht viel. Doch Eckert setzt diese Zahl ins rechte Licht: „Wenn dafür pro Anruf zwei oder drei Euro fällig werden, summiert sich das schnell.“

js

Nützliche Tipps, mit denen Sie sich vor Hacker-Angriffen schützen können, finden Sie am Dienstag in der gedruckten PAZ.

Der Text wurde aktualisiert.

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