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Großküchen-Skandal: Auch Peiner Land betroffen

"Team Wallraff" TV-Bericht Großküchen-Skandal: Auch Peiner Land betroffen

Kreis Peine. Großen Wirbel gibt es um die aktuelle RTL-Sendung, die in der Reihe „Team Wallraff“ ausgestrahlt wurde. Darin geht es um die Zubereitung von Mahlzeiten in drei deutschen Großküchen, die auch für Kinder und Senioren kochen. Im Fokus steht dabei auch die in Wuppertal ansässige Firma Vitesca, die auch ins Peiner Land liefert.

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Enthüllungsjournalist Günter Wallraff

Die Vorwürfe: Unter anderem würden abgelaufenes Fleischwaren und schimmelige Gurken verarbeitet. Zudem gehe es mitunter in der Großküche sehr unappetitlich zu.

Kunde war unter anderem die Grundschule Wipshausen. Dort fand am Montag kurzfristig ein Elternabend zum Thema statt, zu dem Vitesca-Geschäftsführer Jan Reimann und die Niederlassungsleiterin im Bereich Hannover, Ann-Katrin Rudolph, eingeladen waren. Reimann nutzte die Gelegenheit, seine Sicht der Dinge zu schildern und stellte sich den kritischen Fragen der besorgten Eltern. Dabei überraschte es nicht, dass sich die Dinge aus seiner Sicht ganz anders darstellen als in der Sendung des "Team Wallraff", das vom Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff geleitet wird. „Vieles wurde aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt oder verzerrt dargestellt“, sagte Reimann. „Man weiß einfach nicht, wem man glauben soll“, brachte eine Mutter in der anschließenden Diskussion die Verunsicherung auf den Punkt.

Er habe keine Kenntnis von den Filmaufnahmen gehabt und sei erst wenige Tage vor der Ausstrahlung der Sendung darüber informiert worden, dass sie erstellt wurden. Kurz vor dem Sendetermin gab es zwar die Bitte um eine Stellungnahme, die auch erfolgt sei und der PAZ vorliegt. Die konkreten Einzelvorwürfe seien ihm aber nicht bekannt gewesen.

Eine Lanze für den Caterer brach der Wipshäuser Schulleiter Dirk Brandes. „Wir haben uns die Suche einem Lieferanten für das Schulessen nicht leicht gemacht, und uns scheint Vitesca eine gute Option zu sein“, sagte er. Seit etwas mehr als einem Jahr beziehe die Schule das Mittagessen von dort, und überwiegend sei man damit sehr zufrieden. „Nach der Sendung in der vergangenen Woche mussten wir reagieren und haben zunächst das Essen abbestellt“, erklärte Brandes gegenüber der PAZ. Vorübergehend bringen die Kinder sich selbst etwas mit, aber das sei natürlich keine Dauerlösung. Im Einvernehmen mit den anwesenden Eltern wurde beschlossen, ab Montag wieder bei Vitesca zu bestellen.

„Team Wallraff“ erhebt schwere Vorwürfe

Für ihre aktuelle „Team- Wallraff“-TV-Reportage haben Günter Wallraff, der als Enthüllungsjournalist bekannt ist, und zwei Kolleginnen verdeckt in Großküchen recherchiert. Nach ihren Darstellungen scheint es in einigen von ihnen unappetitlich zuzugehen. Ausgestrahlt wurde die Sendung am 8. Juni auf RTL vor einem Millionenpublikum.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Unter anderem seien minderwertige oder verdorbene Lebensmittel verarbeitet worden. Nach dem Kochen seien die Gerichte nicht ordnungsgemäß heruntergekühlt worden und Haltbarkeitsdaten wurden ignoriert, heißt es.

Mehrmals lässt die Reporterin Stefanie Albrecht, die sich als Küchenhilfe Zutritt zur Produktionsstätte verschafft hat, vor der versteckten Kamera anonymisiert andere Mitarbeiter zu Wort kommen. Diese bestätigen ihren Eindruck, dass nicht alles so läuft, wie es sollte.

Zudem konfrontiert sie nach RTL-Angaben eine Ernährungswissenschaftlerin, einen ehemaligen Lebensmittelkontrolleur und einen Fach-Anwalt mit ihren Eindrücken. Diese reagieren auf die Ergebnisse der Recherche durchweg entsetzt.

Vitesca-Geschäftsführer Jan Reimann fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Auf der Homepage des Unternehmens (www.vitesca.de) wird im Detail auf weitere Vorwürfen reagiert und den RTL-Journalisten vorgeworfen, ein Zerrbild gezeichnet zu haben, das die Realität in weiten Teilen auf den Kopf stelle.

Das wiederum bestreitet RTL. „Wir werden juristisch gegen diese Unterstellungen vorgehen“, sagte gestern Matthias Bolhöfer, Sprecher von RTL, gegenüber der PAZ.

wos

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