Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Grundwasser im Raum Peine mit Nitraten belastet

Aktuelle Messergebnisse liegen vor Grundwasser im Raum Peine mit Nitraten belastet

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltung am 3. August in Peine beim Labormobil abgegeben wurden.  

Voriger Artikel
Neuer Optimismus bei Salzgitter AG
Nächster Artikel
Streit an den BBS eskaliert: 19-Jähriger verletzt

Andrang am Labormobil 2 

„In jeder dritten untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, heißt es in einer Pressemitteilung des VSR-Gewässerschutz e.V.. Pressesprecher Dipl.-Phys. Harald Gülzow erklärte weiter: „Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 157 privat genutzter Brunnen aus dem Raum Peine – Vechelde – Lengede - Hohenhameln analysiert.“

Die Gewässerexperten warnen vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. Es kommt dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser. Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 168 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Solschen. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Klein Ilsede mit 119 Milligramm pro Liter (mg/l), in Schmedenstedt mit 123 mg/l, in Bettmar mit 147 mg/l, in Alvesse mit 140 mg/l, in Oedesse mit 103 mg/l, in Stederdorf mit 123 mg/l und in Vöhrum mit 100 mg/l fest.

Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser muss man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur wenn man diese in seine Berechnung mit wie viel Stickstoff die angebauten Pflanzen gedüngt werden müssen einbezieht, kann eine unnötige Nitratanreicherung verhindert werden.

Die gemessenen viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen in der Landwirtschaft einen deutlichen Handlungsbedarf, um die bereits 1991 aufgestellte EU-Nitratrichtlinie einzuhalten. Ziel dieser Richtlinie ist es, die durch Nitrate aus landwirtschaftlichen Quellen verursachte Gewässerverunreinigung zu reduzieren. Hierfür bedarf es seit Jahren einer Überarbeitung der Düngeverordnung, die zu einer Verringerung der Düngemengen durch Gülle, Gärreste und Mineraldüngern führen soll. „Doch Landwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigt sich bisher besonders beratungsresistent und setzt weder die Empfehlungen der Experten imSachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und dem Umweltbundesamt noch die Vorschläge der EU-Kommission um. Trotz der Klage der EU-Kommission gegenüber Deutschland wurden die geforderten Nachbesserungen in die Novellierung der Düngeverordnungen bis heute nicht aufgenommen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Da jahrelang die Zunahme der Belastung im Grundwasser mit über 50 mg/l Nitrat ignoriert wurde, müssten nun für diese betroffenen Regionen zügig klare zu ergreifende Maßnahmen in der Novellierung der Düngeverordnung genannt werden. Stattdessen wird versucht die Verantwortung an die Landesregierungen weiter zu geben, die zusätzliche Vorschriften erlassen sollen. Der VSR Gewässerschutz kritisiert, dass dabei der Landesregierung zu viele Freiheiten gegeben werden sollen, dass eine Verringerung der Nitratkonzentrationen im Grundwasser fraglich erscheint.

Der Bürger ist der Verlierer. Da es für die Wasserversorger in der Zukunft immer aufwendiger wird Wasser zu liefern, das den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat einhält, werden die Preise für Leitungswasser steigen. Umso ärgerlicher, da viele Gartenbesitzer heute schon wegen der starken Belastung im Brunnenwasser für viele Verwendungen im Garten statt Brunnenwasser Leitungswasser verwenden müssen. Wenn der genervte Bürger dann im Sommer lieber aus seinem Garten flüchtet und an die Nordsee fährt, wird sein Urlaub aufgrund der Schaumberge am Strand schnell getrübt. Es hat ihn die Nitratbelastung seiner Heimat eingeholt. Denn das belastete Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu und landet letztendlich in der bereits jetzt viel zu nährstoffbelasteten Nordsee. Damit einschneidendere Maßnahmen bei der Düngung in Zukunft gesetzlich erlassen und auch umgesetzt werden, bedarf es ein Umdenken bei den Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden. Der VSR-Gewässerschutz möchte mit seinen Messungen dazu beitragen, dass die Notwendigkeit einer Änderung der Düngerausbringung akzeptiert wird. Es muss in den belasteten Regionen zu einem Informationsaustausch zwischen Bürger und Landwirten kommen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wasserverband
Der Wasserverband betont: Das Peiner Trinkwasser ist nicht belastet.

Die Meldungen über hohe Nitrat-Gehalte im Grundwasser haben nach Angaben des Wasserverbandes Peine die Trinkwasser-Kunden verunsichert. „Es gibt keinen Anlass zur Besorgnis“, stellt Olaf Schröder, Geschäftsführer des Verbandes, klar. Und weiter: „Unser Trinkwasser hält die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein und kann bedenkenlos verwendet werden“.

mehr
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung