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Guter Rat vom Gerichtsvollzieher

PAZ-Serie Guter Rat vom Gerichtsvollzieher

Zuerst ließ er seine Rechnungen vereinzelt liegen. Dann verlor der Peiner völlig den Überblick über seine Verpflichtungen. In seiner Not fiel er auf eine dubiose Schuldnerberatung herein, die es nur auf sein Geld abgesehen hatte. Seit eineinhalb Jahren betreut ihn die Arbeiterwohlfahrt – nun sieht er Licht am Ende des Tunnels.

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Manch dubiose Geschäftemacher wollen auch hoch verschuldeten Menschen Geld aus der Tasche ziehen, dass diese eigentlich gar nicht haben.

Quelle: Archiv: dpa

Kreis Peine. Bei acht Gläubigern hatte der 42-jährige Peiner etwa 90.000 Euro Schulden. „Angefangen hat es eigentlich 1991“, erzählt er im Gespräch mit der PAZ. Damals machte er sich mit einer Trinkhalle selbstständig. Zunächst liefen die Geschäfte gut, er konnte sogar eine kleine Eigentumswohnung finanzieren. Doch dann blieben die Kunden mehr und mehr weg, schließlich konnte der Unternehmer seine Rechnungen nicht mehr bezahlen.

„Zuerst habe ich das Geld umgeschichtet. Auf Dauer hat das nicht funktioniert, es taten sich ja andere Löcher auf“, sagt er. 2006 zog er die Notbremse, gab seinen Kiosk mit Kneipenbetrieb auf und suchte sich eine andere Arbeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon Schulden beim Finanzamt, und der Energielieferant hatte für die Trinkhalle den Strom abgestellt.

„Völlig den Überblick verloren“

„Ich hatte völlig den Überblick verloren und wusste nicht, welche Rechnung ich zuerst und welche ich zuletzt bezahlen sollte“, sagt er. Die Folge, der Peiner zahlte kaum eine Rechnung. Dann bekam er einen Brief, den er öffnete. Absender war das Helveg Institut – eine kommerzielle Schuldnerberatung. „Was dort drin stand, hörte sich zunächst sehr positiv an und ich brauchte zu diesem Zeitpunkt einen Strohhalm, an den ich mich klammern konnte“, erzählt er. Der 42-Jährige vereinbarte einen Termin.

„Der Typ war locker und plauderte von seiner eigenen Privatinsolvenz. Ich dachte sofort, dem kannst du vertrauen und unterschrieb einen Vertrag“, sagt der Peiner. Trotzdem flatterten weiter Mahnungen ins Haus. Dabei zahlte er dem Institut monatlich 150 Euro, um seine Schulden loszuwerden. „Ich fragte nach und dort wurde mir gesagt, ich müsse erst einmal ein halbes Jahr bezahlen, dann würde man sich schon kümmern.“ Er wurde misstrauisch, aber das Misstrauen allein half ihm nichts. Dann stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür – ein verständnisvoller Beamter.

„Ich erzählte ihm meine Geschichte und verwies auch auf die Schuldnerberatung“, schildert der Peiner. Das Helveg Institut war dem Gerichtsvollzieher ein Begriff – ein schlechter. Der Beamte gab dem Peiner den Tipp, sich an die kostenlose Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt zu wenden.

Seitdem hat ihn die Schuldnerberaterin und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte Cindy Heinicke unter ihren Fittichen. „Wir haben erst einmal den Vertrag mit dem Helveg Institut gekündigt – und daraufhin nichts mehr von denen gehört.“ Dann hat sie sich die Verbindlichkeiten angeschaut. Der größte Posten war die Eigentumswohnung. Doch die ist inzwischen vermietet und bringt regelmäßig Einnahmen. „Damit werden wir versuchen, die Bank ruhig zu stellen“, sagt sie und betont, dass der Weg des Peiners durch das Schuldental noch nicht zu Ende ist. Der Peiner wohnt inzwischen mit seiner Lebensgefährtin in deren Wohnung zusammen.

Doch aus den 90.000 Euro sind mittlerweile nur noch 70.000 geworden und die Zahl der Gläubiger hat sich von acht auf drei reduziert. „Ich kann wieder ein Licht erkennen“, sagt der Peiner und blickt voller Hoffnung in die Zukunft.

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