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Grab auf Gunzelin-Friedhof verwüstet

Peine Grab auf Gunzelin-Friedhof verwüstet

Jeden Tag legt sie frische Blumen auf das Grab, jeden Tag säubert sie die Stätte, an der ihr Vater seine letzte Ruhe finden sollte. Doch das Urnengrab von Mathias Taraschewski auf dem Friedhof an der Gunzelinstraße wird immer wieder verwüstet.

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Ton in Ton: Janine Kahnt pflegt das Grab ihres Vaters mit viel Liebe zum Detail. Sie ist tief traurig darüber, dass die Ruhestätte auf dem Gunzelin-Friedhof regelmäßig verwüstet wird.

Quelle: ju

Peine. Blumen werden zerstört, Lichter geklaut. „Wir sind ratlos und unendlich traurig darüber“, sagt die Tochter Janine Kahnt (25).

Im August war Mathias Taraschewski an Lungenkrebs verstorben. „Wir haben ihn bis zum Ende gepflegt, und das machen wir jetzt auch mit seinem Grab“, schildert Kahnt. „Wir geben uns große Mühe, aber immer wieder wird alles kaputt gemacht.“ Mit Tränen in den Augen steht die junge Frau mit ihrer Mutter Bettina Taraschwski an dem liebevoll in rot-weiß gestalteten Grab und schildert die Geschichte. „Bis zum Schluss waren wir ganz allein, auch nach dem Tod meines Mannes, war niemand sonst an unserer Seite“, schildert Taraschewski. „Deshalb möchten wir uns auch jetzt ganz allein um die Ruhestätte meinem Mannes kümmern.“ Fremde Blumen möchten die Frauen nicht auf dem Grab. „Es war nie jemand für ihn da, warum jetzt“, fragt sich die 50-jährige Ehefrau.

Mit einem kleinen Schild am Grab weisen Kahnt und Taraschewski immer wieder freundlich auf ihren Wunsch hin. „Acht bis zehn Zettel lege ich in der Woche hin, aber sie verschwinden immer wieder“, sagt Kahnt. „Unsere Blumen werden einfach vom Grab entfernt und abgeknickt und völlig zerstört neben das Grab geschmissen.“

Die Laterne für die Kerze wurde bereits geklaut, die neue haben sie deshalb nun sogar einbetoniert. „Wir wissen nicht mehr weiter“, sagt Kahnt. „Wer macht denn soetwas? Mein Vater hat nie jemanden etwas getan. Warum gönnt man ihm nun nicht seine letzte Ruhe?“

Auch Pastor Frank Niemann von der St.-Jakobi-Gemeinde, die den Friedhof verwaltet, fühlt mit der Familie. „Gerade in Trauer soetwas zu erleben, tut mir sehr leid“, sagt er und versichert, dass die Mitarbeiter des Friedhofs ein großes Auge auf das betroffene wie auch alle anderen Gräber haben. „Ich bitte darum, solche Dinge zu unterlassen und die Familie in Ruhe trauern zu lassen.“ Letztendlich sei der Friedhof allerdings ein öffentlicher Platz, den es nur schwer zu überwachen möglich ist. Gerade Diebstahl kommt daher leider immer wieder auf Friedhöfen vor.

An der Grabstätte von Mathias Taraschewski nimmt es allerdings überhand. „Ich komme jeden Tag mit Herzklopfen zum Friedhof“, sagt Bettina Taraschewski, der nur wenige Monate mit ihrem schwerkranken Mann geblieben war. „Es war unsere zweite gemeinsame Ehe“, erzählt sie, und ihre Augen leuchten wieder. „Noch am Tag der Krebs-Diagnose vor einem Jahr, haben wir wieder geheiratet. Wir waren so verliebt, aber uns blieben nur acht Monate.“

Jetzt möchte sie gemeinsam mit ihrer Tochter auch über seinen Tod hinaus, für Mathias Taraschewski da sein - ganz in Ruhe. „Wir wollen niemanden etwas Böses“, sagt Kahnt. „Wir möchten für meinen Vater nur endlich seinen letzten Frieden.“

ju

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